Maddin Schneider: Brennnesseln gegen Kopfkäs

Hessischer Komiker unterhält in Böblingen und Herrenberg

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    Maddin Schneider Foto: Storost

Artikel vom 20. September 2019 - 17:12

HERRENBERG (abb). Einblick in sein krauses Oberstübchen hat der Komiker Maddin Schneider am Mittwochabend im Mauerwerk gewährt. Er hat dort sein aktuelles Programm "Denke macht Koppweh!" prsäenstiert. Die hessische Plaudertasche mit dem so gelenkigen wie breiten Mund punktet mit Skurrilität. Von Anfang an ist der Meister des "Babbel-Yogas" mit dem Publikum im fast vollbesetzten Mauerwerk im Gespräch. Schneider spürt attraktive Frauen auf und möchte zum Thema des Abends wissen, was denn die Zuschauer gewöhnlich denken: "Ich habs aufgegeben", antwortet ein Mann so schlagfertig wie trocken.

Den Komiker beschäftigen Zwangsgedanken an den Herd, das Bügeleisen und die Haustüre, die nicht ausgestellt oder abgeschlossen sind. Und ständig steht ihm der "Wörscht Käs" vor Augen: Organentnahme durch eine rumänische Einbrecherbande. Im Traum verfolgen ihn Ängste, etwa vor einem früheren Mathelehrer. Der droht mit Ohrfeigen, wenn Maddin den gelben Sack rauszustellen vergisst.

Was gegen derlei "Kopfkäs" tun? Maddins Gegenstrategien strapazieren die Lachmuskeln des Publikums auf das Äußerste: Das Bügeleisen - einfach im Garten vergraben. Die rumänische Einbrecherbande könnte man sich als attraktive Frauengang vorstellen, die den Comedian flachzulegen droht. Gegen den "Schidschdorm im Kopf" helfen laut ihm mongolische Trinklieder oder das Kneten eines lüstern stöhnenden Hefeteigs.

Der Comedian aus Bad Homburg ist besonders aus dem Fernsehen bekannt, aus dem Quatsch Comedy Club, der Impro-Show "Schillerstraße" oder aus "Comedy Factor". Außerdem war er 2004 in Otto Waalkes Film "Sieben Zwerge - Männer allein im Wald" und in dessen Nachfolger auf Blödelmission unterwegs.

Alles andere als zwergenhaft erscheinen Maddins Gedanken, besonders aggressive "Brüllgedanken". Als Gegenmittel intoniert er mit den Zuschauern Mantras: "Gänseblütcheblättche". Auch Gedanken an Frauen drängen sich dauernd auf. Dabei klagt er über das Phänomen der "Resonanz". Als ob sie sich von seiner Abneigung angezogen fühlten, gerät er stets an markerschütternd schnarchende oder Zähne knirschende Exemplare.

Was er auch probiert, so richtig scheint gegen die Gedanken kein Kraut gewachsen zu sein. Oder doch? Er versucht sogar, sich mit nacktem Hintern in Brennnesseln zu setzen. Gewiss wird er die Zuschauer noch in ihren Traumgedanken heimsuchen.

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