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Das größte kleine Wohnzimmerfestival

Bei der fünften Auflage des "Dit is schade!"-Festivals begeistern im Sindelfinger Jugendhaus Das Südüber zwanzig regionale und internationale Bands ein bunt gemischtes Publikum.

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Artikel vom 26. September 2018 - 19:12

SINDELFINGEN (red). Das "Dit is schade!"- Festival überzeugte auch in seiner fünften Runde durch familiäre Stimmung und die Bandauswahl. Der Plan des gleichnamigen veranstaltenden Vereins, auf regionale und überregionale Newcomer zu setzen ging auf: "Wir haben zwar nur Bands eingeladen, von denen wir auch überzeugt waren, aber am Ende waren selbst wir überrascht wie hoch die Professionalität und musikalische Qualität war", zieht das Organisationsteam Bilanz.

Dass das "dit is schade!" kein einfaches Jugendhauskonzert ist, wird schon am Gelände deutlich: Essensstände, Zelte mit Möglichkeiten vom Trouble vor den Bühnen kurz Luft zu holen, sich zu unterhalten oder ein Bierchen zu trinken, sorgen nicht nur dafür, dass die Wohnzimmer-Atmosphäre sich auf dem ganzen Gelände ausbreitet, sondern auch schnell klar wird, dass sich das kleine Festival vor größeren Veranstaltungen nicht verstecken muss.

Während die große Bühne vor allem zur späteren Stunde mit Auftritten von Ash Is A Robot, An Early Cascade und Winchester am Samstag sowie Please Madame, The Tremolettes und den Lokalmatadoren Into The Fray ordentlich Partystimmung versprüht, gibt es im Foyer eine kleine Bühne.

Und beinahe wirkt es so, als wäre diese das Herzstück des Festivals. Bei Auftritten von Lion Sphere - eigentlich vier Berliner Jungs, doch weil drei Bandmitglieder krank wurden, sang Joel kurzerhand alleine - und To Be We drängten sich die Besucher auch am Freitagabend vor der Bühne und die viel beschworene familiäre Stimmung war förmlich greifbar - kein Wunder also, dass sich Ash Is A Robot, die extra aus Portugal eingeflogen sind, es nicht nehmen ließen, schon Freitagnachts ein kurzes Set auf der kleinen Bühne zu spielen, bevor sie am Samstag spätabends auch auf der großen Bühne wieder überzeugten.

"Das hier fühlt sich an wie ein zweites Zuhause"

"Wir waren vor drei Jahren ja schon einmal hier und konnten während Pausen auf unseren Europatouren auch immer wieder unsere Freunde hier treffen", erzählt Claudio Anibal. "Wir sind unglaublich froh, dass es dieses Jahr endlich wieder geklappt hat", so Anibal. "Wenn wir wieder eingeladen werden, dann kommen wir sofort", fügt Bassist João Descalço hinzu. "Das hier fühlt sich an wie ein zweites Zuhause"

Die Zufriedenheit ist Tobias Bacherle, Tim Vogrin und seinem Bruder Daniel am Ende doch anzusehen. Auch wenn die Besucherzahlen vor allem am Freitagabend hinter den Erwartungen bleiben, ziehen die drei eine positive Bilanz. "Obwohl die Vereinsmitglieder inzwischen zum Teil in ganz Deutschland verteilt leben und die Planung vor allem digital koordiniert wird, standen für das Festival doch wieder problemlos 30 Helfer bereit", schwärmt Daniel Vogrin der für das Wochenende aus Köln kam. "Alle kommen zurück und sorgen dafür, dass zwei Tage Bands in einem großen Sindelfinger Wohnzimmer auftreten können", fasst es Bacherle zusammen.

Überlegungen, das Festival in einer anderen Location zu veranstalten, sind für den Verein nicht neu. Schon öfters wurde offen darüber nachgedacht, auch mit der Klosterseehalle liebäugeln die Veranstalter zumindest vom Ambiente. "Gerade dieses Jahr hat uns gezeigt, dass wir, trotz der Nähe zur S-Bahn, nur sehr begrenzt als erreichbar gelten, wenn es um Besucher aus Stuttgart geht", erläutert Tim Vogrin. "Hinzu kommt, dass die Kostensteigerungen in einer größeren Location immens wären. Werbung und Bandgagen, um eine Location die gut drei- bis viermal so groß ist wie bisher zu füllen, könnten wir im Moment genauso wenig stemmen wie das damit verbundene Risiko", ergänzt Bacherle.

2019 soll es ans Maximum gehen

Ganz ausschließen will der dit is schade!-Verein einen Wechsel aber nicht "Für 2019 ist unser Ziel, das bisherige Gelände wenn irgendwie möglich ans Maximum zu bringen. Danach sehen wir weiter, auch welche neuen Spielstätten in den nächsten Jahren in Sindelfingen womöglich entstehen."

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