Ehrenpunkt gegen Berlin durch Qianhong Gotsch

Tischtennis: SV Böblingen verliert 1:3 im deutschen Pokal-Halbfinale

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    Qianhong Gotsch: Klasse-Leistung im Pokal-Halbfinale gegen Georgina Pota Foto: Eibner/Archiv

Von Manfred Schneider

Artikel vom 06. Januar 2014 - 14:30

BÖBLINGEN. Halbfinal-Aus für die Tischtennis-Frauen der SV Böblingen im deutschen Pokal: Mit 1:3 unterlagen sie dem hohen Favoriten TTC Berlin Eastside.

Baiersbronn ist nicht nur die Gourmet-Hochburg Deutschlands mit Spitzenköchen mit zusammen acht Sternen. Baiersbronn bot am Sonntag auch Tischtennis der Extra-Klasse. Böblingen gegen Berlin sowie Bingen gegen Busenbach hießen die Final-Four-Paarungen. Bei der SV Böblingen fehlte ausgerechnet an ihrem Geburtstag Xu Yanhua. Noch im alten Jahr verdrehte sie sich das Knie, der Arzt diagnostizierte eine Meniskusverletzung. Wie lang Xu Yanhua der SVB fehlen wird, ist ungewiss.

Ohne ihre Nummer zwei standen die Böblingerinnen gegen den Bundesliga-Tabellenführer auf verlorenem Posten. Anja Schuh, Weltranglisten-Position 325, gegen Shan Xiaona, Weltrangliste 38, hieß die erste Partie. Die Team-Europameisterin begann extrem druckvoll, Anja Schuh kam kaum zum Luftholen. Im dritten Satz plötzlich eine 6:4-Führung Schuhs. Doch dann warf die Berlinerin wieder den Ball vor dem Aufschlag drei Meter in die Höhe und stellte Anja Schuh vor Probleme. 11:6 für Shan. Qianhong Gotsch gegen Georgina Pota hieß die nächste Partie. Vergangene Saison triumphierte die Ungarin einmal gegen Böblingens "Hongi". Doch diesmal gab es ein schnelles 5:0 für die SVB-Nummer-Eins. Qianhong Gotsch war ganz stark im Vorhand-Angriff. Auch den zweiten Satz schloss sie mit einem Vorhand-Hammer ab. Der dritte Satz war enger, doch die Böblingerin setzte sich verdient durch. 1:1 durch diese Klasseleistung, die SV Böblingen lebte noch. Eigentlich erstaunlich, dass sie mit mittlerweile 45 Jahren immer noch zu großen Leistungen fähig ist. "Es wird aber immer schwieriger für mich, das Niveau zu halten. Manchmal möchte der Kopf, aber der Körper macht nicht mehr mit. Solange es mir aber noch so viel Spaß macht, werde ich spielen", sagte die frühere deutsche Meisterin und Europe-Top-12-Siegerin.

Netzroller von Shan beendet Spiel gegen Gotsch und das Halbfinale

SVB-Coach Ingo Gotsch setzte Alexandra Urban an Position drei, in der Hoffnung, sie würde auf Irene Ivancan treffen. Urban hatte die Vize-Europameisterin 2011 zuletzt besiegt. Doch Berlin tat der SVB den Gefallen nicht. Schier unerschöpflich ist dort der Vorrat an Klasse-Spielerinnen, Kristin Silbereisen kam an Position drei. Alexandra Urban spielte einen beherzten ersten Satz, bis zum 9:9 war noch alles gut. Im zweiten Satz sogar eine 4:1-Führung für die Böblingerin, doch im kurzen Spiel war Silbereisen einfach besser, erst recht im dritten Satz.

Qianhong Gotsch traf anschließend auf Shan, gegen die sie vor fünf Wochen in einem begeisternden Fünf-Satz-Duell gewonnen hatte. Diesmal ging der erste Satz an Shan. "Auf Hongi, beweg dich!", feuerte sich die Böblingerin im zweiten Satz selbst an. Es half nichts. Gotsch kam einfach nicht in den Angriff, weil Shan bevorzugt auf die Rückhand der SVB-Spielerin platzierte und im Angriff selbst fehlerlos war. Ein Netzroller der Berlinerin brachte das finale 11:8.

"Die Berlinerinnen stellten wie erwartet auf und haben verdient gewonnen. Shan war sehr stabil, Hongi hat in entscheidenden Phasen Pech gehabt", nahm Betreuer Ingo Gotsch die Niederlage gelassen. Shan sorgte auch im Finale am Nachmittag mit zwei weiteren Siegen für den Berliner 3:1-Pokalerfolg gegen Bingen.

Die Ergebnisse (Berlin zuerst genannt): Shan - Schuh 3:0 (11:4, 11:6, 11:6), Pota - Gotsch 0:3 (6:11, 6:11, 9:11), Silbereisen - Urban 3:0 (11:9, 11:6, 11:1), Shan - Gotsch 3:0 (12:10, 11:6, 11:8).

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