Die Kriminalpolizistin Jana Lukaschek liest im Café Ut' in Böblingen aus ihrem neuen Roman

Zwei auf einen Streich: Polizistin und Autorin

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Artikel vom 12. Dezember 2019 - 10:00

BÖBLINGEN. Jana Lukaschek beweist, dass man nicht nur einen Traumberuf haben kann. Sie ist Autorin und gleichzeitig Kriminalpolizistin. Im "Ut...das ist es!" Café in Böblingen, hielt sie eine Lesung mit ihrem neusten Werk "Windstärke Liebe" und gab interessante Einblicke über ihr Leben als Autorin und wie sie es schafft, die Balance zwischen zwei Berufen zu halten.

Kuschelige Atmosphäre, leckere Getränke und allerlei weihnachtliche Dekoartikel: das "Ut...das ist es!" verbindet Café mit nettem Krimskrams-Shopping. Passend zur Weihnachtszeit ist der Laden nicht nur mit Weihnachtsbaum über der Kuchentheke und Lichterketten am Fenster festlich geschmückt. In den Regalen im hinteren Teil des Cafés ist alles zu finden, was das Herz begehrt: eine Auswahl an duftenden Kerzen, Kleidung, Postkarten, Geldbeutel, verschiedene Weihnachtsmänner, Engelchen, und Tierchen in allen Formen. Schnick Schnack, der vielleicht nicht unbedingt nötig ist - aber dann vielleicht irgendwie doch, weil sich daheim auf magische Weise noch ein schönes Plätzchen aufgetan hat oder Weihnachten mal wieder viel zu schnell vor der Türe steht und Weihnachtsgeschenke dringend gesucht sind.

Auch Schriftstellerin und Kriminalpolizistin Jana Lukaschek war nach ihrem ersten Besuch im Café begeistert: "Meine Freundin Lucinde Hutzenlaub hat mich vor ein paar Jahren um die Weihnachtszeit hierhergeschleppt. Ich habe mich direkt verliebt."

Das Café Ut ist Vorbild für das Café Treibgut im Roman

Das Café hat bleibenden Eindruck hinterlassen, denn in ihrem neusten Roman "Windstärke Liebe" war das Café Ut Vorbild für das "Treibgut" - einem kleinen Café am Bodensee, in dem die Protagonistin Clara arbeitet. Unter ihrem Autorennamen Jana Lukas geht Lukaschek ihrer jahrelangen Leidenschaft nach und hat mit dem Liebesroman "Windstärke Liebe" bereits ihr 13. Werk veröffentlicht, das im Juni diesen Jahres im Heyne-Verlag erschienen ist.

Sehnsuchtsort der Geschichte ist das schwäbische Meer. Lukaschek selbst ist der Meinung, dass man gar nicht immer in ferne Länder reisen muss: "Im Schwabenländle isses auch schön," sagt sie und hat so für sich "die perfekte Location für den Roman gefunden."

In der ersten Leseprobe kommt die Protagonistin Clara gerade dort an und genießt die traumhafte Landschaft. "Hier am Bodensee würde sie zu sich selbst zurückfinden," heißt es im Buch, denn Clara hat einiges hinter sich: Zuerst verliert sie ihren Job als Goldschmiedin, dann wird sie von ihrem Freund verlassen. Als sie auch noch erfährt, dass ihre Großmutter Charlotte im Krankenhaus liegt, packt sie ihren Koffer und entflieht der schrecklichen WG, in der sie wohnt. Claras 14-jährige Schwester Sophie kommt ebenfalls mit, um die Sommerferien am Bodensee zu verbringen. Sophie ist Teenager durch und durch: launisch, von allem aber genervt, rebellisch. Eine echte Herausforderung für Clara. Doch als Clara dann den Bootsbauer Justus kennenlernt, scheint sich der Wind zu ihren Gunsten zu drehen.

Die Lese-Kostproben finden Anklang

Die Kostproben an dem Abend finden beim Publikum Anklang. Hier und da können sich die Zuhörer einen Lacher nicht verkneifen. Lukas' Geschichte erzählt von großen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren und ein gutes Stück Humor an vielen Ecken macht Lust auf mehr. Die Liebe fürs Detail kommt im Buch gut zum Ausdruck. "Da kommt dann doch die Polizistin in mir durch," erklärt Jana Lukaschek. Ihren Beruf kann sich die 43-Jährige also durchaus fürs Schreiben zu Nutze machen.

Wie aber kam es dazu, dass sie schließlich auch Buchautorin wurde?

"Am Anfang war es wirklich nur ein Hobby," sagt sie "einen freien Tag in der Woche und das Wochenende nutzte ich zum Schreiben. Wenn ich mal nur eine Stunde dafür Zeit hatte, dann habe ich eben nur eine Stunde geschrieben." Nach fünfzehn Jahren Polizeidienst wollte sie an ihrem zweiten Traum arbeiten: Buchautorin werden. 2013 machte sie ihr Debüt mit einem Thriller. Als Polizistin arbeitet sie weiterhin. "Ich bin da sehr diszipliniert," erzählt die erfahrene Buchautorin über ihre Arbeit, denn nur so meistert sie den Spagat zwischen Polizistin und Schriftstellerin. Als Autorin liebt sie es für die Recherchen auf Reisen zu gehen, neue Dinge auszuprobieren, und Personen zu treffen, die sie inspirieren oder ihr weiterhelfen können, ein neues Projekt zu entwickeln. Für "Windstärke Liebe" hat sie einen Goldschmiedekurs gemacht, um sich besser in die Protagonistin Clara hineinversetzen zu können. Jana Lukaschek verrät, dass sie eines Tages auch unbedingt einen Weihnachtsroman schreiben möchte. In Weihnachtsstimmung ist sie nämlich schon: "Diese Zeit ist einfach schön. Ich zelebriere das richtig," sagt sie nach der Lesung und nimmt sich auch etwas Zeit, einen Blick auf die vielen Dekorationssachen im Café Ut zu werfen.

 

  Der Roman "Windstärke Liebe" erschien unter dem Jana Lukascheks Autorinnen-Namen Jana Lukas im Heyne-Verlag. Taschenbuch, Klappenbroschur, 400 Seiten für 9,99 Euro. ISBN: 978-3-453-42231-5, erschienen am 10. Juni 2019.

 

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