Softball: Bierdusche für die Gewinner-Mannschaft

Softball: Sindelfinger Freizeit-Team schafft mit Flüchtlingen den Turniersieg in Tübingen

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    Da ist das Ding: Die Flüchtlinge aus dem Sindelfinger Freizeit-Softballteam "Shit Happens" freuen sich über den Siegerpokal beim Turnier in Tübingen Foto: edi

Artikel vom 19. Juli 2016 - 11:59

TÜBINGEN/SINDELFINGEN (edi). Vor zwei Wochen berichtete die KREISZEITUNG über die Sindelfinger Freizeitsoftball-Mannschaft Shit Happens, bei der unter anderem Flüchtlinge aus Afghanistan und Somalia regelmäßig mittrainieren.

Das wöchentliche Üben auf dem Baseballplatz der Sindelfingen Squirrels hat sich offenbar gelohnt: Das Team hat am Wochenende beim Freizeitsoftballturnier der Tübingen Hawks in einem spektakulären Endspiel gewonnen im Wettbewerb mit elf weiteren Mannschaften den ersten Platz geholt. Finalgegner waren die "Buhmänner". Diese erfahrene Mannschaft ist schon seit Jahren beim Turnier dabei. In ihren Reihen befinden sich ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler sowie ein äußerst schlagstarker Amerikaner. Für ein Freizeitturnier hatte das Spiel ein erstaunlich hohes Niveau: Unter anderem sahen die Zuschauer einen Grand Slam Homerun der Buhmänner. Ein Grand Slam bezeichnet einen für die Verteidigung unerreichbar geschlagenen Ball bei "geladenen Bases" - also mit Läufern auf dem ersten, zweiten und dritten Mal. Dadurch erzielt ein Team mit einem Schlag die maximale Punktezahl von vier "Runs".

Nach sieben spannenden Innings steht es 10:9

Das Sindelfinger Team ließ sich von dieser Machtdemonstration aber nicht beeindrucken, sondern erzielte seinerseits einen Run nach dem anderen. Am Ende von sieben spannenden Innings stand es 10:9 für Shit Happens. Über ihren Sieg waren die Ergänzungsspieler aus der Sindelfinger Nüssstraße hinterher stolz wie Harry - oder etwas treffender gesagt: Stolz wie Hameed - der junge Afghane präsentierte am Abend freudig strahlend den Pokal seiner Frau und seinen Kindern.

Die dürften übrigens etwas verwundert über Hameeds Ausdünstungen gewesen sein: In die herbe Schweißnote des heißen Turniertags mischte sich nämlich noch ein ziemlich starker Biergeruch. Schuld war die traditionelle Siegerehrung bei dem Tübinger Turnier. Dabei verpassen die übrigen Mannschaften dem Gewinner-Team nach einer kurzen Huldigung eine unfreiwillige Bierdusche. So kamen die allesamt muslimisch geprägten Flüchtlinge ausnahmsweise mit Alkohol in Berührung - auch wenn es nur bei einer äußeren Anwendung für Haut und Haare blieb.

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