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Spieletipps: Großer Spaß in kleinen Boxen

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Da in einen Koffer viele Dinge passen müssen, sollten Spiele für den Urlaub nicht zu voluminös verpackt sein.  KRZ-Spiele-Expertin Tanja Liebmann hat besonders empfehlenswerte Neuheiten für unterwegs im Gepäck.

Artikel vom 15. August 2018 - 17:36

Für Gedächtniskünstler

Wofür gebe ich zu viel Geld aus? Worüber beklage ich mich oft? Diese und andere Fragen gilt es bei „Wie gut kennt ihr euch“ zu beantworten. Auch nach Vorbildern, Lieblingsliedern und anderen Dingen wird auf den Karten gefragt. Die Antworten werden von den Mitspielern bewertet, und wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Gelungen ist, dass die Karten in einer gerade mal sechs auf sechs Zentimeter großen Blechdose stecken. Wer Platz im Reisegepäck hat, kann sogar noch eine weitere Box mitnehmen, nämlich die mit dem Titel „Wer weiß denn das?“. Da gilt es dann zum Beispiel zu beantworten, was ein Taikonaut ist oder wie viele Halswirbel eine Giraffe hat. Fazit: schön und praktisch für unterwegs.

▶ Wie gut kennt ihr euch, erschienen bei Coppenrath. Für 2 und mehr Spieler ab 8 Jahren, Dauer ca. 20 Minuten, Kosten ca. 6 Euro.

 

Für Schätzfreudige

Eine Pfeilkarte gibt die Farbe an. Liegt bei dem Schätzspiel „Illusion“ etwa ein grüner Pfeil aus, gilt es darauf zu tippen, wie hoch der grüne Farbanteil auf der soeben gezogenen Bildkarte ist. Fraglich ist: Wo die Karte ablegen, damit der grüne Farbanteil im Laufe der Kartenreihe zunimmt? Wer alles richtig macht und Fehler von anderen erkennt, hat gute Chancen auf den Sieg. Leider kann man sich aber auch arg täuschen. Fazit: Das Spiel ist kniffelig und manchmal ziemlich überraschend.

▶ Illusion von Wolfgang Warsch, erschienen bei NSV. 2-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 9 Euro.

 

Für Kombinierer

Ein Kopfrechenspiel, das Spaß macht? Ja, das gibt es. „Würfelblitz“ heißt es, und funktioniert so: Würfel mit Zahlen und Farbpunkten kullern auf den Tisch, und nun gilt es, möglichst rasch zu erfassen, welche Augenzahlen durch Farbpunkte geblockt sind. Sprich: Sieht man einen orangenen, blauen und schwarzen Punkt, so werden die Zahlen auf dem orangenen, blauen und schwarzen Würfel nicht beachtet. Würden so nur noch eine gelbe Eins, eine grüne Drei und eine rote Vier übrigbleiben, gewinnt derjenige Spieler, der als Erster „Acht!“ ruft – nämlich die Summe genau dieser Zahlen. Fazit: sehr gut geeignet für Schüler und alle, die ihr Hirn trainieren wollen.

▶ Würfelblitz von Steffen Benndorf, erschienen bei Steffen Spiele. 2-7 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 12 Euro.

 

Für Reaktionsschnelle

Die Spieldauer von „Nimble“ ist wahrlich kurz. „Ein bis fünf Minuten“ steht auf der wunderschön illustrierten Pa-ckung, und das kommt durchaus hin. Ähnlich wie bei dem Klassiker „Ligretto“ hat jeder Spieler die Aufgabe, seine Karten durch rasches Abwerfen als Erster loszuwerden. Die Regel, welche Karten auf ein oder mehrere Ablagestapel gelegt werden dürfen, ist einfach: Die Farbe des Kreises in der Mitte der obersten Karte gibt vor, welche Randfarbe die nächste Karte haben muss. Was sich ganz simpel anhört, ist in der Praxis eine ziemliche Herausforderung an die Denk- und Reaktionsfähigkeit der Spieler. Fazit: super für kurz mal Zwischendurch.

▶ Nimble von Peter Jüngensen, erschienen bei Edition Spielwiese/Pegasus. 2-4 Spieler ab 6 Jahren, ca. 5 Minuten, ca. 10 Euro.

 

Für Zocker

Es gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip, denn Fehlwürfe ergeben null Punkte. Zentral bei „Yu-ca-tan“ sind mehrere Tipp-Karten und zwölf Würfel, die verschiedene Farben, Formen und Zahlen zeigen. Passt der Tipp des Spielers – etwa die Farbe „Rot“ – zum Würfelergebnis, sind ihm die Punkte sicher. Zocker können mit den übrigen Würfeln, die kein Rot zeigen, erneut würfeln. Fazit: Das Spiel ist nervenaufreibend und eignet sich für die ganze Familie.

▶ Yu-ca-tan von Carlo Emanuele Lanzavecchia, erschienen bei moses.. 2-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 10 Euro.

 

Für Kartenspieler

Kurzweilig und pfiffig – mit diesen Worten lässt sich das Stichkartenspiel „Djinn“ beschreiben. Die Spieler haben die Aufgabe Stiche zu machen und Höhlen zu durchqueren. Wer sticht, darf eine Karte vor sich ablegen, und wer in seiner Ablage gewisse Kartenkombinationen schafft, kommt durch die Höhlen. Zwar kann auch taktiert werden, das Ausstechen der Mitspieler ist allerdings oft Glücksache und von den ausgeteilten Karten abhängig. Fazit: Leicht zu lernen und durchaus spannend, da abgeschlagene Spieler Vorteilskarten bekommen und dann gut aufholen können.

▶ Djinn von Jay Cormier und Sen-Foong Lim, erschienen bei HUCH!. 2-4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 40 Minuten, ca. 13 Euro.

 

Für Gedächtniskünstler

Das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ kennt jeder. Nun gibt es den Klassiker in einer gelungenen Version fürs Auto, Flugzeug und Co. Denn wie genial ist das denn: In einer Blechdose liegen 85 magnetische Tier- und Gegenstandsplättchen. Wer dran ist, nimmt sich ein Plättchen und legt es in den Dosendeckel – etwa eine Katze. Der nächste Spieler heftet dazu etwa einen Keks. Dann folgt ein Lolli. So wird die Reihe immer länger, und bevor ein Spieler ein weiteres Plättchen anheftet, muss er aus dem Gedächtnis die ganze Reihe aufzählen. Fazit: ist schnell erklärt und funktioniert prima.

▶ Ich packe meinen Koffer, erschienen bei Haba. 2-4 Spieler ab 5 Jahren, ca. 10 Minuten, ca. 13 Euro.

 

Für Rätselfreunde

Langeweile im Auto oder im Zug? Allein unterwegs im Flugzeug? Wer ein Solo-Spiel sucht, das auf Reisen für spannenden Rätselspaß sorgt, liegt mit der neuen Reihe „StoryCards“ genau richtig. In der kleinen Metalldose befinden sich je nach Ausgabe zwischen 50 und 60 Karten, auf denen ein Text zu lesen ist – und stets gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Rätselgeschichte weitergehen könnte. Je nach Wahl kommt der Spieler voran oder er läuft in die Irre. Fazit: hervorragend geeignet für Fans von Detektivspielen.

▶ StoryCards: Die drei ??? – Buch der Finsternis, erschienen bei Kosmos. 1 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 9 Euro. Zusätzlich gibt es zwei Titel für „ab 8 Jahren“.

 

Für Argumentierer

Kleine Packung, großer Spielspaß. Mit diesen Worten lässt sich das Assoziationsspiel „Facecards“ beschreiben. Zentral sind 142 Bildkarten mit Fotos von Personen, Tieren und Gegenständen. Was sie verbindet, sind Details – etwa eine herausgestreckte Zunge, eine rote Nase, große Ohren oder ähnliche Farben. Kniffelig ist, dass jeder Spieler nur eine Hand voll Karten zur Auswahl bekommt, um ein möglichst gutes Kartenpaar zu finden. Lässt sich zum Beispiel Abraham Lincoln mit einem Braunbären in Verbindung zu bringen? Am Rundenende gilt es, aus einer bunt gemischten Kartenauslage zu erraten, was den Mitspielern zufolge zusammengehört. Fazit: sehr lustig und unterhaltsam.

▶ Facecards von Leo Colovini, erschienen bei Ravensburger. 3-7 Spieler ab 10 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 13 Euro.

 

Für Wortgewandte

Was findet sich im Garten und enthält die Buchstaben „F“ und „E“? „Feldmaus“ wäre eine Idee – wenn da nicht ein roter Würfel vorgeben würde, dass das gesuchte Wort kein „A“ enthalten darf. „Fliederbeeren“ wären ideal, doch kommt man darauf? Bei „Zack Zack“ sind clevere und wortgewandte Spieler gefragt. Besonders kniffelig wird es, wenn ein Zusatzwürfel die Silbenanzahl vorgibt. Fazit: sehr fordernd und für den Fall, dass einem ein gute Wort einfällt, ungemein befriedigend.

▶ Zack Zack von Michael Schacht, erschienen bei Noris. 2-6 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 10 Euro.

 

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