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Theaterstück zum 400. Geburtstag von Katharina Hummel

Das Leonberger Ensemble bühne16 inszeniert die Geschichte um die Wunderheilung einer "modernen Frau" aus dem Jahr 1644

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    Katharina Hummels Begegnung mit den Zigeunern in einer Traumwelt Foto: bühne16

Artikel vom 05. November 2018 - 18:06

LEONBERG (red). Mit "Das Wunder der Katharina Hummel" feiert das Ensemble "bühne16" aus Leonberg noch in diesem Jahr das mittlerweile neunte Stück, das aus der Feder von Ensemblemitglied und Autor Peter Höfer stammt, Premiere.

Katharina Hummel, 1618 im Jahr des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges in Ohmden geboren, erlebte das ganze Elend dieser Zeit. Krieg, Hunger und Seuchen waren ihre Wegbegleiter. Nachdem sie und ihre Geschwister von der verwitweten Mutter verlassen wurden, kam die bettelarme Katharina nach Leonberg, wo aufgrund der schlechten Lebensbedingungen ihre Beine erkrankten und sie sich fortan nur noch mit Hilfe von zwei kleinen Handkrücken kriechend fortbewegen konnte. Diese Handkrücklein aus Holz werden immer noch in der Stadtkirche Leonberg aufbewahrt.

Die Handkrücken werden noch immer in Leonberg aufbewahrt

Acht Jahre lang schleppte sie sich so durch die Gassen Leonbergs und auch jeden Sonntag zur Stadtkirche, wo sie immer der Predigt unter der Kanzel beiwohnte. An dieser Stelle ist ihr dann im Jahre 1644 nach der Predigt im Beisein des Herzogs eben diese Wunderheilung widerfahren, die einen ungeheuren Widerhall in der erregten Bevölkerung hervorrief. Katharina Hummel, unehelich geboren, war schon allein deshalb für diese Zeit eigentlich chancenlos. Die Kriterien der damaligen Zeit, wie beispielsweise demütige Frömmigkeit, gehörten nicht zu ihrem selbstbewussten Wesen. Sie kämpfte sich mutig, tapfer und lebensgierig durch diese konfliktbeladene Zeit, war also fast schon eine "moderne Frau", die ihrer Zeit weit voraus war. War diese rätselhafte und wundersame Heilung nun ein echtes Wunder?

War die rätselhafte Heilung ein echtes Wunder?

Dies und die Hintergründe dieser Ereignisse versucht nun die Regisseurin Annalies Müller mit ihren 30 Darstellern umfassenden Ensemble anhand der vorhandenen Aufzeichnungen in einem packenden Theaterstück zu erhellen. Die Premiere findet im November statt, was dem 400. Jahrestag der Geburt Katharina Hummels im Jahre 1618 geschuldet ist. Das Stück wird aber auch noch im Februar zu sehen sein.

Die Aufführungen sind am Sonntag, 11. und 18. November, um 18.30 Uhr, sowie am Samstag, 9. und 16. Februar 2019 um 19.30 Uhr im Spitalhoftheater Leonberg. Karten gibt es beim i-Punkt im Rathaus Leonberg und bei den KRZ-Ticketshops unter Telefon (0 70 31) 4 91 02 65 (Mercaden) oder (0 70 31) 87 92 94 (Stern-Center). Kartenreservierungen werden unter Telefon (0 71 52) 99 01 40 2 und unter theater@leonberg.de entgegengenommen. Die Karten kosten im Vorverkauf 15 und acht Euro, an der Abendkasse 17 und zehn Euro.
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