Rap-Festival mit neuem Chef im Sindelfinger JuHa Süd

Vierte Cypher Soulution im Sindelfinger Jugendtreff "Süd" - Chris Sluiter übernimmt Aufgaben von Madeleine Nitsche

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    Die „Cypher Soulution“ verlangte dem neuen „Süd“-Koordinator Chris Sluiter (links) einiges ab. Zum seinem Glück hatte er ein engagiertes Team an seiner Seite – wie zum Beispiel Chris Bhatti (rechts), der sich um die Abläufe auf der Bühne kümmerte Foto: Steffen Volkmer

Artikel vom 18. Juli 2018 - 15:36

SINDELFINGEN. Chris Sluiter ist der neue "Boss" im Sindelfinger Jugendhaus "das SÜD - Treffpunkt für Jugendkultur". Dabei ist der Neue auch irgendwie der Alte, denn der 38-jährige Diplom-Sozialpädagoge, der sein Studium an der FH in Bielefeld absolvierte, nachdem er zuvor bereits eine Ausbildung zum Forstwirt gemacht hatte, bekleidete bereits 2011 für rund ein Jahr die Koordinatorenstelle im "Süd" als Elternzeitvertretung.

"Danach habe ich in Stuttgart Jugendliche unter anderem als Streetworker betreut, das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht", erklärt Chris Sluiter, für den Jugendarbeit sein Traumjob ist und der seinen Beruf als Berufung sieht: "Man muss schon der Typ dafür sein", meint er lachend, "aber dann lohnt sich das richtig. Die Jugend von heute ist unsere Zukunft und jeder Euro, der in die Jugendarbeit gesteckt wird, ist eine Investition in die Zukunft. Außerdem wird der Job nie langweilig: Die Jugend ist kreativ und wandelbar, da gleicht kein Tag dem anderen."

Ins Ländle ist er der Liebe gefolgt, schon vor Jahren, und seit kurzem hat sich die Familie um ein Töchterchen vergrößert. Sicher auch ein Grund - neben den neuen interessanten Herausforderungen - den etwas geregelteren Job in Sindelfingen anzunehmen, den er im April angetreten hat: "Als ich gehört habe, dass die Stelle frei wird, habe ich mich gleich beworben. Wir kannten uns hier ja alle auch schon, dadurch wurde das mit der Übergabe auch leichter. Allerdings habe ich noch nie so viel gearbeitet, wie die letzten Monate." Kein Wunder, denn in seinen Arbeitsbeginn fielen mit den Vorbereitungen für das "Dit is schade"-Festival im September und dem Hip-Hop-Event "Cypher Soulution" am letzten Wochenende gleich zwei Großveranstaltungen des "Süd".

"Da gab es gleich sehr viel zu organisieren und speziell das ,Cypher' ist die Königsdisziplin, weil hier ja mehrere Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit des Stadtjugendring Sindelfingen zusammenarbeiten - da bin ich sehr froh, dass es bereits sehr gut vorbereitet war und ich ein gutes Team an der Hand habe." Organisatorisch lief das Hip-Hop-Festival noch unter der Leitung von Sluiters Vorgängerin Madeleine Nitsche, die ihrem Nachfolger auch darüber hinaus nach wie vor tatkräftig zur Seite steht, wenn Not am Mann ist.

"Das ist alles sehr eng getaktet"

Neun Acts brachte die "Cypher"-Mannschaft am vergangenen Samstag auf die Bühne: "Das ist alles sehr eng getaktet", erklärt der Jugendtreffleiter, der immer über einen Knopf im Ohr mit seinen Leuten, vor allem Stage-Koordinator Leon Bhatti verbunden war: "Er muss die Künstler auf den Punkt auf die Bühne bringen, sonst bekommen wir hier ein riesiges Chaos", erklärt Sluiter.

Der Reutlinger Rapper Drnkn machte an dem Abend den Anfang (natürlich pünktlich auf die Minute, genau wie geplant) und brachte seine Rhymes gleich mit zwei Mikros auf die Bühne - eines für die Effekte - und sorgte von Beginn an für Bewegung im zu dieser Zeit noch etwas spärlich vertretenen Publikum. Als zum Ende des Abends Main-Act Amewo die Bühne betrat, hatte sich der Saal längst ansprechend gefüllt und die Fans feierten den Berliner frenetisch. "Wir versuchen hier bekannte Acts mit regionalen Künstlern zusammenzubringen", erläutert Sluiter das Konzept, "unser Ziel ist es, die Jugendkultur in der Region nach vorne zu bringen, dabei die Interessen der Kids zu beachten und die kreativen Köpfe miteinander zu connecten."

Das Ziel wurde bei der "Cypher Soulution" auf jeden Fall erreicht. Ebenso freuten sich der Organisationsleiter, seine rechte Hand Katja Engl und das Team über den guten Ablauf des Abends. Auch die Fans und Künstler hatten viel Spaß - allein etwas mehr Publikum hätten es ein dürfen: "Wir hatten so 100 bis 150 Besucher erwartet, jetzt haben wir gerade so an der 100 gekratzt", sagt Sluiter, ohne allzu sehr enttäuscht zu sein: "Wir werden das auf jeden Fall weiter machen und beim nächsten Mal sehen, was wir noch optimieren können."

Für die Zukunft hat sich Chris Sluiter außerdem vorgenommen, das kulturelle Angebot für und von Jugendlichen noch weiter auszubauen. Unter anderem im Bereich digitale Medien - ein Feld, für das im Übrigen beim "Süd" gerade noch nach personeller Unterstützung gesucht wird.

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