Club Esperanto präsentiert Impro-Theater im Pavillon

Die Multikulti-Truppe Club Esperanto zu Gast bei der IG Kultur Sindelfingen

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    Auf in den Kampf: Die Darsteller bereiten sich auf den Impro-Wettstreit vor Foto: Eibner/Memmler

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Club Esperanto im Pavillon
Das Theaterensemble Club Esperanto präsentiert Impro-Theater im Sindelfinger Pavillon. Veranstalter: IG Kultur Sindelfingen.
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Artikel vom 02. März 2020 - 21:48

Von Benita Koch

SINDELFINGEN. Die Mitglieder des Club Esperanto bezeichnen sich selbst als "Multi-Sozial-Gruppe". Am Samstagabend war das Ensemble bei der IG Kultur im Sindelfinger Pavillon zu Gast. Statt eines fest eingeübten Stücks zauberten die Schauspieler Impro-Theater auf die Bühne.

Die vor etwa zehn Jahren entstandene Gruppe hat sich bisher vor allem mit eher biografisch geprägten Werken einen Namen gemacht - darunter die preisgekrönte deutsch-türkische Inszenierung "Alte Koffer, neue Träume". "Nicht schon wieder unsere Geschichten", hätten laut Regisseurin Anke Marx einige der Mitglieder gesagt, als die Frage nach einem neuen Projekt im Raum stand. "Gut, dann machen wir halt mal was anderes", habe Marx gesagt. Improvisieren würde man beim Proben schließlich ohnehin immer wieder. "Und dann dachten wir, wir machen mal einen Impro-Auftritt, gerade weil das für die Besetzung eine große Herausforderung ist.

Kurz nach 19 Uhr startete das Programm mit einer kurzen Einführung von Anke Marx und Annette von der Mülbe, den beiden Leiterinnen der Gruppe, dann ging es auch gleich los. Ulrich Lücke, der den ganzen Abend mit Livemusik begleitete, stimmte auf dem Klavier den "Final Countdown" an. In schwarze Hoodies gekleidet, betraten die Schauspieler die Bühne, als würden sie in den Boxring steigen, und wurden dort auch als Kämpfer vorgestellt.

Nach einer kurzen Aufwärmphase für das Publikum wurde die erste von insgesamt acht Impro-Aufgaben erklärt. Es sollte eine Maschine gebaut werden, wie man sie sich schon immer gewünscht hatte. Input dazu kam aus dem Publikum. Vorschläge wie eine "Steuererklärungs-Maschine", eine "Aufräum-Maschine" und noch einige andere wurden eifrig in den Raum geworfen. Die Entscheidung fiel letztendlich aber auf eine "Hausaufgaben-mach-Maschine".

Wie bereits in der Aufwärmphase eingeübt, zählte das Publikum gemeinsam mit den beiden Leitern den Countdown bis zum Start der Übung herunter: "5, 4, 3, 2, 1, Los!" Auf der Bühne begann es zu rattern, es wurden Knöpfe gedrückt und pantomimisch Papier über den Boden geschoben. Die Spieler setzten sich wie Einzelteile zu einem Ganzen zusammen, und die Maschine erwachte zum Leben. Eine weitere Aufgabe forderte unterschiedliche Emotionen an frei wählbaren Orten. So kam es, dass das Liebespaar aus "Die Schöne und das Biest" sich auf einer öffentlichen Toilette begegneten. Lohn für Spielfreude und Spontanität waren jede Menge Applaus und Gelächter.

Hatten die Spieler mal einen "Hänger", kam ein Zwischenruf von Marx oder ihrer Regie-Kollegin Annette von der Mülbe: "Und jetzt weiter in der Muttersprache", riefen sie zum Beispiel. Gesagt, getan. Da Muttersprachler aus den verschiedensten Ländern unter den Darstellern waren, mischten sich die Sprachen von einem Moment auf den anderen. Natürlich sorgte dies bei den Spielern für kurze Verwirrung, da nun keiner mehr verstand, was der andere sagte. Dies hinderte aber niemanden daran, trotzdem eine gute Show zu liefern.

"Dafür, dass sie das Impro-Theater zum ersten Mal gemacht haben, fand ich es echt gut", sah Zuschauerin Elena Roller (19) gerne über kleinere Schwächen hinweg.

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