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Maichinger Autorin veröffentlicht Fantasy-Roman

Im neuen Buch von Farina Eden geht es hoch her. In ihrer düsteren Zukunftsvision will ein Wissenschaftler eine bessere Welt erschaffen - auf den Ruinen der alten. Dabei helfen ihm Menschen mit besonderer Gabe: Wunschdenker

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Artikel vom 25. Oktober 2018 - 17:54

MAICHINGEN. Wir schreiben das Jahr 2041. Christopher Tidemann sitzt im Büro des Schulrektors Gormann. Keine allzu wundersame Situation. Doch dann: "Ich stelle mir vor, Gormann würde verschwinden. Genau jetzt. In diesem Moment. Ich schaue ihm direkt in die Augen. Meine Gedanken formen sich wie von selbst: Warum springst du nicht einfach aus dem Fenster? Gormann fährt sich schweigend durch die graumelierten Haare. Dann steht er auf, öffnet das Fenster und springt."

Ein irrwitziger Zufall? Nein. Kurz darauf erfährt Chris von seiner Mutter, dass er ein sogenannter Wunschdenker ist. Er kann Menschen mit seinen Wünschen beeinflussen. Coole Sache! Und praktisch! Im Vergnügungspark oder im Kino - überall freie Fahrt und freier Eintritt!

Aus großer Macht folgt große Gefahr

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Seine Mutter erklärt ihm: "Die Welt würde völlig aus dem Gleichgewicht geraten, wenn die Menschen erfahren würden, dass es solche wie dich gibt. Kein normaler Mensch will so beeinflusst werden. Das ist nichts, was die Öffentlichkeit erfahren darf, Chris!"

So wie damals Harry Potter erfuhr, dass er ein Zauberer ist, und dann, dass es noch viel mehr von diesen gibt, erfährt nun auch Chris, dass er nicht der einzige Wunschdenker ist und dass die Welt ganz anders ist, als er sie sich immer vorgestellt hat.

Und zwar nicht so cool - selbst wenn er überall freien Eintritt hat. Denn während bei Spider-Man aus großer Macht einfach nur große Verantwortung folgte, folgt bei Chris aus seiner großen Macht vor allem große Gefahr. Es gibt da nämlich einen kleinen Haken: Jäger. Wenn einer dieser Jäger Chris umbringt, dann verliert Chris nicht nur seine Leben, sondern auch seine Wunschdenker-Fähigkeit. Die geht dann auf den Jäger über.

Diese neue Welt erfunden hat die Maichinger Autorin Farina Eden für ihren Jugend-Abenteuerroman "Panterra Nova". Die Gabe des Wunschdenkens bietet natürlich viele Möglichkeiten, Gutes zu tun. Aber: "Weltfrieden war mir zu langweilig." Die Autorin hatte mehr Freude an einer Dystopie. Und was für eine Dystopie!

Der Fanatiker Andreas Autenburg ist Technik-Feind. Smartphones, Computer, Internet - alles schlecht! Er will eine Welt erschaffen ohne all diesen Technik-Kram. Und mehr als das, er will eine Welt, die zu ihren Ursprüngen zurückkehrt. Und zwar ganz zu ihren Ursprüngen: zum Urkontinent Pangäa. Dann leben alle Menschen auf einem Kontinent, es gibt keinen Rassismus mehr, die Menschheit lebt wieder im Paradies.

Es könnte alles so passieren

An sich ja ein ehrenhaftes Ansinnen, muss man zugeben. Doch leider geht Autenburg dabei über Leichen. Nicht über ein oder zwei, auch keine Handvoll, nein, Millionen oder gar Milliarden Menschen müssen für sein Paradies sterben. Ja, das ist nicht schön, aber es muss eben sein, sagt Autenburg.

Um diese fanatische Vision möglichst wirklichkeitsnah zu beschreiben, hat Farina Eden Kontakt aufgenommen mit dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Ihre erste Idee war es, die Erdplatten, die ja nach und nach auseinander driften, wieder zusammen schieben zu lassen. Doch Professer Wilfried Jokat, beim Institut zuständig für Geophysik, erklärte ihr, dass das nicht gehe. Die Menge an Energie, die man dafür benötige, würde sogar die Grenzen einer fiktiven Welt in einem Jugend-Science-Fiction-Roman sprengen.

Doch er brachte einen neuen Vorschlag. Die derzeitige Bewegung der Platten beschleunigen, das sei möglich und am Ende würde wieder ein einziger Kontinent entstehen. "Was im Buch steht, könnte alles so passieren", weiß Farina Eden jetzt. Vorausgesetzt natürlich, es gibt Wunschdenker in dieser Welt und so verrückte Fanatiker wie Andreas Autenburg.

Eine spannende Jagd, ein Rennen gegen die Zeit - langweilig wird es Chris so schnell nicht. Und dann kommt da auch noch die erste Liebe ins Spiel. Ein wahres Gefühlschaos und keiner, der ihm erklärt, was diese Liebe eigentlich ist. Dazu gibt es ja noch diese Welt, die es zu retten gibt.

Aus einer einfachen Idee hat Farina Eden eine spannende Geschichte gestrickt. Dazu wählte sie eine interessante Herangehensweise. Während andere Autoren den Lesern eine fertige Dystopie präsentieren, beschreibt Farina Eden den Weg wie es zu ihrer negativen Zukunftsversion kommt.

Das braucht natürlich Zeit und so ist "Panterra Nova" nur der erste Teil einer ganzen Trilogie. "Der zweite Teil ist schon fertig geschrieben", verrät die Autorin. Im Herbst kommt er ins Lektorat und dann später auch in die Buchläden. Auch am dritten Band arbeitet sie schon.

Teil zwei ist schon geschrieben

Wenn Farina Eden, geboren 1977 in Berlin, nicht gerade ihren Lesern eine fantastische Parallel-Welt erklärt, dann erklärt sie ihren Schülern die wahre Welt, denn das ist ihr eigentlicher Beruf: Realschullehrerin. Ihr Buch hat es sogar in den Unterricht geschafft: "Ich lese es gerade mit einer achten Klasse", erzählt Eden, "es ist spannend für mich, weil ich direktes Feedback bekomme." Und bisher sind die jungen Leser begeistert. Auch ihr Mann hat den Roman gerne gelesen. Er war einer der ersten Testleser, neben weiteren Freunden und Kollegen.

Ihre Ideen bekommt Eden aus ihrer Umwelt. Ihr Skizzenbuch hat sie immer dabei. Dort notiert sie jede Kleinigkeit und entscheidet dann, welches Genre sich dazu wohl eigenen könnte. Ihr Erstlingswerk "Zigeunermädchen" beispielsweise ist ein historischer Roman geworden (wir berichteten), "Fröschlein, Hirschi und Frau Bär" ein Kinderbuch.

 

  "Panterra Nova" ist im Loomlight Verlag erschienen und ist erhältlich als E-Book und als Taschenbuch. Bestell-Links und ISBN-Nummer sowie weitere Informationen über das Werk von Farina Eden finden sich im Internet unter http://www.farina-eden.com.

MAICHINGEN. Wir schreiben das Jahr 2041. Christopher Tidemann sitzt im Büro des Schulrektors Gormann. Keine allzu wundersame Situation. Doch dann: "Ich stelle mir vor, Gormann würde verschwinden. Genau jetzt. In diesem Moment. Ich schaue ihm direkt in die Augen. Meine Gedanken formen sich wie von selbst: Warum springst du nicht einfach aus dem Fenster? Gormann fährt sich schweigend durch die graumelierten Haare. Dann steht er auf, öffnet das Fenster und springt."

Ein irrwitziger Zufall? Nein. Kurz darauf erfährt Chris von seiner Mutter, dass er ein sogenannter Wunschdenker ist. Er kann Menschen mit seinen Wünschen beeinflussen. Coole Sache! Und praktisch! Im Vergnügungspark oder im Kino - überall freie Fahrt und freier Eintritt!

Aus großer Macht folgt große Gefahr

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Seine Mutter erklärt ihm: "Die Welt würde völlig aus dem Gleichgewicht geraten, wenn die Menschen erfahren würden, dass es solche wie dich gibt. Kein normaler Mensch will so beeinflusst werden. Das ist nichts, was die Öffentlichkeit erfahren darf, Chris!"

So wie damals Harry Potter erfuhr, dass er ein Zauberer ist, und dann, dass es noch viel mehr von diesen gibt, erfährt nun auch Chris, dass er nicht der einzige Wunschdenker ist und dass die Welt ganz anders ist, als er sie sich immer vorgestellt hat.

Und zwar nicht so cool - selbst wenn er überall freien Eintritt hat. Denn während bei Spider-Man aus großer Macht einfach nur große Verantwortung folgte, folgt bei Chris aus seiner großen Macht vor allem große Gefahr. Es gibt da nämlich einen kleinen Haken: Jäger. Wenn einer dieser Jäger Chris umbringt, dann verliert Chris nicht nur seine Leben, sondern auch seine Wunschdenker-Fähigkeit. Die geht dann auf den Jäger über.

Diese neue Welt erfunden hat die Maichinger Autorin Farina Eden für ihren Jugend-Abenteuerroman "Panterra Nova". Die Gabe des Wunschdenkens bietet natürlich viele Möglichkeiten, Gutes zu tun. Aber: "Weltfrieden war mir zu langweilig." Die Autorin hatte mehr Freude an einer Dystopie. Und was für eine Dystopie!

Der Fanatiker Andreas Autenburg ist Technik-Feind. Smartphones, Computer, Internet - alles schlecht! Er will eine Welt erschaffen ohne all diesen Technik-Kram. Und mehr als das, er will eine Welt, die zu ihren Ursprüngen zurückkehrt. Und zwar ganz zu ihren Ursprüngen: zum Urkontinent Pangäa. Dann leben alle Menschen auf einem Kontinent, es gibt keinen Rassismus mehr, die Menschheit lebt wieder im Paradies.

Es könnte alles so passieren

An sich ja ein ehrenhaftes Ansinnen, muss man zugeben. Doch leider geht Autenburg dabei über Leichen. Nicht über ein oder zwei, auch keine Handvoll, nein, Millionen oder gar Milliarden Menschen müssen für sein Paradies sterben. Ja, das ist nicht schön, aber es muss eben sein, sagt Autenburg.

Um diese fanatische Vision möglichst wirklichkeitsnah zu beschreiben, hat Farina Eden Kontakt aufgenommen mit dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Ihre erste Idee war es, die Erdplatten, die ja nach und nach auseinander driften, wieder zusammen schieben zu lassen. Doch Professer Wilfried Jokat, beim Institut zuständig für Geophysik, erklärte ihr, dass das nicht gehe. Die Menge an Energie, die man dafür benötige, würde sogar die Grenzen einer fiktiven Welt in einem Jugend-Science-Fiction-Roman sprengen.

Doch er brachte einen neuen Vorschlag. Die derzeitige Bewegung der Platten beschleunigen, das sei möglich und am Ende würde wieder ein einziger Kontinent entstehen. "Was im Buch steht, könnte alles so passieren", weiß Farina Eden jetzt. Vorausgesetzt natürlich, es gibt Wunschdenker in dieser Welt und so verrückte Fanatiker wie Andreas Autenburg.

Eine spannende Jagd, ein Rennen gegen die Zeit - langweilig wird es Chris so schnell nicht. Und dann kommt da auch noch die erste Liebe ins Spiel. Ein wahres Gefühlschaos und keiner, der ihm erklärt, was diese Liebe eigentlich ist. Dazu gibt es ja noch diese Welt, die es zu retten gibt.

Aus einer einfachen Idee hat Farina Eden eine spannende Geschichte gestrickt. Dazu wählte sie eine interessante Herangehensweise. Während andere Autoren den Lesern eine fertige Dystopie präsentieren, beschreibt Farina Eden den Weg wie es zu ihrer negativen Zukunftsversion kommt.

Das braucht natürlich Zeit und so ist "Panterra Nova" nur der erste Teil einer ganzen Trilogie. "Der zweite Teil ist schon fertig geschrieben", verrät die Autorin. Im Herbst kommt er ins Lektorat und dann später auch in die Buchläden. Auch am dritten Band arbeitet sie schon.

Teil zwei ist schon geschrieben

Wenn Farina Eden, geboren 1977 in Berlin, nicht gerade ihren Lesern eine fantastische Parallel-Welt erklärt, dann erklärt sie ihren Schülern die wahre Welt, denn das ist ihr eigentlicher Beruf: Realschullehrerin. Ihr Buch hat es sogar in den Unterricht geschafft: "Ich lese es gerade mit einer achten Klasse", erzählt Eden, "es ist spannend für mich, weil ich direktes Feedback bekomme." Und bisher sind die jungen Leser begeistert. Auch ihr Mann hat den Roman gerne gelesen. Er war einer der ersten Testleser, neben weiteren Freunden und Kollegen.

Ihre Ideen bekommt Eden aus ihrer Umwelt. Ihr Skizzenbuch hat sie immer dabei. Dort notiert sie jede Kleinigkeit und entscheidet dann, welches Genre sich dazu wohl eigenen könnte. Ihr Erstlingswerk "Zigeunermädchen" beispielsweise ist ein historischer Roman geworden (wir berichteten), "Fröschlein, Hirschi und Frau Bär" ein Kinderbuch.

 

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