Würdigung eines Vielbegabten: Festschrift zum 85. Geburtstag von Hermann Voss erschienen

  • img
    Aktuell erschienen: die Festschrift zum 85. Geburtstag von Hermann Voss

Artikel vom 22. November 2019 - 17:06

WALDENBUCH (red). "Musiker, Zeichner, Maler, Bildhauer, Marionettenbauer und Marionettenspieler, Maskenbildner, Pantomime, Theatermann, Regisseur und musikalischer Schriftsteller. Wenn ich mir die Frage stelle, wer in meinem Umfeld die meisten und unterschiedlichsten künstlerischen Begabungen in sich vereint, kenne ich niemanden, auf den der Begriff Universalkünstler besser zutreffen würde, denn auf Hermann Voss." Mit diesen Worten würdigt Gunter Teuffel, Solobratschist beim Stuttgarter Sinfonieorchester des Südwestrundfunks (SWR), seinen Kollegen Hermann Voss, der im Juli dieses Jahres den 85. Geburtstag feierlich begehen konnte.

Im Kreis ist Herrmann Voss aber nicht nur durch seine eigene musikalische Tätigkeit wohlbekannt, sondern auch als ausgewiesener Klassikkenner über die hochkarätige Reihe "Waldenbucher Konzerte in St. Veit". Gemeinsam mit Siegfried Koch hat Voss als Organisator und immer wieder auch als Mitwirkender in mittlerweile 21 Jahren mehr als 100 Konzerte in der Waldenbucher Stadtkirche präsentiert.

Vor wenigen Tagen ist nun eine von Gunter Teuffel herausgegebene Festschrift zu Ehren von Hermann Voss im Aulendorfer Res Novae Verlag erscheinen. Der Titel lautet "Eine Vernissage mit Bach, Schubert, Mendelssohn und Brahms." Wie bei den Voss'schen Karikaturen und Zeichnungen, die seit 2017 beim selben Verlag als Buch unter dem Titel "Hackordnungen im Quadrat" erhältlich sind, werden auch in der aktuellen Festschrift die Grenzen der einzelnen Künste überschritten und zu einem größeren Ganzen verbunden, denn die Festschrift enthält sowohl Texte als auch Akrylgemälde des Autors und Malers Hermann Voss, der sich während der letzten zwanzig Jahre schreibend und malend mit vielen klassischen Stücken der Kammermusik auseinandergesetzt hat.

Schon als junger Musikstudent in Freiburg im Breisgau war Voss eine Doppelbegabung. Er übte damals nicht nur für den Unterricht bei seinem Lehrer Sandor Vegh, sondern fertigte zugleich Zeichnungen, Ölgemälde und später auch Marionettenfiguren an. Der gelegentlich etwas aufbrausende Vegh wurde im Übrigen als "Teufelsgeiger" zu Voss' erster Marionette und wird bis heute im so genannten "Voss'schen Schlafzimmertheater" immer wieder zu neuem Leben erweckt, wenn er gemeinsam mit Pablo Casals, Karl Münchinger, Piero Farulli und weiteren Weggefährten unter dem Dachstuhl seines Erschaffers über eine kleine Bühne tanzt.

Die nun erschienene Buchveröffentlichung zeigt laut einer Pressemitteilung des Verlags "die Doppelbegabung des Hermann Voss nochmals in aller Deutlichkeit: Abgesehen von tiefschürfenden und dabei niemals langweiligen Aufsätzen zur Musik sind die subtilen und raffinierten Acrylgemälde, in die man sich geradezu vertiefen kann, um dabei doch immer wieder etwas Neues zu entdeckt, für den musikalisch interessierten Leser sicherlich etwas Besonderes, ja geradezu Einmaliges." Auch würden Demut und Selbstironie bei Hermann Voss niemals zu kurz kommen. "Man merkt: Hier spricht ein erfahrener Musiker, der sich die Freude an den großen Werken der Kammermusik auf wunderbare Weise bewahrt hat", so der Verlag.

Verwandte Artikel