Traumpalast Leonberg baut größte Leinwand der Welt

Bald schon muss Rekordhalter Sydney seinen Titel nach Deutschland abgeben. Denn der Kinobetreiber Marius Lochmann will die australische 30-Meter-Kinoleinwand mit einem noch größeren Format überbieten.

Artikel vom 03. Juli 2019 - 18:12

Von Simone Mücke

LEONBERG. Happy Birthday! Am Sonntag feiert der Traumpalast in Leonberg sein dreijähriges Bestehen. Das Kino kann aber demnächst noch etwas viel Größeres feiern. Nach Dolby Atmos und beweglichen D-Box-Sitzen hatte Marius Lochmann, Geschäftsführer vom Traumpalast in Leonberg, eine noch größere Idee, im wahrsten Sinne des Wortes: die größte Kinoleinwand der Welt soll in Leonberg aufgestellt werden. Mindestmaße von 26 auf 48 Meter soll die Leinwand zählen, um den Titel für die größte Leinwand der Welt zu erhalten. Damit wäre sie in etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld.

Zum Vergleich: Die bislang größte feste Leinwand steht in Australien, im Panasonic IMAX Theatre in Darling Harbour, Sydney. Die hat "nur" eine Größe von 35,72 auf 29,57 Meter und bietet Platz für 540 Kinobesucher.

Bis zu 600 Besucher sollen im neuen Saal Platz haben

Zusammen mit der kanadischen Firma IMAX Corporation soll ein sogenanntes IMAX-Center an das bisherige Kino angebaut werden. "Wir haben den Parkplatz von Anfang an geschottert gelassen, weil wir darüber nachgedacht haben noch weiter anzubauen, wenn alles gut läuft", berichtet Marius Lochmann.

Die XXL-Leinwand soll in den "großen Saal", in dem bis zu 600 Kinobesucher Platz haben sollen. Die anderen Kinosäle in Leonberg fassen je nach Saal 50 bis 220 Besucher.

Weiter planen die Kino-Macher eine Bowlingbahn, ein italienisches Restaurant und eventuell in der Zukunft noch ein Freilichtkino auf dem Dach. Große Pläne für ein großes Kino.

Bisher bleibt es bei den Plänen, denn: "Wir warten noch auf die Baugenehmigung. Sobald alles bestätigt ist, starten wir mit Vollgas", sagt er zuversichtlich.

Im Januar 2018 wurde der Architektenentwurf dem Leonberger Gemeinderat vorgelegt. Im April 2019 kam es zum Vertragsabschluss für die Errichtung eines großen IMAX-Centers. Die geplante Öffnung soll nächstes Jahr sein: "Wir werden definitiv 2020 eröffnen, am Besten schon zum neuen James Bond," hofft Lochmann, der selbst großer Actionfilm-Fan ist. Für ihn ist das keine Mission Impossible.

Die riesige Leinwand wird von einer Doppelprojektion von IMAX bestrahlt. Zwei Projektoren sorgen so für einen höheren Kontrast, mehr Höhen und Tiefen, ein helleres Bild und mehr Farben. Das macht vor allem die 3D Vorführungen zu einem noch eindrucksvolleren Kinoerlebnis.

Ein Problem bleibt im neuen Riesen-Kino bestehen: "Die erste Reihe wird natürlich immer die erste Reihe bleiben, irgendwo muss man ja mal anfangen", erklärt Lochmann "Aber IMAX überwacht den Bau und sorgt dafür, dass am Ende jeder Kinobesucher eine perfekte Sicht auf das Geschehen hat." Damit man also auch in der ersten Reihe nicht nur das Kinn der Schauspieler sieht, sollen die ersten Sitze etwa 15 Meter von der Leinwand entfernt stehen.

Und falls mal etwas mit der Technik schief geht? "Wir haben ausgebildete Techniker vor Ort, die mit den Projektoren umgehen können. Nur wenn plötzlich ein schwerwiegender Fehler vorliegt, muss jemand von IMAX kommen."

Für das neue Kino greift Lochmann mächtig in die Tasche und so muss am Ende auch der Kinobesucher mehr für einen Kinobesuch im neuen IMAX-Center zahlen. Ähnlich wie man es auch bei den Tickets für 3D-Filme kennt.

Streamingdienste keine Konkurrenz fürs Kino

Über die Zukunft des Kinos an sich macht sich der Kinoführer, trotz Heimkino und Streamingwettbewerb keine Sorgen: "Das Kino wurde schon mehrmals totgesagt. Als damals die DVDs herauskamen ja auch. In meinen Augen wird das Kino immer bestehen, wenn man vor Ort seinen Job richtig macht."

Den Erfolg im Leonberger Kino sieht der 25-Jährige auch durch die Sondervorführungen und prominenten Besuche, die den Kinobesuch zum doppelten Erlebnis machen: "Wir gehen weg von der Standardvorführung und bieten den Besuchern exklusive Vorführungen und Starauftritte." Promis wie Matthias Schweighöfer, Axel Stein und Florian David Fitz waren schon zu Gast bei ihm.

"Kino steht auch immer noch für etwas besonderes: man lacht zusammen, man weint zusammen, man hat Spaß, man kann ausgehen", sagt Lochmann. Bald können das vielleicht 600 Menschen zusammen machen.

Bald schon muss Rekordhalter Sydney seinen Titel nach Deutschland abgeben. Denn der Kinobetreiber Marius Lochmann will die australische 30-Meter-Kinoleinwand mit einem noch größeren Format überbieten.


Hintergrund

IMAX ist ein von dem gleichnamigen kanadischen Unternehmen IMAX Corporation entwickeltes Kino-System. Die Technologie ist auf besonders große Kinoleinwände spezialisiert. Das Wort „IMAX“ entstand aus „Images MAXimum“, was auf Deutsch in etwa „größtmögliche Bilder“ bedeutet. Mittlerweile existieren in Deutschland IMAX-Kinos in Berlin, Karlsruhe, Bochum, Hamburg sowie in Sinsheim und Speyer.