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"Weitere Hilfe ist immer sinnvoll"

Nachgefragt

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Petra Zienteck ist Sonderschulpädagogin an der Albert-Schweitzer-Schule Herrenberg. Die Grafenauerin unterstützt die Mangoaktion für die Menschen im westafrikanischen Burkina Faso schon seit ihrer Schulzeit und setzt diese Arbeit als Lehrerin gemeinsam mit ihren Schülern fort.

Artikel vom 21. Juni 2018 - 19:12

Von Eddie Langner

Hallo Frau Zienteck, wie kamen Sie dazu, sich bei der Mangoaktion zu engagieren?

Das geht zurück bis zu meiner Zeit als Konfirmandin. Damals habe ich schon beim Verkauf mitgeholfen. Seitdem habe ich immer mitgemacht und keine Aktion ausgelassen - erst als Schülerin und mittlerweile organisiere ich den Verkauf als Lehrerin gemeinsam mit meinen Schülern. Die Schüler waren natürlich sehr enttäuscht, dass der Verkauf dieses Jahr wegen der beim Transport verdorbenen Früchte ausfallen musste. Aber die wollten das so nicht akzeptieren. Die sagten: "Doch, wir wollen helfen, jetzt erst recht!" Alle waren heiß darauf, etwas zu organisieren. Dass mein Bruder jetzt im Kino eine Benefizvorführung macht, passte da sehr gut zu den anderen Spendenaktivitäten.

Warum ist es für Jugendliche eine gute Erfahrung, bei der Mangoaktion mitzumachen?

Ich mache an der ASS Werteerziehung im Rahmen des Tugendprojekts. In dieser Funktion unterrichte ich die dortigen siebte Klasse. Das Tugendprojekt ist bundesweit als Verein organisiert. Im Unterricht versuche ich den Schülern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich einbringen können. Es geht darum, praktische Erfahrungen zu sammeln, verantwortlich zu handeln und das dann in einem Projekt vorzustellen. Die Schüler sollen erleben, wie man in der Gesellschaft zu einem friedlichen Miteinander beitragen kann. So können sie Verantwortung, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen lernen.

Die Mangoaktion ist immer mit einem erheblichen finanziellen Risiko verbunden. Zum Glück hat die Spendenbereitschaft der Bevölkerung dieses Jahr ein Scheitern verhindert. Auch der Benefizabend im Kino wird wohl noch einiges einbringen. Wäre es denn nicht sinnvoll, von vornherein mehr solcher Spendenaktionen einzuplanen?

Ich bin Mitglied des Böblinger Stadtkirchengemeinderats und dort im Ausschuss für Burkina Faso tätig. Ich habe schon an einigen Ausschusssitzungen teilgenommen und bin auch selbst nach Burkina Faso gereist. Deshalb weiß ich, dass es dort immer Bedarf gibt. Mit unserer Unterstützung wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben, es geht um Nachhaltigkeit. Das Geld wird zum Beispiel zum Brunnenbau eingesetzt. Die Mangoerlöse sind dafür ein wichtiger Teil. Aber jede Hilfe, die dazu kommt, ist natürlich sinnvoll.

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