Jazztime ehrt Nelson Mandela

Die Konzertreihe feiert am 21. Dezember im Sparkassenforum den 100. Geburtstag des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten

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    Wird die Texte lesen: Peter Grohmann Foto: Brucklacher
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    Häufiger Gast bei der Jazztime: Werner Acker Foto: Fautz
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    Preisgekrönte Sängerin: Verena Nübel Foto: Janine Kühn

Zum Jahresausklang bei der Jazztime am Freitag, 21. Dezember, um 20 Uhr im Sparkassenforum Böblingen, würdigt die Sawubona Band Nelson Mandela. Die "Songs Of Good Hope" sind eine musikalische Reise durch Südafrika zum 100. Geburtstag des Politikers.

Artikel vom 13. Dezember 2018 - 18:00

BÖBLINGEN (red). Im März 2008 startete die IBM im Internet das Music-Jam Projekt "Sawubona/Songs Of Good Hope" und forderte Musiker weltweit auf 17 Songtexte über Südafrika zu vertonen. Die Texte schrieb Hans-Dieter Huober, der für das weltweite IBM Magazin "Think" 1994 in Südafrika war, um nach dem Ende der Apartheid einen Artikel über die IBM am Kap zu schreiben. Huobers Recherchen führten ihn auch nach Soweto, wo die IBM zahlreiche soziale Projekte initiiert hatte. Daraus entstand der erste der Songs Of Good Hope: Soweto, June 1994.

Werner Acker, Dozent für Jazz-Gitarre an der Musikhochschule Stuttgart übernahm die Auswahl der besten Songs aus dem Internet-Projekt und arrangierte sie neu in einem einheitlichen Sound mit musikalischen Gästen aus aller Welt. Die CD "Songs Of Good Hope" mit der Sawubona Band erschien 2010. "Die soziale Lage für die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung am Kap hat sich bis heute nicht spürbar verbessert", sagt Konzertveranstalter Ralf Püpcke. "Die Songs Of Good Hope haben ihre Relevanz nicht verloren."

"Wir warten auf eine menschenwürdige Wohnung und Wohlstand seit dem Ende der Apartheid 1994 - fast schon so lange wie Nelson Mandela im Gefängnis saß", sagt ein Township-Bewohner in dem Film "Aufstand gegen die Befreier", der im April 2018 von "arte" ausgestrahlt wurde.

Die Lieder haben ihre Relevanz nicht verloren

Verena Nübel studierte Jazzgesang an der Musikhochschule Stuttgart und als Stipendiatin des Baden-Württemberg Stipendiums am Conservatorium in Maastricht. Sie ist Preisträgerin des "Young Lions Jazz Award" und wirkt in vielseitigen Projekten mit.

Julia Ehninger lotet immer wieder die traditionellen Genregrenzen des Jazz aus und überzeugt mit ihrer warmen, beweglichen Stimme. Sie studierte an den Musikhochschulen Weimar und Stuttgart sowie 2013 an der Manhattan School of Music in New York.

Gitte Lindmaier studierte Kunstgeschichte und Anglistik in Stuttgart und hatte Gesangsunterricht bei Fola Dada. Mit ihrer samtig warmen Stimme fühlt sie sich am wohlsten im Grenzbereich zwischen Jazz, Soul, Funk, Pop und Elektro.

Neben Pianist Tilman Jäger spielten der Saxophonist Ekkehard Rössle und Gitarrist Werner Acker mehrfach bei der Jazztime und glänzten als herausragende Gast-Solisten. Keyboarder Rainer Scheithauer begleitet Künstler wie Herbert Grönemeyer, Bono und Gregor Meyle. Hansi Schuller ist ein viel gefragter E- und Kontra-Bassist.

Thomas Keltsch ist als Schlagzeuger in vielen Bands sowohl im Popular- und Jazz-Bereich als auch in klassischen Orchestern tätig. Peter Grohmann ist Mitbegründer des Theaterhaus Stuttgart und des Club Voltaire, zudem Publizist, Autor und Kabarettist sowie Teil eines Bürgerprojekts, das alljährlich den "Stuttgarter Friedenspreis" verleiht. Er wird die Texte auf Deutsch interpretieren.

Nummerierte Reihen-Plätze im Vorverkauf sind erhältlich im Ticketshop der Kreiszeitung Böblinger Bote in den Mercaden, Telefon (0 70 31) 4 91 02 65, oder an der Abendkasse. Karten in der Kategorie 1 kosten 27,50 Euro, ermäßigt 16 Euro, in der Kategorie 2 kosten sie 22,50 Euro und ermäßigt 12 Euro. Mehr Informationen unter http://www.Jazztimebb.de.
Die Sawubona-Geschichte
Stuttgart, Mai 1994: Hans-Dieter Huober bekam den Auftrag, für das IBM-Magazin "Think" über den Konzern in Südafrika zu schreiben. Als er im Juni 1994 dort ankam, wollte die IBM auch wissen, was mit den 30 Millionen Dollar für ein soziales Township-Projekt geschah. Huober versuchte diese Frage im Vorfeld zu klären und erhielt aus Johannesburg die Antwort: "Wir wissen davon nichts, aber es gibt einen Kollegen der Bescheid weiß, aber der ist im Urlaub."
Johannesburg, Juni 1994: Peter Mbelengwa, der IBM-Kollege, der im Urlaub war, zeigt Huober die 30 Millionen-Dollar-Projekte in Soweto: ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Zentrum für Erwachsenenbildung und das erste Altersheim in Soweto. Daraus entstand der erste Text der "Songs Of Good Hope".
Südafrika, Herbst 1995: Huober macht Urlaub in Südafrika. Nach sechs Wochen hatte er viele Bilder und Geschichten gesammelt. Er beschloss diese Geschichten ebenfalls zu Songtexten zusammen zu fassen. So entstanden insgesamt 17 Songs über Südafrika - die "Songs Of Good Hope". Uli Staudenmaier, Musik-Student, machte die Musik dazu.
Stuttgart, 1997: Die IBM unterstützt eine Band, die zur Hälfte aus Musikern aus Soweto und zur anderen Hälfte aus Musiker aus dem Raum Stuttgart/Ludwigsburg bestand. Da Huober nur ein Wort in Zulu kannte, erhielt die Band den Namen Sawubona (auf Deutsch "Hallo"). Diese Band tourte rund drei Jahre durch Deutschland, gab etwa 15 Konzerte.
Stuttgart, 2006: Die Songtexte wurden auf eine Internet-Plattform gestellt und Musiker aus der ganzen Welt wurden aufgefordert, die Songs zu vertonen.
Hannover, 2010: 300 Songs kamen zusammen. Die besten wurden ausgewählt und mit einer neuen SAWUBONA Band nach einem einheitlichen musikalischen Konzept eingespielt. Die Band eröffnete 2010 die CeBIT in Hannover. (red)
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