Perfekt für den Nikolausstiefel

Überraschungen für den 6. Dezember müssen nicht immer aus Schokolade sein. KRZ-Spiele-Expertin Tanja Liebmann präsentiert empfehlenswerte Neuheiten

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Artikel vom 27. November 2019 - 20:00

Für Reaktionsschnelle

"Schere Stein Papier" ist einfach, kurzweilig und steckt in einer kleinen, runden Dose. Darin enthalten sind 56 Karten, die so gestapelt werden, dass zuoberst immer nur ein Symbol zu sehen ist. Reihum drehen die Spieler nun die oberste Karte um. Sichtbar werden dann die drei Gegenstände auf der Rückseite, nämlich Schere, Stein und Papier, und zwar in unterschiedlichen Farben. Ruckzuck gilt es nun das oberste Symbol auf dem Stapel - etwa eine blaue Schere - mit dem Gegenstand zu vergleichen, der in der Dreier-Kombi blau ist - etwa den Stein. Wer jetzt zuerst eine Faust nach vorn streckt, darf sich die Dreier-Karte nehmen, denn wer den Spieleklassiker kennt, weiß: Stein schlägt die Schere.

Fazit: rasant, actiongeladen und super für kurz mal zwischendurch.

Schere Stein Papier, erschienen bei HCM Kinzel. 2 bis 6 Spieler ab 6 Jahren, zirka 10 Minuten, zirka 11 Euro.

Für Paare

Erklärvideos sind eine tolle Sache. Vor allem, wenn sie weniger als zwei Minuten lang dauern und dabei übersichtlich das wesentliche Spielprinzip erklären - so, wie bei "ukuma". Gespielt wird zu zweit mit je 36 weißen und schwarzen Karten, die unterschiedliche Formen und farblich verschiedene Halbkreise zeigen. Ziel der Spieler ist es, die eigenen Handkarten so anzulegen, dass in der Auslage alles schön passt. Wer es als erster schafft, die eigenen Karten hinter die Karten oder bis zur Tischkante des Gegners zu bringen, hat gewonnen.

Fazit: ein pfiffiges Spiel, bei dem recht knifflige und stressige Situationen entstehen können, denn wer am schnellsten legt, hat die besten Chancen auf den Sieg.

ukuma von Andreas Schleicher, erschienen bei Game Factory. 2 Spieler ab 7 Jahren, zirka 15 Minuten, zirka 13 Euro.

Für Hoffnungsfrohe

Welche Farben passen für mich? Diese Frage hat bei dem Würfelspiel "Anubixx" oberste Priorität. Nehme ich zum Beispiel zwei Mal Rot, um das rote Fundament meines Triumphbogens zu stärken? Oder will ich lieber andere Bauten voranbringen und wähle ich daher unterschiedliche Würfelfarben? Um am Ende die Nase vorn zu haben, lohnt sich der Blick auf die mit einer anderen Farbanordnung je Gebäude ausgestatteten Zettel der Mitspieler. Kann ich ihnen Würfel wegschnappen, bevor sie mir die Chance auf Boni nehmen? Machen sie womöglich gleich aus und kann mir zuvor ein Joker einen Punktvorsprung verschaffen? Klar ist: Wie gut die Würfel zu meinen Zielen passen, hat auch mit Glück zu tun. "Anubixx" ist in diesem Sinne ein Spiel der Hoffnung auf die "richtigen" Farben.

Fazit: einfach, taktisch, kurzweilig.

Anubixx von Florian und Helmut Ortlepp, erschienen bei NSV. 2-5 Spieler ab 8 Jahren, zirka 20 Minuten, zirka 9 Euro.

Für Kombinierer

Das Leben lässt sich nicht planen. Lenkende Eingriffe sind bei dem Kartenspiel "#MyLife" aber möglich. Will ich lieber Zeitungen austragen oder mich verlieben? Scheint mir Golfen punkteträchtiger als Spazierengehen? Reihum geben die Spieler ihre Karten weiter und wählen je eine Karte aus. Bedingungslos ist die Aktivierung in ihrer Auslage möglich, wenn die Karte zum aktuellen Lebensabschnitt passt. Will man hingegen in jungen Jahren zum Beispiel eine Weltreise machen, geht das nur, wenn bereits ausliegende Karten ein Geld-Symbol zeigen. Witzig ist, wenn die Spieler ihr Tun kommentieren. So von wegen "Juhu, ich kann jetzt krabbeln" oder "Hey, ich hab gerade ein Auto gekauft".

Fazit: ein Spiel für Glückspilze und taktische Kombinierer; wer am Ende die meisten Punkte aktiviert konnte, gewinnt.

#MyLife erschienen bei Amigo. 2-6 Spieler ab 10 Jahren, zirka 30 Minuten, zirka 10 Euro.

Für Knobelfreunde

Wer einen prima Zeitvertreib für schlaue Kinder von fünf Jahren an sucht, liegt mit "Mindo" genau richtig. Das Spiel bietet in einer kleinen, handlichen Box 60 Knobelaufgaben in vier Schwierigkeitsstufen. Und egal, ob man sich für die Ausgabe mit Katzen oder mit Einhörnern entscheidet: Immer geht es darum, dass der Spieler die jeweils vorgegebenen bunten Plättchen so zu einem Quadrat zusammenlegt, dass er die Vorgabe der Aufgabenkarte erfüllt. Kniffelig ist, dass die Plättchen beidseitig bedruckt sind und es zu jeder Aufgabe immer nur eine Lösung gibt. Zum Teil gilt es also mehrere Varianten auszuprobieren.

Fazit: ein herausforderndes Solo-Spiel. Toll!

Mindo: Einhörner von Thierry Denoual, erschienen bei Blue Orange/Pegasus Spiele. 1 Spieler ab 5 Jahren, zirka 10 Minuten, zirka 10 Euro.

Für Aufsteiger

"Kniffel" ist ein Spieleklassiker und unschlagbar. Oder doch? Zumindest gibt es jetzt mit "Beam me up" ein recht ähnliches Spiel, das insbesondere denjenigen Würfelfreunden gut gefallen wird, die den so genannten Ärger-Faktor lieben. Während sich nämlich der eine Spieler darüber freut, auf seinem Tableau zum Beispiel in Spalte fünf um zwei Schritte nach oben zu kommen, geht es für alle anderen Mitspieler, die in Spalte fünf oberhalb der Startlinie einen Raketen-Stein liegen haben, um einen Schritt nach unten. Dieser Effekt ergibt sich bei bestimmten Würfelkombinationen - und nur Spieler, die Steine auf "gesicherten" Feldern liegen haben, sind vor dem Abwärtstrend gefeit.

Fazit: Ein Spiel, bei dem jeder hofft, nach oben und nicht nach unten zu kommen.

Beam me up von Klaus-Jürgen Wrede, erschienen bei moses.. 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, zirka 20 Minuten, zirka 10 Euro.

Für Zocker

"Kawaii" ist nicht nur niedlich - es ist auch genial! Dem zustimmen werden insbesondere jene, die kleine Spieleboxen mit wenig Material, eingängige Regeln und schnelle Partien lieben. Denn was passiert?

Durch Nachziehen werden die Kartenreihen der Spieler immer länger - gespickt mit Eissorten in diversen Farben, und jeder hat an einer bestimmten Farbe und Sorte Eis Interesse. Fraglich ist: Soll ich mir eine Reihe schnappen oder zögern, um später mehr Eis-Favoriten abgreifen zu können? Wer den richtigen Zeitpunkt für die begrenzten Zugriffe erwischt, hat gute Chancen auf den Sieg.

Fazit: eingängig, spannend, toll.

Kawaii von Ismaël Perrin und Marc-Antoine Hofmann, erschienen bei Helvetiq. 3 bis 5 Spieler ab 6 Jahren, zirka 15 Minuten, zirka 10 Euro.

Für Würfelfreunde

Die Originalverpackung ist zwar relativ groß, doch die kann bei "It's gettin' dicey" rasch in den Papierkorb wandern. Wirklich wichtig sind nämlich nur die 18 Würfel und die 52 Karten, die sich zusammen mit der Anleitung gut in den mitgelieferten kleinen Stoffbeutel stecken lassen.

Cool ist, dass bei dem Spiel immer alle zeitgleich und beliebig oft würfeln dürfen. Karten in der Tischmitte geben vor, was gewürfelt werden muss, um die Karte zu ergattern. Wer als Erster sieben Karten hat, gewinnt.

Fazit: nervenaufreibend, denn in der Mitte liegt pro Runde je eine Karte weniger als Leute mitspielen, was für Spannung sorgt.

It's gettin' dicey von Ken Gruhl, erschienen bei Spin Master.

Zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren, zirka 10 Minuten, zirka 15 Euro.

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