Aus Christi Leiden entsteht ein Zeichen der Hoffnung

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Artikel vom 09. April 2020 - 19:06

BÖBLINGEN (red). Im Rahmen von "KUNST@home", der gemeinsamen Reihe von Kreiszeitung und Böblinger Galerieverein, rückt das heutige Werk aus der Städtischen Galerie Böblingen das Osterfest in den Blickpunkt.

Die hohen Feiertage rund um Christi Auferstehung werden dieses Jahr anders sein als gewohnt. Am Karfreitag wurde Jesus Christus verurteilt und gekreuzigt. Die Auferstehung und der Sieg über den Tod machen Ostern zu einem Fest der Hoffnung.

Passend zu dieser Thematik hat der Galerieverein das Werk "Kreuztragung" von Fritz Steisslinger ausgewählt. "Vielleicht wird es für manchen Betrachter mit Blick auf Ostern ebenfalls ein Zeichen der Hoffnung in den heutigen schwierigen Zeiten sein", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

In den frühen Böblinger Jahren (um 1922) beschäftigt sich der Maler neben Landschaften und Porträts häufig mit religiösen Motiven - auch das ein Zeichen der damaligen schwierigen Zeiten. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für seine expressive Malweise in dieser Zeit ist das gezeigte Bild.

Christus erscheint hier als der Inbegriff eines gebrochenen Menschen, der - bedrängt von seinen Peinigern - unter der Last des Kreuzes in die Knie geht. "Durch die starke Nahsicht und die angeschnittene Enge des Bildausschnitts rückt uns seine winklig gebrochene Gestalt, sein Leiden buchstäblich auf den Leib", beschreibt der Galerieverein diese Arbeit. Marterinstrumente wie Lanzen, Spieße, Knüppel und die vorherrschenden spitzen Winkel der Komposition tragen zur Bedrohung bei.

Hervorragendes Beispiel für expressiven Realismus

Die in kurzen Pinselzügen über die gesamte Bildfläche dynamisch aufgetragene Farbigkeit - vordringlich in Rot- und Brauntönen, im Leib Christi grell aufleuchtend - verstärkt die Dramatik des Geschehens. Aus diesem Leiden entsteht ein Zeichen der Hoffnung.

Fritz Steisslingers Arbeit sei, so formuliert es der Böblinger Galerieverein in seinem Begleittext zu dem Bild, "ein großartiges Beispiel für den expressiven Realismus", einer Kunstrichtung, die in der Städtischen Galerie herausragend vertreten sei.

Info: Der Ausstellungsbetrieb in den Museen ist eingestellt. Damit die Kunst in dieser Zeit nicht ganz ausfallen muss, hat der Böblinger Galerieverein zusammen mit der Kreiszeitung das Projekt "KUNST@home" gestartet, bei dem regelmäßig ein Bild aus dem Bestand der Städtischen Galerie und der Steisslinger-Sammlung in der KRZ vorgestellt wird.

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