Personalmangel am Mischpult im Städtischen Feierraum

DAT-Theater hofft auf 50-Prozent-Stelle für Licht- und Tontechnik - Gemeinderat entscheidet im Dezember über Budget-Aufstockung

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    Techniker für das DAT-Theater gesucht

Artikel vom 26. November 2019 - 16:42

BÖBLINGEN (edi/red). Die DAT Kunstschule (die Abkürzung steht für Dance, Art, Theater) präsentiert im Städtischen Feierraum ebenso anspruchsvolle wie ansprechende Theateraufführungen. Ein ganz entscheidender Faktor dabei ist neben Darstellern und Regie auch die Bühnentechnik. Um die war es zuletzt nicht allzu gut bestellt bei der Kunstschule. Der Grund: Personalmangel. Deshalb musste unter anderem die ursprünglich für das Frühjahr angedachte Premiere der Produktion "Lilly unter den Linden" in den Oktober verschoben werden.

Auf KRZ-Nachfrage bestätigt Böblingens Pressesprecher Fabian Strauch, dass im Frühjahr tatsächlich Produktionen verschoben werden mussten, "weil die personelle Ressource im Bereich Veranstaltungstechnik nicht ausgereicht hat, um das Theaterprogramm in geplanter Weise umzusetzen".

Die Stadt weist aber auch darauf hin, dass an Mitteln für den laufenden Betrieb nichts gekürzt beziehungsweise eingespart worden sei. Im Gegenteil: Die Verwaltung habe in den letzten Monaten sogar mit einigem finanziellen Aufwand (konkret: 159 000 Euro) den Feierraum als Innenbereich des Kinder- und Jugendtheaters "erheblich verbessert und aufgewertet". Es wurden die bisherige Podesterie beseitigt, ein neuer Boden gelegt und neue Scheinwerfer-Traversen eingezogen (wir berichteten).

Mit diesen Investitionen reagiere man unter anderem auf gestiegene Anforderungen an die Arbeitssicherheit für Mitarbeiter und Schüler, erklärt Prisca Maier-Nieden, die Leiterin der DAT-Kunstschule. Dem stimmt auch Rainer Kropf zu, der als Musikschulleiter auch der gesamten DAT-Schule vorsteht. "Technische Lösungen und Herangehensweisen, wie sie bis vor einigen Jahren im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters noch vorgenommen wurden, sind heute nicht mehr gangbar", verweist Kropf auf erhöhte Sicherheitsmaßstäbe und den damit verbundenen höheren Aufwand, den die Schule betreiben müsse.

Die Umbaumaßnahmen hätten aber nicht nur mehr Sicherheit gebracht, betont die Regisseurin Prisca Maier-Nieden. Auch die technischen Möglichkeiten für Aufführungen seien dadurch erheblich verbessert und das ganze Raumkonzept verändert worden. "So wird der Städtische Feierraum zu einem innovativen Veranstaltungsort für Böblingen, wo wir mit unseren Schülerinnen und Schülern das Theater für die Stadt machen können, das uns vorschwebt: zeitgemäß, gesellschaftlich relevant und unterhaltsam", so die Schulleiterin und Theaterpädagogin.

Der Personalmangel bei der Technik hatte sich zuletzt allerdings durchaus bemerkbar gemacht: Neben verschobenen Produktionen war zuletzt auch bei Presseproben zu merken, dass derzeit nicht alles rund läuft. Man sei jedoch an einer Lösung dran, betont die Stadt - gesetzt den Fall, der Gemeinderat gibt dafür grünes Licht. Das entscheidet sich bei der Sitzung am 17. Dezember, wenn das Gremium den Haushalt verabschiedet.

Kooperation mit CCBS

Laut Kulturamtsleiter Peter Conzelmann ist geplant, das Budget für die Theatersparte im kommenden Jahr im Umfang einer halben Stelle aufzustocken und ab 2020 mit der von Böblingen und Sindelfingen gemeinsam getragenen Hallengesellschaft CCBS im Bereich Veranstaltungstechnik als Dienstleister zusammenzuarbeiten. "So können wir den technischen Betrieb des Theaters in vollem Umfang gewährleisten", sagt Conzelmann.

Bis das DAT-Theater einen Techniker bekommt, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Bei der aktuellen Produktion "In Between" helfen deshalb ein Auszubildender der CCBS und Regieassistentin Benita Koch, die derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Kunstschule macht, am Mischpult aus.

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