Feministisches Kabarett-Duo Frauengold im Interview

Interview mit Susanne Geiger vom Duo Frauengold, das am Sonntag im Pavillon auftritt

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    Frauengold war früher ein Beruhigungsmittel für Hausfrauen - ideale Inspiration für das gleichnamige feministische Kabarett-Duo F: red

Artikel vom 30. Januar 2019 - 17:42

SINDELFINGEN (red). Am Sonntag, 3. Februar, startet das neue Frühjahrsprogramm der IG Kultur im Sindelfinger Pavillon (Calwer Straße 36). Ab 20 Uhr tritt das Duo Frauengold aus Herrenberg auf. Unter dem Titel "Mit Glanz und Gloria" präsentieren Susanne Geiger und Birgit Kruckenberg feministisches Musikkabarett. Wir haben uns im Vorfeld mit Susanne Geiger unterhalten.

 

Frauengold als Name eines Kabarett-Duos - wie kommt man darauf?

Zufällig haben wir eines Tages die Werbespots entdeckt, die es in den 50er Jahren für das Beruhigungsmittel Frauengold gab. Diese Darstellung der hübschen, angepassten Frau, die sich gerne dem Mann unterordnet, hat uns inspiriert. Parallel dazu sind wir auf damals beliebte Bücher gestoßen wie "The perfect housewife". In einem unserer ersten Programme haben wir wörtlich aus dem Buch zitiert, und das Publikum hat sich nicht gekriegt vor Lachen, weil es so unwahrscheinlich komisch ist, aber damals ganz ernst genommen wurde.

 

Wie haben Sie sich gefunden und beschlossen, gemeinsam Kabarett zu machen?

Birgit Kruckenberg-Link wurde vor fast 20 Jahren Frauenbeauftragte der Stadt Herrenberg, ich war damals in mehreren Frauengruppen in Herrenberg aktiv, so lernten wir uns ganz zwangsläufig kennen. Und eines Tages stellte sich heraus: Sie spielt Theater in einer Laien-Theater-Gruppe und sie singt leidenschaftlich gern. Und ich hätte gerne Theater gespielt, bin aber nie dazu gekommen, sondern habe Klavier studiert. Zunächst hat Birgit bei verschiedenen frauenpolitischen Veranstaltungen gesungen, und ich habe sie begleitet. Dann haben wir gemerkt, dass es umgekehrt auch geht: Ich singe, sie spielt Klavier. Und so hat sich das Ganze wie von alleine in Richtung Kabarett entwickelt.

 

Welche Botschaft möchten Sie mit Ihren Auftritten letztlich transportieren?

Wenn man mal voraussetzt, dass das Private auch immer politisch ist, dann ist es die Botschaft: Alt werden, alt sein, sollte in unserer Gesellschaft etwas Positives sein. Und jeder Mensch sollte sich verwirklichen können, egal auf welcher "Bühne. Da wir beide bekennende Feministinnen sind, sagen wir auch gerne auf diese Frage: Wir wollen unsere feministische Einstellung lustvoll und mit ganz viel Spaß leben, das machen wir übrigens auch außerhalb des Kabaretts.

 

  Eintrittskarten sind unter anderem beim i-Punkt in Sindelfingen, Telefon (0 70 31) 94 32 5 erhältlich.
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