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Noch ist Schlagzahl nicht dauerhaft hoch

Fußball-Landesliga, Staffel III: Beim Gärtringer 2:0 gegen den VfB Bösingen gibt es noch Luft nach oben

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    Torschützen unter sich beim Heimsieg des FC Gärtringen: Christian Mijic (hinten) staubte zum 1:0 ab, Maikel Boric verwandelte einen Foulelfmeter zum 2:0-Endstand Foto: Rommel

Drittes Heimspiel, dritter Heimsieg: Auch wenn das Kräftemessen mit dem VfB Bösingen gerade einmal 100 Zuschauer sehen wollten, halten die Landesliga-Fußballer des FC Gärtringen nach dem ungefährdeten 2:0-Erfolg Kurs in Richtung eines ihrer Ziele, zu Hause wieder eine Macht zu werden.

Artikel vom 16. September 2018 - 19:30

Von Harald Rommel

GÄRTRINGEN. Ob es für die Schwarz-Weißen vielleicht sogar zu mehr reichen wird als dem aktuellen vierten Platz, wird schon der nächste Sonntag zeigen, wenn das Derby bei Klassenprimus SV Böblingen steigt. Für Trainer Hanjo Kemmler fällt die Zwischenbilanz - zehn Punkte aus fünf Spielen - mit einem Zweier-Schnitt ganz ordentlich aus. "Die ersten 35 Minuten haben mir gut gefallen, da wurde forsch und frech nach vorne gespielt", stellte er fest. Und hätte sicher nichts dagegen, wenn seine Elf dauerhaft diese Schlagzahl halten könnte. Danach ging es zwar nicht so steil bergab wie in der Vorwoche gegen Neuling Ahldorf/Mühlen, doch die vielen Fehlpässe behagten ihm gar nicht. Womit er aber leben konnte. "Denn brenzlig wurde es nie."

Dafür überschlugen sich in der ersten halben Stunde die Ereignisse in der Hälfte der Gäste, die viel zu tief standen und sich selbst immer wieder in die Bredouille brachten. Die Hausherren hielten Konzentration und Tempo hoch, mussten nur einmal kurz zittern, als sich ein Eckball von Razvan Dobricean (11.) auf die Gärtringer Torlatte verirrte. Ansonsten erinnerte bis zum Seitenwechsel nichts an das letzte Aufeinandertreffen vor rund vier Monaten, als die Schwarzwälder den Gärtringern das Fell mit 7:1 über beide Ohren zogen. "Daran erinnere ich mich auch nur mit Grausen", gefiel es Hanjo Kemmler wesentlich besser, wie viel Aufwand seine Spieler betrieben, um sich für diese denkwürdige Klatsche zu revanchieren. Nach fünf Minuten hatte Mousa El Arkoubi nach Zuspiel von Emre Önal den Führungstreffer auf dem Schlappen, doch VfB-Torhüter Sascha Vögele konnte Schlimmeres verhindern. Ein Schuss von Timo Theurer (8.) wurde im letzten Moment geblockt, auf der Torlinie musste VfB-Abwehrrecke David Kopf retten, um das Gärtringer 1:0 von Leutrim Goxhuli zu verhindern. Dann setzte Theurer (18.) einen Kopfball neben das Ziel. Zu genau Maß nahm auch El Arkoubi (19.), nach einer Ecke von Besim Ramadani traf er nur das Torgebälk.

"Das 1:0 war längst überfällig", stellte der FCG-Coach angesichts der Statistik nach 20 Minuten von 8:1 Torschüssen und 6:1 Eckbällen fest. Und war nach 27 Minuten erleichtert, als der unermüdliche Christian Mijic in aller Bierruhe zum 1:0 abstaubte, nachdem zuvor El Arkoubi an Torwart Vögele gescheitert war. Nur zwei Minuten später: "Der war berechtigt", gab es für den Gärtringer Trainer keine zwei Meinungen nach einem Foul von Marco Rapp an dem wuseligen El Arkoubi. Den Elfmeter übernahm Maikel Boric - 2:0.

Akribisch vorbereiten auf den Lokalkampf in Böblingen

"Danach war es nicht mehr ganz so, wie ich mir das vorgesellt hatte", nahm Hanjo Kemmler die Halbzeitpause zum Anlass, von seinen Schützlingen wieder mehr Gradlinigkeit zu fordern. Was in der Vorwärtsbewegung aber nur noch selten der Fall war. Dafür verfügten sie in der Defensive über die nötige Stabilität, um nicht wie schon in den ersten beiden Heimspielen Gefahr zu laufen, das 2:1 zu kassieren. Vor allem an Kapitän Timo Theurer gab es kein Vorbeikommen. "Sein Comeback war enorm wichtig", so Kemmler. Auf der Gegenseite bezeichnete er die wenigen Strafraumszenen vom eingewechselten Peter Steimle (67.) und von Boric (68.) als "eher durchwachsen".

Damit blieb's beim 2:0, womit sich die Gärtringer nun akribisch auf den anstehenden Lokalkampf vorbereiten können. Kemmlers Ansage: "In Böblingen wollen wir natürlich nicht leer ausgehen."

FC Gärtringen: Seydt, Cavcic, Saku, Theurer, Önal (72. Iliksoy), Goxhuli (62. Steimle), Tropsch, Boric, Mijic (82. Horny), Ramadani, El Arkoubi (62. Kemmler). Tore: 1:0 (27.) Mijic, 2:0 (29. Foulelfmeter) Boric. Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). Zuschauer: 100.

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