Lesung in Böblingen: Die kulinarische Seele der Deutschen

Literaturtage: Nur einen Tag nach Veröffentlichung stellt der Journalist Wolfgang Herles sein neues Buch in Böblingen vor

  • img
    Des Deutschen Herz schlägt für die olle Knolle Foto: Rebeca G. Sendroiu/Unsplash

Im Rahmen der derzeitigen Literaturtage Böblingen/Sindelfingen liest der ehemalige "Aspekte"-Moderator Wolfgang Herles am Dienstag, 22. Oktober, ab 19.30 Uhr im Böblinger Fleischermuseum aus seinem Buch "Vorwiegend festhochend". Darin hält er ein Plädyoer für Essen als Kultur.

Artikel vom 18. Oktober 2019

BÖBLINGEN (red/edi). Die Veranstalter der diesjährigen Literaturtage Böblingen/Sindelfingen üben sich weitgehend in Zurückhaltung, wenn es darum geht, einzelne Veranstaltungen im Rahmen des dicht gepackten Programms hervorzuheben. In einem Fall macht Böblingens Kulturamtsleiter Peter Conzelmann jedoch eine Ausnahme.

Es geht um den Besuch des Journalisten und früheren ZDF-Moderators Wolfgang Herles in der kommenden Woche. Nur einen Tag nach Erscheinen seines neuen Sachbuchs "Vorwiegend festkochend" wird der 69-Jährige am Dienstag sein Werk in Böblingen vorstellen. In seinem neuen Buch erkundet Herles die kulinarische Seele der Deutschen. Mit dem Deutschen Fleischermuseum hat das Kulturamt wohl den passenden Ort für diese Lesung gewählt.

"Vorwiegend festkochend" verspricht einen einzigartigen Streifzug durch Geschichte und Gegenwart der deutschen Küche. "Wir sind, was wir essen, und das lässt sich nicht nur für jeden Einzelnen von uns sagen, sondern auch für die Deutschen insgesamt", heißt es im Pressetext zu dem Buch. In Artikeln wie "Bohnenkaffee", "Einbauküche", "Gutbürgerlich", "Kraut und Rüben" oder "Weihnachtsessen" erkundet Wolfgang Herles die Seele der Deutschen, wie sie sich in Küchen und Esszimmern, in Restaurants und an Imbissbuden präsentiert.

Er erforscht die Vielfalt der Küchen und Gerichte, ob regional geprägt oder international bereichert, und geht den typischen Eigenheiten der deutschen Nahrungsaufnahme samt ihrer Geschichte auf den Grund - vom Butterbrot bis zum Sonntagsbraten. Immer auf der Suche danach, was die Esskultur über uns verrät.

Wolfgang Herles, geboren 1950 in Tittlingen bei Passau, studierte an der Universität München Germanistik, Geschichte und Psychologie. Der Fernsehjournalist und Autor zahlreicher Sachbücher und Romane war lange Zeit als Korrespondent und Redakteur beim Bayerischen Rundfunk tätig. Er drehte zahlreiche Dokumentarfilme und leitete das ZDF-Studio Bonn sowie die ZDF-Talkshow "live«" Auf 3sat moderierte er außerdem die Bücher-Sendung "Schrifttypen". Von 2000 bis 2015 war er Moderator und Redaktionsleiter des Kulturmagazins "Aspekte". Zuletzt erschien von ihm das Buch "Die Gefallsüchtigen", in dem er mit dem "Quotenfetischismus" seines Haussenders - dem ZDF - hart ins Gericht ging. Medien und Politiker folgten nur der "Macht des Marktes", befand er. Das führe zu einem platten homogenen Unterhaltungsprogramm und zur Niveausenkung. Sein Fazit: Die Aufgabe, vierte Gewalt zu sein, werde von den Gebührensendern "dramatisch verfehlt".

Warum er jetzt seinen Fokus als Autor auf ein vermeintlich unkritisches und unpolitisches Thema wie die deutsche Esskultur legt, erklärt er im Gespräch mit der Kreiszeitung.

 

  Wolfgang Herles Lesung seines neuen Buchs "Vorwiegend festkochend" findet am Dienstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr im Deutschen Fleischermuseum am Böblinger Marktplatz statt (Anm. der Red.: In der gestrigen Ausgabe war als Veranstaltungstag versehentlich der Mittwoch angegeben. Wir bitten, dies zu entschuldigen). Der Eintritt kostet fünf Euro. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Verwandte Artikel