Die Kunst kommt nach Hause

Kreiszeitung präsentiert regelmäßig Werke aus Städtischer Galerie Böblingen und Steisslinger-Sammlung

  • img
    "Landschaft von Ischia" nannte Ida Kerkovius dieses Aquarell Foto: Galerieverein

Artikel vom 03. April 2020 - 16:42

BÖBLINGEN (red). "Der Ausstellungsbetrieb in den Böblinger Museen ist eingestellt. Wann kunstinteressierte Menschen im Kreis ihr gewohntes Leben mit all seinen vielfältigen Angeboten wieder aufnehmen können, ist derzeit noch ungewiss. Damit die Kunst in dieser Zeit aber nicht ganz ausfallen muss, startet jetzt der Böblinger Galerieverein zusammen mit der Kreiszeitung das Projekt "KUNST@home".

"Mit dieser Idee sollen Ihnen in einem Streifzug durch die Sammlung der Städtischen Galerie und der Steisslinger-Sammlung ausgewählte Bilder mit Erläuterungen über die Kreiszeitung in regelmäßiger Folge nach Hause gebracht werden", schreibt Ernst Krohmer, der Vorsitzende Galerievereins in seiner Beschreibung des Projekts. Wenn die aktuelle Ausnahmesituation einmal vorbei ist, soll die Aktion zudem Lust darauf machen, Kunst wieder "live" in der Städtischen Galerie in der Zehntscheuer zu erleben.

Zum Auftakt der neuen Reihe präsentiert der Galerieverein das Bild "Landschaft von Ischia" von Ida Kerkovius (1879 - 1970): "In der Staatsgalerie Stuttgart könnten wir jetzt eine farbenfrohe Kerkovius-Ausstellung sehen", schreibt Krohmer, aber dies sei nun ja leider nicht möglich. Als kleinen Trost stellt der Galerieverein deshalb hier ein Bild von Kerkovius aus der Sammlung der Städtischen Galerie vor.

"Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten" - Für dieses Leitmotiv von Kerkovius liefere das Aquarell "Landschaft von Ischia" ein beeindruckendes Beispiel. In ihren Arbeiten entwickelt sie eine eigenständige emotionale, farbenprächtige Bildsprache. Und sie will in ihrem Schaffen Ausdrucksmittel finden für ihr inneres Erleben. "Die zarten schimmernden Farbabstufungen von Grün- und Brauntönen lassen uns das Durchsichtige, das Schwebende der Atmosphäre am Mittelmeer erahnen", so der Galerievereins-Chef.

Geometrische Wiesen und Häuser, Kleinformen von Verkehrsschildern und Bäumen, schräge und horizontale Linien komponieren die Bildfläche. "Statt Realität abzubilden, hat die Künstlerin eine lyrische Abstraktion, eine sinnliche Wahrnehmungsebene erschaffen", lautet Ernst Krohmers Fazit.

Verwandte Artikel