Tattoos: Tabu oder To-do?

Der eigene Körper als Leinwand für gestochene Bilder. Das finden heute immer mehr Menschen normal.Doch nach wie vor spalten sich die Gemüter bei diesem Thema. Die Szene-Redaktion hat sich dazu in Böblingen umgehört.

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Artikel vom 27. Februar 2019 - 16:42

KREIS BÖBLINGEN. Was haben Lady Gaga, Lukas Podolski und Justin Bieber gemeinsam? Sie alle sind bemalt. Nicht mit Make-Up, sondern mit Tinte. Genauso wie schätzungsweise 15 Prozent der Deutschen tragen sie ein Tattoo. Das Tattoo ist längst salonfähig geworden. Sogar Polizisten dürfen sichtbare Tattoos tragen - Ausnahme ist hier mal wieder unser Nachbarbundesland Bayern. Die Szene-Redaktion hat sich anlässlich der Tattoo-Messe nächste Woche (siehe Info-Kasten) auf der Böblinger Bahnhofstraße nach Tattoo-Trägern umgeschaut.

Tattoo selbst stechen lassen

Meike Bunge aus Weil der Stadt ist mit ihren 19 Jahren eine von ihnen. "Ich habe mir eine Katzenpfote und den Namen meiner Katze stechen lassen", offenbart die Auszubildende zur Industriekauffrau. Davor hat sie sich jedoch erstmal im Tattoo-Studio beraten und über alle Risiken aufklären lassen.

Der 18-jährige Schüler Dominik Ernst aus Sindelfingen ist hingegen noch unentschieden, ob er ein Tattoo möchte: "Aktuell habe ich kein Bedürfnis danach, aber vielleicht irgendwann mal."

Weiter ist hier die Schülerin Janin (19) aus Böblingen. "Ich finde Tattoos cool" , daher glänzt auf ihrer Haut auch schon ein kleiner Smiley. Allerdings ist sie dafür nicht extra in ein Tattoo-Studio gegangen, sondern hat es von einem Freund tätowieren lassen.

Fan von dezenten Tattoos

Der 61-jährige Entwicklungsingenieur Harry Niessner ist ein Fan von dezenten Tattoos. Bisher habe er noch keines "aber ich habe schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt", sagt er. "Wenn, dann muss es schon eine Bedeutung haben." So würden ihn die Initialen seiner Söhne auf seiner Haut reizen.

"Tattoos haben den Makel des Kriminellen verloren, sie sind salonfähig geworden", bestätigt die 47-jährige Anja Fischer aus Friolzheim. Für sie seien Tattoos dadurch nichts besonderes mehr und hätten an Bedeutung verloren. Allerdings gebe es auch sehr schöne, ästhetische Tattoos, "es kommt darauf an, wie gut gestochen wurde."

Alexander Stemmer (19) aus Schönaich gehört zu den 39 Prozent der Deutschen, die Tattoos für sich komplett ablehnen. "Aber jeder muss selbst wissen, was er mit seinem Körper anstellt."

Neben Janin schmückt auch die Hand des 22 Jahre alten syrischen Ahmed aus Hildrizhausen ein kleines ebenfalls selbstgestochenes schwarzes Tattoo. Es verblasst aber schon ein wenig. Ein größeres Tattoo kann sich der Flüchtling allerdings nicht vorstellen. "Ich will es nicht mein ganzes restliches Leben behalten."

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