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Gewöhnungsbedürftig: Palmwein

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    Palmweingewinnung ist eine aufwendige Arbeit. Foto: Wikipedia

Artikel vom 14. Juni 2018 - 21:06

Für das Treffen mit der KRZ-Redaktion hat Afolabi Esan Palmwein mitgebracht. Es handelte sich zwar um ein Erzeugnis aus Ghana, in seiner Heimat Nigeria werde dieses Getränk (Alkoholgehalt: 4,5 Volumenprozent) aber ebenso getrunken. Das „Holy Water“ (Heiliges Wasser) genannte Gebräu wird aus gegorenem Palmensaft hergestellt, der zuvor aufwendig in Flaschen von Palmbäumen abgezapft wird (Foto: Wikipedia). Schon im Papyrus Ebers, einer 1500 Jahre alten medizinischen Aufzeichnung, wird Palmwein als gemütsveränderndes Mittel bezeichnet. Tatsächlich stellt sich – zumindest für ungeübte Nasen und Gaumen – schon beim Öffnen der Flasche eine gewisse Gemütsveränderung ein. Das Zeug riecht nämlich ziemlich streng. Der erste Schluck verstärkt diesen Eindruck: Die milchig-trübe Flüssigkeit schmeckt ein bisschen so, als wäre beim Mosten etwas in die Maische gefallen, was da garantiert nicht reingehört. „Ranzig-herb“ ist wohl die beste Beschreibung für dieses ungewöhnliche Geschmackserlebnis. Ob es an der speziellen Marke namens Nkulenu liegt, oder einfach nur daran, dass der deutsche Durchschnittsgaumen bereits hoffnungslos an Hopfen und Malz verloren ist, lässt sich nicht sagen. Jedenfalls ist das Zeugs sehr gewöhnungsbedürftig. Im Englischen sagt man: „It needs an acquired taste“ – soll heißen: Manche Sachen muss man erst ein paar Mal probieren, bis sie einem schmecken. Bei einer Palmwein-Verkostung in der Redaktion sah es allerdings nicht so aus, als ob jemand diesem Getränk eine zweite Chance geben wollte. Macht nichts. Erfahrung macht weise – und manchmal auch ein bisschen weiß im Gesicht.

► Youtube-Video: Witzige Palmwein-Verkostung (englisch)

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