Spielerische Geschenkideen

Die Auswahl an guten Kinder- und Familienspielen ist riesig. Doch welche Neuheiten sind herausragend? Unsere KRZ-Spiele-Expertin Tanja Liebmann gibt Tipps zu besonders gelungenen Titeln für den Weihnachtsbaum.

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Artikel vom 28. November 2018 - 17:00

Die Auswahl an guten Kinder- und Familienspielen ist riesig. Doch welche Neuheiten sind herausragend? Unsere KRZ-Spiele-Expertin Tanja Liebmann gibt Tipps zu besonders gelungenen Titeln für den Weihnachtsbaum.

Achtung, kleine Vorwarnung: Wer "Otrio Deluxe" beginnt, wird nicht mehr damit aufhören wollen. Der Wiederspielreiz dieses einfachen und eingängigen Legespiels ist enorm. Wem gelingt es zuerst, eine Dreier-Kombination zu schaffen? Gespielt wird auf einer großen Holzplatte, die neun Mal die gleiche Formation zeigt, nämlich drei Einkerbungen für je ein Stäbchen, einen mittleren und einen großen Ring. Reihum darf jeder Spieler ein Teil platzieren und damit Gewinnchancen setzen oder Gegner blockieren. Sechs Ringe und drei Stäbchen liegen jedem Spieler vor. Wem es gelingt, eine Reihe oder einfarbige Formation zu bilden, hat gewonnen. Fazit: Ein taktisches Spiel mit Sogwirkung; sowohl optisch als auch haptisch ein Genuss - klasse!

  Otrio Deluxe von Brady Peterson, erschienen bei Marbles Brain Workshop/Spin Master. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 10 Minuten, ca. 40 Euro.
 

Mit Bildern die Mitspieler ohne Worte an bestimmte Stellen auf dem Spielplan zu lotsen? Ja, das funktioniert. Voraussetzung ist, dass die Spieler bei "Shadows - Amsterdam" lernen, wie ihre Teamkollegen "ticken". Ein Beispiel: Die Spieler sollen mit ihrer Figur auf diejenige Bezirkskarte rücken, die eine Tür zeigt. Wie schön, wenn der Teamführer in der aktuellen Auslage auf eine Karte mit Schlüsseln hinweisen und damit einen guten Tipp geben kann. Doch was tun, wenn diese offensichtliche Verknüpfung fehlt und über Farben oder sonstige Details auf den phantasievoll gestalteten Karten nur unkonventionelle Assoziationsketten gelingen? Fazit: bestens geeignet für Spieler, die ein gutes Bauchgefühl haben und schnell, aber mit Bedacht, passende Plättchen-Kombinationen entdecken.

  Shadows - Amsterdam von Mathieu Aubert, erschienen bei Libellud/Asmodee. 2-8 Spieler ab 10 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 23 Euro.
 

Sterne zu sammeln macht Spaß - auch wenn das bei dem Würfelspiel "Drachenschreck" mit nicht ganz einfachen Entscheidungen verknüpft ist. Was zum Beispiel soll Spieler X tun, wenn er mit seinem gelben Würfel vier Sterne und mit seinen drei roten Würfeln zwei Sternen holen könnte? Pro Würfelwurf darf sich X nur ein Sternen-Plättchen schnappen. Und: Nicht genutzte Würfel dürfen nochmals gewürfelt werden. Allerdings: Würfelt X seine drei roten Würfel erneut, weil er den gelben Würfel auf das gelbe Sterne-Plättchen gesetzt hat, und fällt dann wieder die Farbe Gelb, erhält X statt der vier Sterne lediglich einen Trost-Stern. Fazit: kurzweilig, riskant und schön illustriert; in jeder Runde muss neu abgewogen werden.

Drachenschreck von Benjamin Schwer, erschienen bei Haba. 2-4 Spieler ab 4 Jahren, ca. 10-15 Minuten, ca. 7 Euro.

 

Unter dem Namen "Brains" hat Reiner Knizia in den vergangenen Jahren mehrere Solospiele mit unterschiedlich schweren Denkaufgaben veröffentlicht. Nun gibt es "Brains" auch als Familienspiel, bei dem es darum geht, möglichst schnell eine Lösung zu diversen Logik- und Puzzleaufgaben zu finden. Jeder Spieler hat die gleiche Aufgabe vor sich und alle versuchen gleichzeitig, ihre Carcassonne-ähnlichen Plättchen so auf ihr Tableau zu legen, dass ein Ritter alle Burgen erreichen kann. Schön ist, dass der Schwierigkeitsgrad für Gewinner mit jedem Sieg steigt und dann auch Drachen ans Wegenetz angegliedert werden müssen. Fazit: schnell erklärt und Schritt um Schritt herausfordernder.

Brains Family - Burgen & Drachen von Reiner Knizia, erschienen bei Pegasus Spiele. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 20 Euro.

 

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt ein Spiel, mit dem man spielerisch besser rechnen lernen kann. "Professor 3Stein" heißt die Neuheit und bietet mehrere Varianten für Rechenanfänger und Fortgeschrittene. Zentral ist ein Spielplan mit einem Quadrat aus zehn Mal zehn Reihen und Spalten, in denen alle Zahlen von 1 bis 100 abgebildet sind. Im Einstiegsspiel gilt es, die Ergebnisse der auf zwei Würfeln gezeigten Zahlen zu addieren oder einfach mit einer Figur Schritt für Schritt Richtung Ziel abzugehen. Bei Sonderfeldern gibt es einen Bonus und in höheren Levels wird auch Subtraktion, Multiplikation und Division eingebaut. Fazit: ein gelungenes Rechen- und Strategiespiel mit steigendem Schwierigkeitsgrad; pädagogisch wertvoll.

  Professor 3Stein von Joachim Gartz, erschienen bei Mücke Spiele. 2-4 Spieler ab 5 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 28 Euro.
 

Die Optik von "Hexenhaus" ist top - und macht neugierig. Was hat es mit diesen farbintensiven Lebkuchenmotiven auf sich? Warum sind sie auf so vielen Plättchen und Karten zu finden? Das Geheimnis liegt in einer Lebkuchen-Kettenreaktion: Über Doppelplättchen lassen sich Einzelplättchen sammeln, die mittels Karten in Siegpunkte umgewandelt werden können. Wie und mit welchem Effekt die Plättchen gelegt beziehungsweise gestapelt werden dürfen und was so genannte Belohnungskarten bringen, wird in der Anleitung gut erklärt. Clever abzuwägen und das Tun der Mitspieler im Blick zu behalten hat hohe Priorität, allerdings ist auch Glück im Spiel. Fazit: Ein toll illustriertes Lege-Sammel-Stapel-Spiel für die ganze Familie.

Hexenhaus von Phil Walker-Harding, erschienen bei Lookout Spiele. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 33 Euro.

 

Bei "blank" winkt Gewinnern eine besondere Belohnung: Sie dürfen eine Spielekarte gestalten oder eine neue Regel aufstellen. "Wie bitte?", wird sich jetzt der eine oder andere verwundert fragen. Doch tatsächlich: Auf die Karten kann geschrieben werden - zum Beispiel, dass immer dann, wenn eine blaue Karte gespielt wird, der nächste Spieler "Miau" sagen muss. Das Ziel ist es, als Erster alle Karten loszuwerden, doch das ist gar nicht so einfach. Schließlich machen bereits bedruckte Regel- und Effektkarten den Spielern Vorgaben, und jeder, der diese nicht befolgt oder etwas falsch macht, bekommt eine Strafkarte. Fazit: Ein wahrlich einzigartiges Spiel. Wow!

  blank von Henri Kermarrec, erschienen bei HUCH!. 2-6 Spieler ab 6 Jahren, ca. 10 Minuten, ca. 14 Euro.

Spielerische Geschenkideen

 

Für Taktiker

Achtung, kleine Vorwarnung: Wer "Otrio Deluxe" beginnt, wird nicht mehr damit aufhören wollen. Der Wiederspielreiz dieses einfachen und eingängigen Legespiels ist enorm. Wem gelingt es zuerst, eine Dreier-Kombination zu schaffen? Gespielt wird auf einer großen Holzplatte, die neun Mal die gleiche Formation zeigt, nämlich drei Einkerbungen für je ein Stäbchen, einen mittleren und einen großen Ring. Reihum darf jeder Spieler ein Teil platzieren und damit Gewinnchancen setzen oder Gegner blockieren. Sechs Ringe und drei Stäbchen liegen jedem Spieler vor. Wem es gelingt, eine Reihe oder einfarbige Formation zu bilden, hat gewonnen. Fazit: Ein taktisches Spiel mit Sogwirkung; sowohl optisch als auch haptisch ein Genuss - klasse!

Für Teamspieler

Mit Bildern die Mitspieler ohne Worte an bestimmte Stellen auf dem Spielplan zu lotsen? Ja, das funktioniert. Voraussetzung ist, dass die Spieler bei "Shadows - Amsterdam" lernen, wie ihre Teamkollegen "ticken". Ein Beispiel: Die Spieler sollen mit ihrer Figur auf diejenige Bezirkskarte rücken, die eine Tür zeigt. Wie schön, wenn der Teamführer in der aktuellen Auslage auf eine Karte mit Schlüsseln hinweisen und damit einen guten Tipp geben kann. Doch was tun, wenn diese offensichtliche Verknüpfung fehlt und über Farben oder sonstige Details auf den phantasievoll gestalteten Karten nur unkonventionelle Assoziationsketten gelingen? Fazit: bestens geeignet für Spieler, die ein gutes Bauchgefühl haben und schnell, aber mit Bedacht, passende Plättchen-Kombinationen entdecken.

Für Zocker

Sterne zu sammeln macht Spaß - auch wenn das bei dem Würfelspiel "Drachenschreck" mit nicht ganz einfachen Entscheidungen verknüpft ist. Was zum Beispiel soll Spieler X tun, wenn er mit seinem gelben Würfel vier Sterne und mit seinen drei roten Würfeln zwei Sternen holen könnte? Pro Würfelwurf darf sich X nur ein Sternen-Plättchen schnappen. Und: Nicht genutzte Würfel dürfen nochmals gewürfelt werden. Allerdings: Würfelt X seine drei roten Würfel erneut, weil er den gelben Würfel auf das gelbe Sterne-Plättchen gesetzt hat, und fällt dann wieder die Farbe Gelb, erhält X statt der vier Sterne lediglich einen Trost-Stern. Fazit: kurzweilig, riskant und schön illustriert; in jeder Runde muss neu abgewogen werden.

Drachenschreck von Benjamin Schwer, erschienen bei Haba. 2-4 Spieler ab 4 Jahren, ca. 10-15 Minuten, ca. 7 Euro.

 

Für Denksportler

Unter dem Namen "Brains" hat Reiner Knizia in den vergangenen Jahren mehrere Solospiele mit unterschiedlich schweren Denkaufgaben veröffentlicht. Nun gibt es "Brains" auch als Familienspiel, bei dem es darum geht, möglichst schnell eine Lösung zu diversen Logik- und Puzzleaufgaben zu finden. Jeder Spieler hat die gleiche Aufgabe vor sich und alle versuchen gleichzeitig, ihre Carcassonne-ähnlichen Plättchen so auf ihr Tableau zu legen, dass ein Ritter alle Burgen erreichen kann. Schön ist, dass der Schwierigkeitsgrad für Gewinner mit jedem Sieg steigt und dann auch Drachen ans Wegenetz angegliedert werden müssen. Fazit: schnell erklärt und Schritt um Schritt herausfordernder.

Brains Family - Burgen & Drachen von Reiner Knizia, erschienen bei Pegasus Spiele. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 20 Euro.

 

Für Mathematiker

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt ein Spiel, mit dem man spielerisch besser rechnen lernen kann. "Professor 3Stein" heißt die Neuheit und bietet mehrere Varianten für Rechenanfänger und Fortgeschrittene. Zentral ist ein Spielplan mit einem Quadrat aus zehn Mal zehn Reihen und Spalten, in denen alle Zahlen von 1 bis 100 abgebildet sind. Im Einstiegsspiel gilt es, die Ergebnisse der auf zwei Würfeln gezeigten Zahlen zu addieren oder einfach mit einer Figur Schritt für Schritt Richtung Ziel abzugehen. Bei Sonderfeldern gibt es einen Bonus und in höheren Levels wird auch Subtraktion, Multiplikation und Division eingebaut. Fazit: ein gelungenes Rechen- und Strategiespiel mit steigendem Schwierigkeitsgrad; pädagogisch wertvoll.

Für Familien

Die Optik von "Hexenhaus" ist top - und macht neugierig. Was hat es mit diesen farbintensiven Lebkuchenmotiven auf sich? Warum sind sie auf so vielen Plättchen und Karten zu finden? Das Geheimnis liegt in einer Lebkuchen-Kettenreaktion: Über Doppelplättchen lassen sich Einzelplättchen sammeln, die mittels Karten in Siegpunkte umgewandelt werden können. Wie und mit welchem Effekt die Plättchen gelegt beziehungsweise gestapelt werden dürfen und was so genannte Belohnungskarten bringen, wird in der Anleitung gut erklärt. Clever abzuwägen und das Tun der Mitspieler im Blick zu behalten hat hohe Priorität, allerdings ist auch Glück im Spiel. Fazit: Ein toll illustriertes Lege-Sammel-Stapel-Spiel für die ganze Familie.

Hexenhaus von Phil Walker-Harding, erschienen bei Lookout Spiele. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 33 Euro.

 

Für Kreative

Bei "blank" winkt Gewinnern eine besondere Belohnung: Sie dürfen eine Spielekarte gestalten oder eine neue Regel aufstellen. "Wie bitte?", wird sich jetzt der eine oder andere verwundert fragen. Doch tatsächlich: Auf die Karten kann geschrieben werden - zum Beispiel, dass immer dann, wenn eine blaue Karte gespielt wird, der nächste Spieler "Miau" sagen muss. Das Ziel ist es, als Erster alle Karten loszuwerden, doch das ist gar nicht so einfach. Schließlich machen bereits bedruckte Regel- und Effektkarten den Spielern Vorgaben, und jeder, der diese nicht befolgt oder etwas falsch macht, bekommt eine Strafkarte. Fazit: Ein wahrlich einzigartiges Spiel. Wow!

 

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