Karlheinz Möller und Freunde in der Burg Kalteneck

Fünf gegensätzliche Künstler gestalten in Holzgerlingen eine Ausstellung, die noch am Wochenende zu sehen ist

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    Die Künstler (v.l.): Ingerjo Zimmermann, Karlheinz Möller, Lisel Roome, Marion Möller und Karl-Heinz Raichle Foto: red

Artikel vom 11. Dezember 2018 - 16:18

Von Jutta Rebmann

HOLZGERLINGEN. Trotz stürmischer Böen und Regen konnten sich Marion Möller, Ingerjo Zimmermann, Karlheinz Möller, Karl-Heinz Raichle und Liesel Roome über eine große Menge Besucher bei der Eröffnung ihrer Ausstellung in der Burg Kalteneck freuen.

Marion Möller hat in den vergangenen Jahren eine ausgesprochen eigenwillige Entwicklung genommen. Daran ist ihre Lust am Experimentieren und ihre Freude am Neuen nicht ganz unschuldig. Geblieben ist ihr die Hingabe an die Linie. Mal fein, mal gerade, mal dicht und im Vordergrund stehend - ohne Linie sind die Werke Marion Möllers nicht denkbar.

Marion Möller macht die Welt hinter dem Sichtbaren sichtbar

An ihre Ausbildung als Textildesignerin schloss sich ein Studium zur Ingenieurin für Textildesign an. Nach einem Aufbaustudium für Grafikdesign und Desktop-Publishing arbeitete sie als Freie Grafik-Designerin, Illustratorin und Medienbetreuerin.

Sie liebt es, die Welt hinter dem Sichtbaren sichtbar machen, zu interpretieren. Die neuen Bilder mit kahlen Bäumen, die den Betrachter nicht loslassen, weil die sparsame Farbgebung, das Gewirr der Linien ihn in den Bann ziehen. Das "Goldene Zeitalter" leuchtet den Betrachtern entgegen. Neu sind die Keramikarbeiten, kleine und größere Schalen, bei denen Linien eine große Rolle spielen.

Ingerjo Zimmermann ist in Norwegen geboren. Im Land der dunklen, tief eingeschnittenen Fjorde, der Mitternachtssonne und der langen Winternächte hat man ein ganz besonderes Verhältnis zur Farbe. Die Künstlerin besuchte von 1956 bis 1960 die Kölner Werkkunstschule, mit dem Schwerpunkt Graphik und Design. Legendär ist ihr Blau, das fast im Schwarz ertrinkt. Ihre vielen Reisen spiegeln sich in ihren Bildern - sie haben sich etwas geheimnisvolles bewahrt.

Geboren in Detmold, durchlief Karlheinz Möller nach der Schule eine Lehre als Schriftsetzer, die er mit der Meisterprüfung abschloss. Daran anschließend absolvierte er ein Grafik- und Designstudium an der Werkkunstschule Bielefeld. Mit dem Beginn der achtziger Jahre begann er, sich intensiv mit künstlerischen Techniken vertraut zu machen. Den sich ändernden Bedingungen im graphischen Gewerbe stellte er seit Beginn der 90er Jahre seine Kunst entgegen. Das, was sich im Druckgewerbe nicht mehr einsetzen ließ, die Lust am Künstlerischen, das fand sich danach in seinen Bildern wieder. Sie schlagen der tradierten Form nicht selten ein schwungvolles Schnippchen und lassen den Betrachter staunen über die pralle Lebendigkeit und Lust am Leben.

Steinreich ist er geworden, der Herrenberger Arbeitsmediziner und Chiropraktiker Karl-Heinz Raichle, der seit seiner Kindheit einen Hang zur Kunst hat. Einen Hang, etwas zu formen, zu gestalten. Bei einem Reha-Aufenthalt entstand sein erstes Werk: der Boxer. Ein schwieriger, langwieriger Anfang. Ein Werk, das er nicht missen möchte. Ein Werk, das am Anfang einer künstlerischen Entwicklung steht, die an Wucht nichts zu wünschen übrig lässt.

Steinreich nennt der Künstler seinen Teil der Ausstellung, in der er erstmals auch Fotografien zeigt. Bilder von archaischen geschichtsträchtigen Steinen, von Mauern und Grabstätten, Häusern und Schlössern überall auf der Welt, verwittert, angenagt vom Zahn der Zeit. Steine, die Zeugen einer geschichtlichen Entwicklung waren und sind, auf Reisen noch wahrnehmbar. Ein Schlag, bei dem ein Stück des Steines wegspringt - und schon weiß der Künstler, was in seinem Brocken steckt.

Es entstehen massige, archaische Köpfe, jeder ein Unikat, ausdrucksstark und unumkehrbar. Die Formensprache Karl-Heinz Raichles folgt dem Stein, elegant, klotzig, grob, ansprechend, windschnittig. Er liebt es, den Stein auf den Kopf zu stellen. Dann tanzt er auf seinem Sockel, reckt sein schweres Haupt empor. Manchmal will es der Künstler anders als es der Stein will. Aber der Sinnlichkeit des Materials nicht zuwider zu handeln, das ist eines der Gesetze, dem Karl-Heinz Raichle in seinem Schaffen den Vorrang einzuräumen scheint.

Liesel Roome ist von ihrer südafrikanischen Heimat geprägt

Nicht zu vergessen Liesel Roome. In einer kleinen Stadt bei Kapstadt in Südafrika geboren, lebt sie seit zwölf Jahren in der Region. Ihre Kunst ist von den erdigen Farben ihrer südafrikanischen Heimat geprägt. Kräftige Farbstriche kennzeichnen ihre Bilder, die sehr der Natur und der Landschaft ihrer Heimat verhaftet sind.

Die Ausstellung "Ansichtssache" ist am kommenden Wochenende Samstag, 15., und Sonntag, 16. Dezember, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet in der Burg Kalteneck Holzgerlingen.
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