Künstler erkunden die Sindelfinger Stadtgeschichte

Spaziergang mit Jov T. Keisar

Artikel vom 26. Juli 2019 - 18:54

SINDELFINGEN (red). Ausgehend von der Städtischen Galerie erkundet der Sindelfinger Künstler Jov T. Keisar am heutigen Samstag, 27. Juli, um 10.30 Uhr im Rahmen eines Stadtspaziergangs mit den Teilnehmern aktuelle und historische Orte der Ungleichheit und des Ausgleichs. Der Spaziergang nimmt Bezug auf das konzeptuelle Kunstwerk von Jov T. Keisar, das er im Rahmen der Biennale zeigt und in dem er sich mit der Stadtgeschichte Sindelfingens und politischen Ereignissen befasst. Der Eintritt und die Teilnahme sind kostenlos, Treffpunkt ist am i-Punkt in der Sindelfinger Galerie am Marktplatz 1.

Für sein Kunstwerk "700 mal x", das Jov T. Keisar für die Gruppenausstellung "Utopien in der Stadtgesellschaft - Identität und Geschichte" entwickelt hat, diente ihm eine Petition von 1832 als Grundlage. Mit dieser Petition, die an den König gerichtet war, machten 700 Bürger aus Sindelfinger nebst anderen Württembergern, ihren Protest gegen die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und eine Verschärfung der Zensur kund.

Joy T. Keisar lebt und arbeitet in Ehningen

Von dieser Denkfigur ausgehend, begibt sich Jov T. Keisar auf die Suche nach Menschen, die in der heutigen Zeit von gesellschaftlicher Beteiligung ausgeschlossen sind und bietet ihnen eine Möglichkeit, ihre Stimme kundzutun und ihre Bedürfnisse zu formulieren. In Form von Tableaus werden die Forderungen in Kombination mit einer anonymisierten Biografie vorgestellt und mit historischen Dokumenten zur Petition von 1832 in Verbindung gebracht. Teil der Arbeit ist zudem eine Unterschriftensammlung, in der sich die Besucher mit den Porträtierten solidarisieren können. Am Geländer des Balkons der Galerie sind zudem zentrale Forderungen auf einem Banner zu sehen und strahlen so in die Stadtgesellschaft.

Jov T. Keisar (geboren 1982 in Schwäbisch Gmünd) lebt und arbeitet in Ehningen. Er studierte von 2011 bis 2017 Freie Kunst in Braunschweig. In seinen konzeptuellen Arbeiten nutzt er häufig Fundstücke und Objekte aus der Alltagskultur. Er kombiniert diese und setzt sie so in neue, auch politische Kontexte.

Verwandte Artikel