Mehr Dialogbereitschaft von Politik notwendig

Artikel vom 03. Mai 2020 - 17:36

Zum Thema Corona

Die täglichen Meldungen überschlagen sich. Man hat kaum eine Chance, selbst Informationen einzuholen. Unsere Landesregierung verkündete am 18. April das Maskengebot. Bereits am 22. April wurde die Maskenpflicht angekündigt, da wir Bürger uns nicht ausreichend an das Gebot gehalten hätten. Auch wurde uns erläutert, wenn die Verdopplung der Infektionen auf einen Zeitraum von zehn Tagen sinkt, dann könnten Lockerungen folgen. Das Zeitfenster der Verdopplung wurde mehrmals ausgeweitet, dann wurde plötzlich die Reproduktionskurve in den Fokus gerückt. Lockerungen der Verhaltensmaßnahmen könnten besprochen werden, wenn diese unter eins liegt. Interessanterweise lag diese Kurve bereits vor Einführung der Maßnahmen unter eins! Die offiziell verkündeten Argumente sind alles andere als wissenschaftlich. Da komme ich ins Grübeln, und das Vertrauen sinkt.

Sicher, in einer Krise durch eine unbekannte Krankheit gibt es keine Lösung, die man aus der Schublade ziehen kann. Dennoch macht mich die Vorgehensweise stutzig. Der Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012 der damaligen Bundesregierung (Bundesdrucksache 17/12051) beschreibt beinahe exakt die derzeitige Lage, und gleicht damit einer selbsterfüllenden Vorhersage. So wird als einziger Lösungsweg nur die Entdeckung eines Medikaments und einer Impfung inklusive Impfpflicht für alle prognostiziert. Politiker gleich welcher parteilichen Couleur vertreten nur diesen einen Weg! Impfstoffe mögen gut sein, wissenschaftlich geprüfte Medikamente sind sie leider nicht. Der derzeitige Impfstoff wird bereits ohne die sonst üblichen Vorstufen am Mensch getestet. Das ist meiner Meinung nach brandgefährlich. Die Freiheitsrechte wurden in vielen Generationen hart erkämpft. Unser Grundgesetz ist ein brüchiges Konstrukt. Die Artikel des Grundgesetzes können aufgrund von Beschlüssen anderer Gesetzte außer Kraft gesetzt werden. Das ist bereits Fakt: Versammlungsfreiheit, Unverletzbarkeit der Wohnung, körperliche Unversehrtheit, Datenschutz und Artikel 1: die Würde des Menschen.

Ja, wir haben eine Krise. Aber: Haben wir eine Seuche wie Typhus oder Ebola? Unser gesellschaftliches Leben wurde zum Stillstand gebracht. Diese Ruhephase gilt es zu nutzen, um in aller Offenheit einen Weg aus der Krise zu finden, der unsere Grundrechte berücksichtigt. Auch ein an Krebs Erkrankter unterliegt dem Zeitdruck, eine passende Strategie zur Heilung zu finden. Doch er hat die Wahl. Allein die Schulmedizin bietet verschiedene - einzeln oder in Kombination - Wege an: Chemo-, Strahlentherapie, Erhöhung der Körpertemperatur et cetera. Mag für viele die Impfung das Richtige sein, wo bleiben die Kenntnisse der physikalischen oder Weltraummedizin? Hier gibt es völlig neue Konzepte der Diagnosestellung und Heilung! Warum werden Corona-Tote sofort in Plastiksäcke gesteckt? Ein Toter atmet und spuckt nicht mehr! Ein würdevoller Abschied ist für Verstorbene, Pflegepersonal und Angehörige wichtig.

Wo bleibt die Maßhaltigkeit der Verhaltensregeln? Wie viele Existenzen (Gaststätten, Hotels, Friseure, Zulieferer, et cetera) sind bereits vernichtet? In immer mehr Familien liegen die Nerven blank, die Beratungsstellen verzeichnen einen Anstieg der Meldungen. Wie lange noch sollen Kinder psychisches Leid und Gewalt ertragen? Wie viele Heimbewohner und Senioren sind von den längst als notwendig erwiesenen sozialen Kontakten abgeschnitten? Nein, nicht der Staat bezahlt all die Schäden, das sind wir, die Bürger! Daher fordere ich einen offenen Dialog und einen Weg, der die Grundrechte garantiert!

 

Jocke Krauß, Böblingen

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