Sonderschau zur Sammlung von Gerhard Bleicher

Eröffnung am Sonntag im Museum Zehntscheuer

Artikel vom 25. Juli 2019 - 18:48

BÖBLINGEN (red). Anlässlich des 90. Geburtstages von Gerhard Bleicher stellt die Galerie erlesene Werke aus der im Jubiläumsjahr der Galerie 2017 erfolgten Schenkung vor. Die Kunstsammlung Bleicher, die über Jahrzehnte gewachsen ist und immer noch wächst, umfasst vor allem Arbeiten auf Papier aus den 1920er-Jahren der Südwestdeutschen Moderne. Die Eröffnung der Sonderausstellung "gesammelt.geschenkt.gewürdigt - die Sammlung Bleicher" findet am Sonntag, 28. Juli, um 11 Uhr im Museum Zehntscheuer, Pfarrgasse 2 (Galerie-Kabinett) statt.

Informationen zur Sammlung: Im Jahr 2017 übergab Gerhard Bleicher nach mehrjähriger und reiflicher Überlegung sein mittlerweile über ein halbes Jahrhundert gewachsenes Kunstkonvolut in die Obhut der Städtischen Galerie Böblingen (wir berichteten).

Der Sammler: Die Kindheit und frühe Jugend des in Stuttgart geborenen Gerhard Bleicher (Jahrgang 1929) wurden stark geprägt von den wechselhaften Zeiten, in denen die Willkürherrschaft des Dritten Reiches regierte und die Menschen den Wirren und Wehen des Zweiten Weltkrieges ausgesetzt waren. Mit noch nicht einmal 16 Jahren erreichte ihn der Einberufungsbefehl der Wehrmacht. Mit unglaublichem Glück schaffte er es im Mai 1945 unversehrt zurück nach Hause, wo er den Beruf des Elektromaschinenbauers erlernt. Von seinem ersten selbst verdienten Geld kauft sich der kunst- und kulturaffine Gerhard Bleicher eine verhältnismäßig erschwingliche Auflagen-Grafik. Ursprünglich tätigte er noch Käufe im Impuls, später schulte er den eigenen Blick, verfeinert seinen Geschmack und spezialisiert seine Sammeltätigkeit auf die Werke renommierter Kunstschaffender im Deutschland der 1910er- bis 1940er-Jahre. "So entstand im südwestdeutschen Raum eine der wertvollsten und vollständigsten Sammlungen von Arbeiten auf Papier", heißt es in einer Pressemitteilung.

Ausstellung und Katalog: Im Galerie-Kabinett zu sehen sind Werke mit Fokus auf die Entstehungszeit in den 1920er-Jahren von zahlreichen bedeutenden Künstlern, deren Namen von Max Ackermann bis Richard Ziegler reichen. Ausstellungsbegleitend erscheint ein Katalog.

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