Die große Vielfalt gibt es nur in Ausschnitten

Der Aidlinger Rudi Weiss präsentiert einige seiner Arbeiten derzeit in Eislingen an der Fils in der Galerie des dortigen Kunstvereins

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    Malerische Zeit-Raum-Verdichtungen: Der Kunstverein Eislingen würdigt den Aidlinger Künstler Rudi Weiss mit einer Einzelausstellung Foto: red

Artikel vom 20. Februar 2020 - 18:12

AIDLINGEN/EISLINGEN (red). "Malen ist für mich Reflexion von Gesehenem", sagt der Aidlinger Künstler Rudi Weiss über seine Arbeit. Die Vielfalt der Eindrücke könne er dabei nur in Ausschnitten wiedergeben. Genau so ist deshalb auch seine aktuelle Ausstellung in Eislingen an der Fils betitelt. Der örtliche Kunstverein hatte den mit mehreren Stipendien des Landes Baden-Württemberg bedachten und mit diversen Preisen ausgezeichneten Maler zu einer Einzelausstellung eingeladen.

Im Spektrum der Werke von Rudi Weiss finden sich relativ gegenständliche Bilder, die erkennbar Städte, Landschaften oder Gegenstände zeigen. Und es gibt ganz abstrakte Bilder, die Eindrücke, hauptsächlich von Landschaft, in malerische Freiräume übersetzen. "Man spürt geographische, biologische und atmosphärische Aspekte, selten sind sie konkret zu benennen", sagt Rudi Weiss selbst über seine Malerei. "Abstraktion und Gegenständlichkeit beflügeln sich gegenseitig und sind ständiger Antrieb zu neuen Arbeiten", so der Künstler weiter.

Das "Ausschnitte"-Motto griff auch Heiderose Langer bei der Vernissage am vergangenen Wochenende auf. "Nie kann man das Ganze erfassen, wie es in klar umrissenen Territorien möglich wäre", stellte die Geschäftsführerin der Hauser-Stiftung Rottweil in ihrer Eröffnungsrede fest. Es gebe in den malerischen Zeit-Raum-Verdichtungen von Rudi Weiss keine eindeutigen Zentren, die Orientierung ermöglichen würden. "Und trotzdem kommen keine Gefühle von Unsicherheit, Fremdheit und Anonymität auf", so Langer.

Rudi Weiss ist ein Farbmaler. Aus dem Machen heraus entstehen seine pastosen Bilder. Sie sind in ihrem Entstehungsprozess sehr langwierig, werden ständig mit den Mitteln des Malers umgebaut, bis sie, wie der Aidlinger es selbst formuliert, "bezüglich formaler und inhaltlicher Aspekte stimmig erscheinen".

"Fesselnde Details im Farbenmeer ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters immer wieder an. Vermitteln ihm eine intensive Begegnung, blieben im Gedächtnis haften", schrieb KRZ-Autorin Jutta Rebmann vor einigen Jahren in ihrer Besprechung einer Ausstellung des Malers in Böblingen. "Erst aus der Nähe und bei der intensiveren Betrachtung erschließt sich das Bild", so die Rezensentin weiter.

Die Präsentation in Eislingen kam zustande, weil Weiss 2018 an der dortigen Biennale der Zeichnung teilgenommen hat. Diese ist deutschlandweit unter Künstlern bekannt. Begleitend zu der Ausstellung ist ein 90-seitiger Katalog zum Werk des 1952 in Ingolstadt geborenen Malers erschienen.

Die Ausstellung "Ausschnitte" kann noch bis zum 15. März beim Kunstverein Eislingen in der Galerie in der Alten Post besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags von 16 bis 18 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr. Mehr Infos unter http://www.kunstverein-eislingen.de im Internet.
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