KRZ-Spiele-Expertin Tanja Liebmann gibt Tipps zu Outdoorspielen für Wurffreudige und Partyspielen für Kommunikative

Spaß hoch zehn im Sommer

  • img

Artikel vom 14. August 2019 - 19:00

Von Tanja Liebmann

BÖBLINGEN. Zurück ins Haus geht es im Sommer erst, wenn die Straßenlaternen angehen. Oder selbst dann nicht? Für all diejenigen, die gerne Grillpartys machen und in lauen Nächten mit Freunden Spaß haben möchten, lohnt sich ein Blick auf diese Seite.

Outdoorspiele für Wurffreudige

'SMAK' heißt ein neues Wurfspiel aus der Schweiz und es bringt gute Voraussetzungen mit, um auch hierzulande ein Outdoor-Hit zu werden. Gespielt wird in zwei Teams, die bunt gemischt sein können. Zwar hat das Spiel viel mit Koordinationsvermögen zu tun, wirklich schwierig ist es aber nicht. Bereits Vorschulkinder können mitmachen und mit etwas Übung den Stab so gezielt werfen, dass Türme umfallen. Wie die Türme im Garten, Park oder auf der Wiese aufzustellen sind, wird in der Anleitung gut dargestellt. Ein besonderer Kniff ist, dass die Türme zwei Seiten haben, nämlich eine rote und eine blaue, und jeweils unterschiedliche Punktzahlen aufgedruckt sind. Tendenziell gilt: Türme, die von der Grundlinie weit entfernt oder schwierig anzupeilen sind, bringen mehr Punkte als nahegelegene Türme.

Und: Punkte bekommt eine Mannschaft nur, wenn dem gegnerischen Team mit seinem Verteidigungsstab kein Gegenschlag gelingt. Sind irgendwann alle Türme aus dem Spiel, werden die Punkte gezählt und der Sieger ermittelt.

Fazit: Sehr kurzweilig und taktisch, da die Türme immer zwei Punktseiten haben.

SMAK von Alain Rivollet, erschienen bei Helvetiq. Zwei bis sechs Spieler ab sechs Jahren, zirka 30 Minuten, zirka 40 Euro.

 

Für Punktezähler

'Mölkky' ist ein Outdoor-Wurfspiel, das wie 'SMAK' in zwei Teams gespielt wird. Es stammt aus Finnland und die Spieler haben die Aufgabe, das Wurfholz auf Zahlentürme zu werfen. Die Punkte werden notiert und addiert. Endziel ist es, insgesamt auf genau fünfzig Punkte zu kommen. Bei einem Punktstand von 44 bietet es sich also an, den Turm mit der Nummer sechs zu treffen - oder sechs Türme gleichzeitig umzunieten, denn dann wird die Summe der umgefallenen Türme gewertet.

Fazit: Ein Spiel mit hohem Ärger-Potenzial, denn schießt man über 50 Punkte hinaus, gilt es beim Stand von 25 Punkten neu anzufangen.

Mölkky - Original erschienen bei Tactic/Amigo. Zwei bis acht Spieler ab sieben Jahren, zirka 20 Minuten, zirka 25 Euro.

 

Für Trendsetter

Das coolste an 'Crossboule' ist, dass es überall gespielt werden kann. Egal ob am Strand, in Parks, auf Hartplätzen oder sogar auf Treppen: Die knautschigen, schön gestylten Kugeln landen überall gut. Selbst im Wasser oder im Schnee sind die mit einem Kunststoffgranulat gefüllten Kugeln aus weichem Kunstleder einsatzbereit. Wie bei dem aus Frankreich stammenden Boulespiel geht es darum, die eigene Kugel so nah wie möglich an eine kleine Zielkugel zu werfen. Bestimmte Kugel-Formationen bringen außerdem Extra-Punkte. Unterschiedlichste Wurftechniken sind erlaubt, und wenn mehrere Spieler in Teams mitmachen wollen, empfiehlt es sich, mehrere Packungen zu kaufen.

Fazit: ein Spiel das überall funktioniert und zum Experimentieren einlädt.

Crossboule beach von Mark Calin Caliman, erschienen bei Zoch. Zwei oder mehr Spieler ab sechs Jahren (enthalten sind eine Zielkugel und je drei Kugeln für zwei Personen), zirka 25 Minuten, zirka 23 Euro.

 

Partyspiele für Kommunikative

Der Name passt. 'Quassel-Box' heißt die kleine Dose mit 50 Karten, die zahlreiche Anregungen für Gespräche liefern. "Wer ist der größte Dickkopf in dieser Runde?", "Hast du einen Spitznamen?", "Wie müsste der Titel deiner Biographie lauten?", "Was war deine letzte gute Tat?". Diese und viele weitere Fragen stecken in der Dose 'Quassel-Box für gute Freunde'. Der Clou ist: drei weitere Boxen sind erhältlich, und zwar für die ganze Familie, für echte Männer und für tolle Frauen. In letzterer finden sich Fragen wie "Was hat dich zuletzt richtig glücklich gemacht?", "Glaubst du an die ewige Liebe?", "Was macht deinen idealen Partner aus?" und "Gibt es etwas, worum du die Männer beneidest?".

Fazit: kein klassisches Spiel, aber trotzdem ungemein unterhaltsam.

Quassel-Box für gute Freunde sowie die Versionen 'für die ganze Familie', 'für echte Männer' und 'für tolle Frauen', erschienen bei Coppenrath. Zwei oder mehr Spieler ab 18 Jahren, zirka 25 Minuten, zirka jeweils acht Euro.

 

Für Redegewandte

Wer glaubt, sich mit flotten Sprüchen gut auszukennen, kann sein Wissen mit 'Der Phrasenfuchs' auf die Probe stellen. Doch Achtung: Die Macher des Spiels haben die gesuchten Redewendungen auf unterschiedliche Weise verfälscht. Denn was zum Beispiel anfangen mit 'Apfel' und 'Stamm'? Wer hat zuerst den Geistesblitz und kombiniert die beiden Worte zu dem Spruch "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"? In jeder Runde übernimmt ein anderer Spieler die Rolle des Fragefuchses. Je nach Kategorie, die es aktuell zu erfüllen gilt, liest er den Ratenden zum Beispiel zwei Worte oder sogar den ganzen Spruch vor - letzteres allerdings mit geöffnetem Mund und indem er die Backen mit Daumen und Zeigefinger fest zusammendrückt. Andere Kategorien geben vor, dass die Redewendung gemalt oder einzelne Worte durch das Wort Fuchs ersetzt werden soll. Danach auf eine Lösung zu kommen, ist gar nicht so einfach.

Fazit: ein lehrreiches Wortspiel mit 300 Karten, bei dem die Punkte der Spieler am Rand der Schachtel markiert werden. Pfiffig!

Der Phrasenfuchs von Peter Wichmann, erschienen bei moses. Drei bis acht Spieler ab 14 Jahren, zirka 25 Minuten, zirka 15 Euro.

 

Für Kombinierer

Zu wem passt die Banane? Zur Krankenschwester, zum Matrosen, zum Vampir oder zum weinenden Mädchen? Und was ist mit dem Lippenstift? Weint das Mädchen, weil es den nicht bekommt? Gehört er der Krankenschwester? Bei 'So typisch' legt ein Spieler geheim fest, welche Gegenstände zu welchen Personen oder Figuren passen. Die Mitspieler müssen anschließend die jeweilige Zuordnung erraten. Sprich: Sie müssen einschätzen, welche Karten-Kombinationen der aktive Spieler wohl für am sinnvollsten hielt. Richtige Tipps sind Plus- und falsche Tipps sind Minuspunkte - und zwar für die gesamte Gruppe.

Fazit: Ein super-lustiges Spiel, bei dem in die wildesten Richtungen spekuliert werden kann, welche Kombination am besten passt.

So typisch von Carlo Rigon, Chiara Zanchetta und Matteo Cimenti, erschienen bei Schmidt Spiele. Drei bis acht Spieler ab acht Jahren, zirka 20 Minuten, zirka 12 Euro.

Verwandte Artikel