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Schöne neue Welt des Brainhacking

Buchtipp

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Artikel vom 13. August 2018 - 17:18

Von Roland Häcker

Der Untertitel dieses Sachbuchs lautet: "Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhacking." Das erinnert an Huxleys utopischen Roman "Schöne neue Welt". Die Autorin skizziert sachkundig die Zukunft der Hirnforschung. Ausgehend vom Silicon Valley wird inzwischen weltweit an Verfahren gearbeitet, wie man die Gehirntätigkeit des Menschen beeinflussen kann.

Dabei spielen medizinische Aspekte (Bekämpfung von Alzheimer und Parkinson) nur eine Nebenrolle. Die Neuroforscher wollen mehr. Wie lässt sich die Denk- und Merkleistung steigern, wie der Zeitverlust durch den Schlaf reduzieren? Wie verbessert man die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine?

Meckel beschreibt den Forschungsstand bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Sie berichtet von Ideen, die Erinnerungen des Menschen zu manipulieren, sie weist auf die wachsende Bedeutung leistungssteigernder Drogen hin. So kann Ritalin, bekannt aus der Behandlung von ADHS, bei Gesunden die geistige Aktivität erhöhen. Über Implantate lässt sich das Gehirn unmittelbar steuern. Andere arbeiten an Apparaten, die mit Stromstößen die Gedanken auf Trab bringen. Wer schneller denken und länger arbeiten kann, ist gegenüber den Langsameren im Vorteil.

Meckel ordnet die neuen Erkenntnisse plausibel in historische Zusammenhänge ein. Sie berichtet von ihren Selbstversuchen mit Medikamenten und im Labor. Die Wirtschaftsjournalistin ist sichtlich fasziniert von den neuen neurologischen Möglichkeiten, sie sieht aber auch die Gefahren: Werden mit dem Erstarken des Neurokapitalismus traditionelle Werte zerstört? Was bleibt von der Selbstbestimmung des Menschen, wenn Maschinen ihn dominieren?

Die schöne neue Welt des Brainhacking, sie könnte sich als schrecklich entpuppen.

Miriam Meckel: Mein Kopf gehört mir. Verlag Piper, 2018.
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