In familiäre Atmosphäre bei der Polizei

Vier Mitglieder des Böblinger Kunstvereins stellen seit der vergangenen Woche in der Wildermuth-Kaserne aus

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    Dieses Quartett zeigt gemeinsam seine Werke bei der Bundespolizei in Böblingen (von links): Berit Erlbacher, Kirsten Hohaus, Jo Winter und Sigrun-Ute Oské Foto: present-your-business.com

Artikel vom 13. August 2018 - 17:18

BÖBLINGEN (red). Seit 2012 gibt es eine Kooperation zwischen der Bundespolizei in der Wildermuth-Kaserne und dem Böblinger Kunstverein. Seitdem präsentieren Mitglieder in regelmäßigen Ausstellungen ihre Werke im Flurbereich der Führungsetage. "Man kann beinahe sagen: Alle Jahre wieder dürfen wir in familiärer Atmosphäre diesen Flur bespielen", sagte die Vereinsvorsitzende Vera Reschke bei der Vernissage am vergangenen Donnerstag. Sie bedankte sich ausdrücklich bei Bundespolizeipräsident Peter Holzem und seiner "Kunstsinnigkeit".

In der neuen Ausstellung sind Arbeiten von vier Kunstverein-Mitgliedern zu sehen. Die stellvertretende Vorsitzende Berit Erlbacher zeigt Fotografie, Kirsten Hohaus ihre Textilcollagen, Jo Winter präsentiert seine Holzplastiken und Sigrun-Ute Oské ihre Piktogramm-Malerei.

Peter Holzem ließ in seiner Begrüßung und Einführung viele persönliche Gedanken einfließen - er hatte ein Zitat des Malers Georges Braque vorangestellt: "Die Tätigkeit ist eine Folge verzweifelter Handlungen, welche erlauben, die Hoffnung zu bewahren." Er brachte mit seinen Schilderungen über die Aufarbeitung dieses Zitates alle zum Schmunzeln. Das gute Verhältnis zwischen Bundespolizei und Kunstverein wurde von ihm mehrfach betont.

Erst seit diesem Jahr ist Berit Erlbacher die stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins. Beruflich im Marketing tätig, weiß sie um die Funktion und die Macht des Bildes. Ihr künstlerisches Steckenpferd: die Fotografie. Erlbacher streift mit der Kamera durch die Städte dieser Welt und porträtiert die Metropolen. Dabei geht es ihr nicht um touristische Aufnahmen, sondern um die Faszination und den Schrecken einer Großstadt. Für die Ausstellung hat sie sich in Berlin und New York umgesehen und deren Licht- und Schattenseiten fotografisch gebannt, um sie als Facetten ein- und derselben Welt erscheinen zu lassen. "Grenzenlos begrenzt" nennt die Böblingerin ihre Serie der Stadtbilder.

Alten Stoffen wird neues Leben eingehaucht

Kirsten Hohaus aus Waldenbuch verbindet verschiedene Textilien miteinander: alte und neue Gewebereste, kräftige Stoffe und dünne Tücher. Zudem fügt sie dem Strickwerk auch Asche, Ruß und Pigmente zu, um Wirkung zu erzielen. Sie haucht den Stoffen und Fäden neues Leben ein, indem sie abstrakte Bilder entwickelt. Scheinbar zufällig begegnen sich dabei die Elemente auf den selbst hergestellten Leinwänden.

Sigrun-Ute Oské wiederum befasst sich mit grundsätzlichen philosophischen Fragen, die sie in eine ganz einfache Bildsprache einbindet. In einem Piktogramm-Stil reduziert sie ihre Themen auf abstrakt-gestische Elemente.

Jo Winter aus Ammerbuch fertigt Holzskulpturen und zudem Zeichnungen, bevorzugt mit Tusche. Der 69-Jährige hat einst Bioologie in Tübingen studiert, aber "am Zeicheninstitut der Universität bei Prof. Martin Schmid das Sehen gelernt", wie er selbst beschreibt.

Die Ausstellung bei der Bundespolizei in Böblingen ist bis zum 13. November zu sehen - allerdings gibt es keinen freien Zugang. Unter der Telefonnummer (0 70 31) 21 28-0 können sich Interessierte anmelden und die Ausstellung während der regulären Öffnungszeiten besuchen.

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