Was wäre wenn...

Kommentar

Artikel vom 23. Oktober 2019

 

Die Sindelfinger Stadtführung mit Michael Weber ist eine Gruseltour, die Gänsehaut verursacht - allerdings weniger aus Angst vor bösen Geistern oder gar wegen der Dunkelheit. Es ist vielmehr die Begegnung mit dem düsteren Teil der Sindelfinger Stadtgeschichte, die die Zuhörer zum Frösteln bringt. Dieser ist selten so präsent wie auf dem ehemaligen Friedhofsgelände, auf dem Michael Weber die schaurigen Geschichten zum Besten gibt. Viele Menschen, die am Wochenende so gerne eine Runde um den Klostersee gehen, ahnen nicht, dass dieser früher Schauplatz für schreckliche Gerichtsprozesse war. Von den Hexenprozessen hat sicher jeder schon einmal gehört, aber bei Nacht zurück an den einstigen Ort des Geschehens zu gehen, der direkt vor der Haustüre liegt, hat nochmal eine ganz andere Wirkung. Die Frage "Was wäre wenn... ich damals gelebt hätte?" begleitet einen noch auf dem Heimweg. Irgendwo zwischen diesen düsteren Gedanken keimt die Erleichterung auf, im Sindelfingen des 21. Jahrhunderts zu leben: Eine Frau mit rötlichem Haar, die dazu auch noch lesen und schreiben kann, hätte zu den Zeiten der Hexenverfolgung wahrscheinlich nicht lange überlebt. Bei einem falschen Wort wäre das Leben dieser Frau in Sindelfingen wohl schneller vorbei gewesen, als sie "Hex, Hex" hätte sagen können, um auf ihrem Hexenbesen den Fängen der Inquisition zu entkommen.

► Hier geht's zum Hauptartikel über die Sindelfinger Gruselführung

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