Corona-Krise als Katalysator

Artikel vom 07. April 2020 - 17:36

Ich persönlich sehe die Corona-Krise, ohne ihre eine enorme Tragweite in irgendeiner jeglicher Form abzusprechen, als Katalysator, einige Missstände unseres globalen Lebens abzuschaffen. Sicherlich etwas überspitzt, hatte man den Eindruck, dass mit dem ersten Husten schon die meisten nach dem staatlichen Ausgleich ihres Dispos gerufen haben, während man sich auf die rudimentären Bedürfnisse wie Teigwaren und Toilettenartikel besann. Hamstern war angesagt. Teilweise sicherlich darunter Produkte, deren Zubereitung und Verwendung man in der wirklichen Krisenzeit erst einmal googeln müsste.

Hatte man sich mit diversen Artikeln eingedeckt, begannen direkt die finanziellen Ängste der Unternehmen, begleitet von den Ängsten der Arbeitnehmer (m/w/d). Der Verlust einer bislang ungeschätzten Komfortzone droht. Die Fragen waren zum Beispiel: Darf mein Chef mir Urlaub anordnen? Wer zahlt mein Handy, wenn ich daheim bleibe? Wer bezahlt meinen gebuchten Urlaub? Alles Fragen, die zeigen, wie kleingeistig die Situation unterschätzt wurde. Es möge bitte jeder auf seinen planbaren Urlaub bestehen. Sich weigern, am selben Strang mit dem Chef zu ziehen, um dann bei Öffnung des Geschäftes seine Erholung einzufordern. Wie lange wird das gut gehen?

Staatliche Hilfe, wurden nach unendlich wirkenden zwei Wochen final beschlossen. Mal ehrlich, wie lange ging die Personaldebatte bei der SPD? Brexit, AfD in Thüringen, Dieselfahrverbot, Kohlenstoffdioxid-Ausstoß, Plastiktüten, Windkraft, Hambacher Forst: Alles Dinge, die als Messlatte der deutschen oder europäischen Entscheidungsfreudigkeit genutzt, unsere Enkel einmal auf finanzielle Hilfe eines Corona-Fonds hoffen dürften. Aber es wurden Entscheidungen, die die Mehrheit abdecken und befriedigen soll. Einzelfälle und Ausnahmen gibt es immer.

Aber Corona-Soforthilfe, keine Prüfung bei Hartz IV, Streichung der KiTa-Beiträge, Mieterschutz, Stundung der aktuellen Steuern (die für Gewinne bis zum 11. März anfallen) und so weiter. Das kann man doch nicht als nichts bezeichnen, oder?

Sascha Rösner, Nufringen

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