"Für mich ist das das Höchste"

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    Gemeinsame Probe in Stuttgart Foto: red

Für das Junge Streichorchester Weil im Schönbuch ist es eine kleine Sensation: Die Musiker sind eingeladen, heute um 20 Uhr mit dem Stuttgarter Kammerorchesters in der Liederhalle zu spielen. Orchesterleiter Erich Scheungraber erzählt im Interview davon.

Artikel vom 13. September 2018 - 17:18

Hallo Herr Scheungraber, wie kam es zu Ihrem Konzert in der Liederhalle?

Nach einigen Jahren lockeren Kontakts, ist das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) seit März 2017 offiziell Patenorchester des Jungen Streichorchesters Weil. Das passt hervorragend, weil sie wie wir ein reines Streichorchester sind. Die dortige Jugendarbeit ist so gut, dass sie in ein Exzellenzprogramm der Berliner Kulturstaatsministerin aufgenommen wurde. Die Orchestermitglieder geben uns immer wieder das Gefühl, dass sie mit uns besonders gern arbeiten. Ich glaube, das liegt daran, dass sie mit uns einfach das machen können, was sie am besten können: gute Musik.

Was bedeutet Ihnen das Konzert?

Für mich als Ensembleleiter, der ich auch gleichzeitig einer der Instrumentallehrer der Jugendlichen bin, ist das das Höchste, was von gelungener Musik- und Instrumentalpädagogik zu erhoffen ist. Diese konzentriert arbeitenden Jugendlichen, die auch ihre Ferien dafür drangeben, können sich selbst mit einem Auftritt in der Liederhalle belohnen und haben dabei als Pultnachbarn Profis, von denen sie sich so viel abhören und abspüren können.

Was steht auf dem Programm am Freitag?

Wir spielen von dem Leipziger Komponisten Bernd Franke "Yellow Clouds". Franke sammelt auf der ganzen Welt musikalische Eindrücke, aber auch Jazz-Einflüsse sind in seiner Musik hörbar. Entsprechend vertrackt sind die Rhythmen, die aber gleichzeitig nicht so klingen dürfen, als würden wir Takte zählen.

Wie lange proben Sie schon dafür?

Unser letztes Konzert war am 24. Juni im Maurener Schlossgarten. Danach gab's die neuen Noten. Spannend war für mich als Orchesterleiter, wie es am letzten Freitag, der ja noch in den Ferien lag, wohl klingt. Aber die Jugendlichen haben mich sehr angenehm überrascht und kamen sehr gut vorbereitet in die Probe. Am Samstag kam dann die Konzertmeisterin des SKO, um mit uns zu proben und war auch gleich hocherfreut, wie stabil das Werk schon stand. Am Dienstag war Matthias Foremny, der Chefdirigent des SKO, für eine Probe in Weil. Am Mittwoch war die erste gemeinsame Probe in Stuttgart. (lad)

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