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Großes Kino für Burkina Faso

Das Filmzentrum Bären lädt am Donnerstag zu einer Benefizvorstellung - Erlös für Mango-Aktion

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    Süße Früchte gegen den bitteren Alltag: Die Mangoaktion verhilft Menschen in Burkina Faso zu einem besseren Leben Fotos: Petra Waschner/Archiv

Die Mangotage im Kreis Böblingen zugunsten der Menschen in Burkina Faso kamen in diesem Jahr wegen eines Insektenbefalls der Früchte beim Transport nicht zustande (wir berichteten). Die Organisatoren waren deshalb auf Spenden angewiesen. Das Böblinger Kino beteiligt sich mit einer Benefizaktion.

Artikel vom 21. Juni 2018 - 19:12

BÖBLINGEN (red/edi). Vom bedauerlichen Scheitern der Mangotage erfuhr der Böblinger Kinobetreiber Andreas Zienteck aus der Presse: Der eingeplante Verkaufserlös von 265 000 Euro für 87 500 Mangos aus Burkina Faso fiel komplett aus - und damit auch die dringend benötigte finanzielle Unterstützung für die dortigen Schulen.

Der gebürtige Böblinger kennt diese Aktion, die gemeinsam von den Kirchen im evangelischen Kirchenbezirk Böblingen und den Kirchen in Burkina Faso organisiert wird, sehr gut. Doch gibt es auch einen persönlichen Bezug: Seine Schwester, Petra Zienteck, ist seit Jahren aktiv an den Mangotagen beteiligt (siehe "Nachgefragt").

Das diesjährige Scheitern motivierte die Lehrerin, mit ihren Schülern der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Herrenberg auf Spendenjagd zu gehen. "Auch bei uns entbrannte sogleich ein Brainstorming, wie geholfen werden kann", erzählt Zienteck, wie es zu der Idee kam, eine Spendenvorstellung im Kino zu veranstalten und damit einen weiteren Beitrag für die Aktion zu leisten. Wie berichtet, hatte bereits zuvor der Spendenaufruf des evangelischen Kirchenbezirks Böblingen gefruchtet und laut Dekan Bernd Liebendörfer bis Ende Mai rund 245 000 Euro eingebracht.

Die Suche nach einem passenden Film erwies sich zunächst als schwierig, hat doch Burkina Faso und Afrika allgemein nur eine sehr kleine Filmindustrie. Zunächst stieß Andreas Zienteck auf das FESPACO (Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou), ein panafrikanisches Film- und Fernsehfestival, das als Biennale in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou seit 1969 stattfindet.

Der letztjährige Gewinner ist der Film "Félicité", ein gemeinsame Dramaproduktion aus Frankreich, Senegal, Belgien, Deutschland und dem Libanon. Der Film ist das Porträt einer starken Frau aus Kinshasa, die an ihre Grenzen kommt, als sie das Geld für die Operation ihres Sohnes zusammen bekommen muss.

"Es ist ein Film, der bewegt und Augen öffnet. Der nicht wegen seines geographischen Ursprungs und seiner Auszeichnungen, vor allem aber auch inhaltlich passt", findet Andreas Zienteck. Neben der FESPACO-Auszeichnung hat die Produktion außerdem den "Silbernen Bären - Großer Preis der Jury" bei den letztjährigen Filmfestspielen in Berlin erhalten.

Nach kurzfristiger Korrespondenz mit Petra Waschner vom Haus der Begegnung und Dekan Bernd Liebendörfer wurde die Idee ausgereift. "Es war toll, so schnell und unkompliziert mit einer Idee auf offene Ohren und Türen zu stoßen", berichtet Andreas Zienteck begeistert.

Die Filmrechte für die Aufführung konnten gesichert werden, sodass im Rahmen der Auslesereihe "Herz-Kino" eine Sondervorstellung ermöglich wurde. Den gesamten Erlös aus den Eintrittskarten werden die Böblinger Kinos nach Burkina Faso spenden. Seegärtle-Wirt und Nachbar des Kinos Uwe Hutfilz legt noch einen drauf: Alle Gäste werden mit einem leckeren Snack empfangen. "Wir hoffen, dass dies die Motivation vieler Gäste noch steigern wird, für diesen guten Zweck ins Kino zu gehen", erklärt Hutfilz. Vor der Filmvorführung werden die Organisatoren der Mangotage die Gäste im Kino persönlich begrüßen und Einblicke in die wichtige Aktion bieten.

► Interview mit Petra Zienteck

  Spendenvorführung des Films "Félicité" im Filmzentrum Bären: Donnerstag, 28. Juni, um 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr). Der Eintrittspreis von acht Euro wird komplett gespendet.
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