Kunst schärft den Blick auf die Welt

Digitale Ausstellungsformate.

Artikel vom 19. Januar 2021 - 18:36

HERRENBERG (red). Inmitten der Corona-Pandemie soll das diesjährige Ausstellungsprogramm der Galerie der Stadt Herrenberg helfen, die veränderte Welt künstlerisch zu erschließen. Denn: "Kunst kann dazu beitragen, das aufzuzeigen, was gedanklich oder sprachlich nicht gefasst werden kann", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

In diesem Sinne soll das Ausstellungsjahr 2021 neue Ein-, Aus- und Überblicke zur Rolle der Dinge in der Welt geben. Insgesamt vier Ausstellungen sowie die Jahresausstellung des Kunstvereins wollen das vielfältige Spektrum zeitgenössischen Kunstschaffens zeigen. "Dabei fungiert jede Ausstellung für sich als kleines, eigenständiges Epizentrum gegenwärtiger Weltbetrachtung und als Seismograph der Zukunft", heißt es weiter in der städtischen Pressemitteilung.

Bilderdialog: Den Auftakt des neuen Kunstjahres macht die Ausstellung mit Werken von Karin Allmendinger unter dem Titel "Bilderdialog". In ihren Schattenbildern, Blumenstücken oder in ihren Stadtansichten und Straßenszenerien bearbeitet die Künstlerin mit Öl- oder Acrylfarben Alltägliches als Aspekte des Wirklichen. Sie entlarvt die naturgetreue Darstellung als subjektive Beobachtung der Wirklichkeit und nimmt dabei virtuos eine eigentümliche Perspektive ein.

Virtuelle Galerie-Führung

Aufgrund des Lockdowns ist die Galerie der Stadt am Marktplatz 1 bis auf Weiteres geschlossen. In einem Video gibt die Leiterin der Galerie, Elena Hocke, spannende Einblicke in die Ausstellung von Karin Allmendinger und erläutert Hintergründe zu einzelnen Werken. Das fünfminütige Video zur digitalen Führung durch die Ausstellung ist ab Donnerstag, 21. Januar, abrufbar unter http://www.herrenberg.de/galerie sowie in den Social-Media-Kanälen der Stadt. Die Ausstellung dauert bis zum 26. März.

"Bild-Räume und Raum-Blicke": In der Auseinandersetzung mit Räumen als Lebensbereiche lenken vom 1. April bis zum 18. Juni Andrea Eitel und Vera Reschke in ihrer Gemeinschaftsausstellung "Bild-Räume und Raum-Blicke" den Blick auf architektonische Strukturen und Momente. In Andrea Eitels surreal verfremdeten Gemälden behaupten sich Stadtansichten und Architekturräume. Vera Reschke erzeugt Raumlandschaften und Stimmungsmomente, indem sie mittels ihrer eigenen Technik der abstrakten Fotografie Raumelemente aus ihrem Kontext löst.

"Ich hab's gesagt?!": Mit einer Retrospektive zum 75. Geburtstag mit dem Titel "Ich hab's gesagt?!" feiert die Galerie der Stadt von 23. Juni bis 27. August die vor schöpferischer Kraft strotzende Künstlerin Irene Ziegler-Selle. Die farbgewaltigen Werke zeigen dabei ihre ungezügelte Lust am dynamischen, expressiven, geradezu explosiven künstlerischen Schaffensprozess. Ihre bevorzugten Sujets sind Blumen und Landschaften, zum Repertoire gehören aber auch Stadtansichten.

Zeit des matten Lichts: In der sich anschließenden Foto-Ausstellung "Zeit des matten Lichts" Monika Müller-Schauenburgs zum Thema Inseln findet ein künstlerischer Dialog zwischen kritischer Wahrnehmung und Sehnsucht nach poetischer Schönheit statt. Während Besucher Inseln als vom alltäglichen Kreislauf losgelöste Orte betrachten, bangen die Inselbewohner um ihren bedrohten Lebensraum. Ausstellungsdauer: 2. September bis 29. Oktober.

Jahresausstellung des Kunstvereins: Vom 4. November bis einschließlich zum 14. Januar 2022 präsentieren rund 40 Künstlerinnen und Künstlern aktuelle Arbeiten von Malerei über Grafik bis hin zu Fotografie und Skulptur.

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