Turbulente Szenen und zwei blaue Augen beim Pokalspiel

von Michael Schwartz

  • img
    Da stehen sie und stressen sich: Der Konflikt nach Spielende ging nicht von den Mannschaften, sondern von einem Zuschauer aus, aber Fußballer werden von sowas halt leider magisch angezogen - Foto: Michael Schwartz

Ein eigentlich unterhaltsamer Fußballnachmittag im Waldstadion fand nach dem 4:0-Erfolg des TSV Ehningen beim TSV Dagersheim ein unschönes Ende mit einer Rangelei weit nach dem Schlusspfiff.

Artikel vom 02. November 2018 - 09:09

Was war passiert? Auslöser war ein Zweikampf zwischen Dagersheims Karim Kretschmer und Ehningens Gökhan Akyüz in der 76. Minute. Die beiden rangelten fast schon griechisch-römisch um den Ball, Akyüz trug ein blaues Auge davon. Es fielen ein paar unfreundliche Worte, und der Ehninger konnte wegen einer Schwellung nicht mehr richtig sehen, geschweige denn weiterkicken. Der Schiedsrichter gab beiden die Gelbe Karte, und die Sache war (vorerst) erledigt.

Als aber beide Teams nach der Partie schon im Mannschaftskreis standen, ging es bei der Tribüne zur Sache, weil sich Zuschauer in Bezug auf jene Szene einmischten. Und wie das dann halt bei Fußballern so ist: Der Erste hört was und rennt los. Der Zweite hat gesehen, dass er Erste was gehört hat, und spurtet hinterher. Der Dritte will den Zweiten verteidigen, der Vierte den Dritten zurückhalten, der Fünfte die Ehre des Vierten retten und so weiter. Das Ende vom Lied: Etliche brüllende Testosteronbolzen und ein Karim Kretschmer, der nun seinerseits dank einem der pöbelnden und schlägernden Zuschauer mit einem blauen Auge auf dem Boden lag. Auge um Auge. Idiotisch und völlig unnötig.

Bis sich die Alphamännchen beruhigt hatten, dauerte es eine ganze Weile. Mehrfach fiel das Wort „Polizei“, aber der Anruf blieb letztlich doch aus. Wer weiß, vielleicht wird die Angelegenheit ja final auf irgendeinem Hinterhof geregelt. Mit brennenden Mülltonnen nebendran.

Die drei Trainer, Besnik Gllogjani (Dagersheim) sowie George Berberoglu und Javier Klug (Ehningen), waren sich jedenfalls einig, dass das alles überflüssig wie ein Kropf war. „Was draußen passiert bei den Zuschauern, kannst du ja nicht steuern“, meinte Klug kopfschüttelnd. „Das zieht die Spieler dann magisch an, aber es wurde nicht aus den beiden Mannschaften heraus gestartet“, betonte er. „Wir waren froh, das Rudel endlich eingefangen zu haben.“ Deutlich wurde Gllogjani: „Es gibt nichts Feigeres und Unnötigeres“, kommentierte er die Aktion des kloppenden Zuschauers. „Sowas hat auf dem Sportplatz nichts verloren. Es kann passieren, dass man sich auf dem Platz mal blöd anmacht, aber das muss nach den 90 Minuten einfach vorbei sein.“

Dem ist wenig hinzuzufügen. Schade um eine sehenswerte Pokalpartie.

Unseren Kurzbericht zum Spiel findet ihr übrigens ► hier

Verwandte Artikel