Kunst von Uschi Schwaderer im Rathaus von Weil im Schönbuch

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    Uschi Schwaderer bei der Vernissage ihrer Ausstellung im Rathaus Foto: Volker Kittelberger

Artikel vom 14. November 2019 - 22:24

WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Jeden Herbst, wenn im Weilemer Rathaus die Kunst Einzug hält, wandelt sich das "schönste Rathaus auf der Schönbuchlichtung" für ein paar Wochen in das "allerschönste" - wie Wolfgang Lahl, Bürgermeister und Hausherr, nicht müde wurde, in seinem Grußwort zur Ausstellungseröffnung am Sonntag zu betonen.

Seit über 25 Jahren macht es sich der Kulturkreis Weil im Schönbuch zur Aufgabe, im Rahmen seiner traditionellen Herbstausstellung unterschiedliche künstlerische Positionen zu präsentieren. Dieses Jahr sind es Bilder der Künstlerin Uschi Schwaderer, die dort noch bis zum 29. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses angeschaut werden können.

Uschi Schwaderer ist Mitglied im Böblinger Kunstverein und vor zwei Jahren von Stuttgart in den Schwarzwald übergesiedelt, wo sie nun in Bad Liebenzell lebt und arbeitet. Dem Raum Böblingen ist sie verbunden, weil sie viele Jahre lang Kurse im Acrylmalbereich bei der Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen betreut hat. In letzter Zeit hatte sie ihre Ausstellungstätigkeit umzugsbedingt etwas zurückgestellt. Seit diesem Jahr beteiligt sie sich wieder vermehrt an künstlerischen Aktionen.

Die Werkschau in Weil in Schönbuch ermöglicht nun einen intensiven Blick auf ihre Arbeit. Es war ihr wichtig, neuere Bilder auszustellen, teilt die Künstlerin mit. Die meisten Arbeiten stammen aus den letzten beiden Jahren. Ein Bild war noch nicht einmal ganz trocken, als es gehängt wurde.

Uschi Schwaderers Schaffen lässt sich nur schwer einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. Mensch und Natur stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihre Kunst sei zwar in jedem Fall "im Bereich des Gegenständlichen zu verorten - aber im eigentlichen Sinne realistisch ist sie nur partiell", meint Susanne Kittelberger, die für den Kulturkreis die Ausstellungen im Rathaus kuratiert.

Mit psychologischem Gespür

Am ausgeprägtesten ist das realistische Element in ihren Porträts, die mit viel psychologischem Gespür den Charakter einer Person erfassen. Auf einem Bild in kräftig roten Farben setzt sich Uschi Schwaderer in verfremdeter Form auch selbst in Szene: Als runde, pausbäckige russische Bäuerin mit Kopftuch, streckt sie uns gut gelaunt eine Kartoffel entgegen.

Zu anderen Bildern fällt der Zugang nicht ganz so leicht. In ihnen spielen traumhafte und phantastische Elemente eine große Rolle. Nicht die Oberfläche der Dinge interessiert die Künstlerin, sondern der Blick dahinter. Abstrakte, zwischen pflanzlichen und anorganischen Formen wechselnde Strukturen erscheinen bei ihr wie Chiffren einer rätselhaften Ordnung.

Insgesamt vermittelt Uschi Schwaderer in ihren Arbeiten eine große Bandbreite an unterschiedlichen, manchmal geradezu gegensätzlichen Stimmungen. Lodernde Flammen stehen neben kalten Eislandschaften; bedrückende Situationen finden sich ebenso wie der weite meditative Blick auf unberührte grüne Landschaften.

Alles, was sie bewegt, bannt Uschi Schwaderer in ihre Bilder. Gegenständliches trifft auf Abstraktes, Vertrautes trifft auf Rätselhaftes. Vieles lässt sich deuten - am Ende bleibt immer ein Geheimnis.

Die Ausstellung "Uschi Schwaderer - Malerei" kann noch bis zum 29. November zu den normalen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Geöffnet ist sie auch am Samstag, 16. November, ab 19 Uhr während der Aufführung von "Heute Abend: Lola Blau". Die Finissage findet am 29. November ab 17 Uhr parallel zum Schönbuchfeuer statt.

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