Eine Schwäbin in Berlin

Bärbel Stolz wurde auf Youtube mit ihren Videos als "Prenzlschwäbin" berühmt - Am Freitag kommt sie nach Maichingen

  • img

Artikel vom 14. November 2018 - 18:47

MAICHINGEN. Eigentlich war sie schon berühmt. Als Yvonne Cindy-Renate Petersen war Bärbel Stolz fast 400 Episoden bei der Erfolgs-Telenovela "Verliebt in Berlin" zu sehen. Doch ihren richtigen Durchbruch erlebte sie erst mit ihren Youtube-Videos, in denen sie als "Prenzlschwäbin" die Berliner Schwaben und die Yuppie-Szene parodiert.

Geplant war das, wie so vieles in ihrem Leben, nicht. Aufgewachsen ist die kleine Bärbel in Hayingen. 2200 Einwohner, tiefste Provinz auf der Schwäbischen Alb. "Die einen hat es weit weg gezogen, nach Reutlingen, andere noch weiter", erzählt Stolz. Medizin wollte sie studieren, doch dann war eine ihrer zahlreichen Bewerbungen an Schauspielschulen erfolgreich. Sie ließ ihre Medizin-Prüfung sausen und zog in die Hauptstadt.

Dort lebt sie heute immer noch. "Ich bin hier hängen geblieben. Es hat mich nicht losgelassen." Und passend zur Fernsehserie ist sie "verliebt in Berlin." Doch auch die Alb lässt sie nicht los. "Ich habe zwei Heimaten. Landschaftlich liebe ich die Schwäbische Alb. Beim Berliner Fernsehturm komme ich aber auch ins Schwärmen", verrät sie.

Sie fängt klassisch mit Theater an

In der Metropole fängt sie klassisch mit Theater an. Schon ihr Vater war Schauspieler, der ihr das Talent in die Wiege gelegt hat. Allerdings auch ihren Dialekt. Das wollte sie anfangs nicht so recht glauben. "Wir haben zu Hause Hochdeutsch gesprochen. In Berlin habe ich dann gemerkt, dass mein Deutsch ziemlich gefärbt war." Mit einer Sprachtrainerin trainierte sie sich den Dialekt regelrecht ab - mit Erfolg. Im Gespräch ist kein Schwäbisch mehr zu hören.

Stolz schaffte den Sprung ins Fernsehen. Doch dann kam ihr Mann und dann ihr Nachwuchs. "Da musste ich schauen, wo ich bleibe, denn wenn man schwanger ist, ist man erstmal raus." Um auf sich aufmerksam zu machen, drehte sie ein kleines Filmchen.

Heraus kam die Prenzlschwäbin, angelehnt an den Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, in dem überdurchschnittlich viele Schwaben leben sollen. Den Namen prägte ihr Mann, mit dem sie die folgenden Filme auch produzierte. Der Clip "Shit Prenzlschwaben say" wurde dann endgültig zum viralen Hit. "Sogar aus Amerika kommen Rückmeldungen." Und nicht nur, dass sie jetzt noch öfter auf der Straße erkannt wird: "Jetzt outen sich ganz viele Schwaben um mich herum."

Mit dem Youtube-Phänomen folgte ihr Buch "Isch des Bio" mit dem sie kurz darauf dann auch auf Tour ging durch die ganze Republik. Die Texte dafür schreibt sie aber nicht allein. "Ich bin ein totaler Teamplayer. Ich mache das zusammen mit meinem Bruder und meiner Schwester." Manche Texte schickt sie auch auf die Alb zu ihrer Mutter, um Feedback zu bekommen.

Seit gut drei Jahren ist sie nun schon auf Tour, aber langweilig wird es ihr nicht. "Ich bin jedes mal saumäßig aufgeregt. Es hat jedes mal eine ganz eigene Energie." Und: "Ich probier' schon neue Texte aus, heimlich . . ." Ihr zweites Programm ist nämlich schon in Arbeit.

Derzeit ist sie im Schwabenland unterwegs, morgen Sindelfingen. Albstadt, Wernau und Stuttgart folgen. Eines fällt ihr dabei auf: "In Schwaben ist immer ein Berliner dabei. Die sind halt auch überall. Das haben wir gemeinsam . . ."

Der Abschluss ist dann am 25. Dezember in Berlin. An Weihnachten auf der Bühne stehen? "Ich habe mich mit meinem Mann abgesprochen und wir fanden, das ist ein toller Termin. Wir feiern mit der Familie und Oma vor und nach. Wir lassen uns die Heimeligkeit nicht nehmen."

Das erste Buch wird derzeit verfilmt

Und wie geht es weiter? Das neue Programm und damit auch ihr zweites Buch ist in Arbeit. Das erste Buch wird derzeit verfilmt. Stolz hat nur ein Programm: "Ich hab auf alles Lust, ich möchte alles machen!" Deswegen heißt ein Kapitel im neuen Buch auch: "Zehn Frauen möcht ich sein." Eins ist ihr klar: "Ich will auf jeden Fall weiter auf der Bühne stehen und Comedy machen."

 

  Bärbel Stolz kommt mit ihrem Programm "Isch des Bio?" am Freitag, 16. November, um 20 Uhr ins Bürgerhaus Maichingen. Restkarten erhältlich an der Abendkasse oder unter der Ticket-Hotline: (0180) 67 00 73 3.

 

Verwandte Artikel