Solo für vier: Die KRZ-Redaktion und der Krieg der Sterne

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    Foto: Archiv

Seit vier Jahrzehnten begeistern die „Star Wars“-Filme ganze Generationen von Kinogängern. Auch in der KRZ-Redaktion gibt es Fans – und solche, denen das Thema ferner liegt als jede noch so weit, weit entfernte Galaxis. Hier kommen sie zu Wort.

Artikel vom 24. Mai 2018 - 08:38

Umgeben von Ungläubigen

(Mein Evangelium
nach George Lucas)
Von Eddie Langner

Die Macht ist stark in mir. Das weiß ich, seit ich als kleiner Junge das erste Mal „Star Wars“ gesehen habe. Wenn ich mich heute ganz doll konzentriere, die Augen zusammenkneife und es mir wirklich, wirklich wünsche, dann könnte ich jetzt zum Beispiel nur mit meinen Gedanken diese Zeilen hier schreiben – ganz ohne Finger. Oder ich könnte mit meiner Hand so eine wischende Geste vor dem Gesicht meines Chefs machen, ihm fest in die Augen schauen und sagen: „Er hat sich zwei Wochen bezahlten Sonderurlaub verdient.“ Und Schwupps! säße ich im Flieger nach Tataouine. Das liegt übrigens in Tunesien und war die Kulisse für Luke Skywalkers Wüsten-Heimatplaneten Tatooine.
Wie gesagt, die Macht ist stark in mir. Leider merkt das keiner. Vor allem nicht meine Kollegen in der Redaktion. Bis auf wenige Ausnahmen können die nämlich allesamt mit „Star Wars“ nichts anfangen. Überhaupt nichts. Da fühlt man sich manchmal schon ziemlich einsam. Wenn zum Beispiel – wie in dieser Woche – ein neuer „Star Wars“-Film anläuft, dann trinken in meinem Blut die Endorphine mit den Midi-Chlorianern Bruderschaft und munter Purzelbäume mein innerer Yoda schlägt.
Meine Versuche, auch nur einen Funken Begeisterung bei den Kollegen zu wecken, scheitern jedoch kläglich. Während ich in Vorfreude wie ein Honigkuchen-Bantha vor mich hin grinse, schauen sie mich nur mit einer Mischung aus Mitleid und Verständnislosigkeit an. So muss sich ein niederbayerischer Wanderpriester auf einem Atheistenkongress in Bitterfeld fühlen. Was soll ich machen? Ich bin eben von Ungläubigen umgeben.
Dabei könnte uns Yoda mit seinen Zwergpredigten doch so viel Weisheit mit auf den Lebensweg geben. Diesen Spruch dürfte sich zum Beispiel gerne die besorgte Bürgerfaktion hinter die Ohren schreiben: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ Der hier passt im Grunde an jedem Arbeitsplatz: „Tu es, oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“ Und wenn mal wieder alles schief geht im Leben, dann spendet dieser Satz doch ganz viel Trost: „Der größte Lehrer Versagen ist.“
Schon allein deswegen werde ich nicht aufgeben und meinen Kollegen weiter das Evangelium nach George Lucas verkünden. Die Macht ist schließlich stark in mir. Und wenn's die anderen dann immer noch nicht interessiert? Dann macht?s auch nichts . . .

 

Star Wars:
Ein Ratgeber

(Tipps und Tricks für einen galaktisch guten Büro-Alltag)

Von Sandra Schumacher

Ich bekenne mich: Ich bin ein Star Wars Fan. Daher möchte ich mich an dieser Stelle der (wahrlich weltbewegenden) Frage widmen, weshalb es sinnvoll ist, das heilige Werk nach George Lucas so lange zu verinnerlichen, bis man es auswendig mitsprechen kann: Weil es Spaß macht. Immer. Zum Beispiel im Büro. Im Folgenden ein paar Praxisbeispiele: Um die Arbeitsatmosphäre aufzuheitern, sollten Sie ab sofort Ihre Auszubildenden nur noch mit „junger Padawan“, und Ihre Praktikanten mit „sehr junger Padawan“ ansprechen. Dadurch erhalten Sie nicht nur einen Überblick darüber, wer zu den Gläubigen gehört (und damit auf der guten Seite steht), sondern auch äußerst lustige verwirrte Gesichter von jenen, die keine Ahnung haben, wovon Sie sprechen.
Weiterhin sollten Sie Ihre Vorgesetzten nunmehr mit „Meister“ anreden. Hier ist aber Vorsicht geboten: Sollten sich unter ihnen Anhänger von „Fifty Shades of Grey“ befinden, lassen Sie es lieber sein, es könnte schmerzhaft für Sie enden.
Ob Sie Ihren Chef von heute an „Imperator“ nennen möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Sollte dieser aber einmal schnellen Schrittes mit düsterer Miene und wehendem Umhang – äh – Sacko über die Gänge schreiten, sollten Sie den als Klingelton im Smartphone gespeicherten Imperial-March ertönen lassen.
Sollte Ihr Chef das wider Erwarten gar nicht lustig finden, können Sie ihm an dieser Stelle die weisen Worte Yodas („Wut führt zur dunklen Seite“) in Erinnerung rufen. Falls nun ein epischer Kampf zwischen Gut und Böse auf dem Büroflur entsteht – und das ist nicht unwahrscheinlich – zücken Sie ihr Lichtschwert (das Sie nach dem Kauf im Spielzeugladen Ihres Vertrauens wirklich IMMER bei sich tragen sollten) nur zur Verteidigung. Ein Jedi greift niemals an (auch wenn dieser Grundsatz von Luke Skywalker, Obiwan Kenobi und Rey ohne Nachnamen gerne mal über den Haufen geworfen wird).
Und nicht vergessen: Selbst wenn Sie den Kampf verlieren und von Ihnen nichts übrig bleibt, als der braune Bademantel, den Sie trugen: Vergessen Sie nicht, dass Sie nun als blauer Jedi-Geist kommen und gehen können, wann Sie wollen, um Ihr Umfeld mit so vielen Star Wars Zitaten zu quälen, wie Sie es für richtig halten. In diesem Sinne: Möge die Macht mit Ihnen sein.

 

Dallas für Überflieger

(Viel Tschingderassabumm
für noch mehr Geld)

Von Michael Stürm

Okay, als einer, der Hollywood für die größte amerikanische Fehlproduktion vor der Erfindung Donald Trumps hält, bin ich vielleicht nicht die Idealbesetzung, um über diese Weltraum-Filmchen zu urteilen. Aber auch wenn man schätzt, was in der Kreativ-Werkstatt der kalifornischen Geldvermehrer so produziert wird, mal ehrlich: Jedes Raumschiff, das von dort aus durch die Galaxis getrieben wird, muss man nicht toll finden. Schon gar nicht, wenn die Dinger nach fliegender Kellerassel aussehen, durch dauerblitzende Nebelschwaden zischen und mit knuffligen Zottelmonstern und grünen Männchen, an denen Salatherzen-Ohren kleben, dekoriert werden.
Eine intellektuelle Offenbarung tut sich auch nicht auf, wenn man die Story genauer anschaut: Gut gegen Böse, zisch, peng, knall und jede Menge Tschingderassabumm, verpackt in intergalaktische Heldenerlebnisse, aufgemotzt mit bedeutungsschwangerer Musik, die an den Soundtrack 1000-jähriger Reiche erinnert. Dallas für Überflieger, Denver für Abgehobene, Opium für allige Nerds. Leute, seid ihr so einfach zu beglücken? Reicht das, um euren zerebralen Tatendurst zu befriedigen? Aber vielleicht macht ja genau das die Sache aus: Endlich bekommen wir eine Erklärung geliefert, wie es hinter dem Mond aussieht. Die Botschaft, nach der wir lechzen, ist genau so beruhigend einfach, wie wir das erwarten in Zeiten, die wir nicht mehr wirklich durchschauen: Auch weit weg von der Erde wird nur mit dem Schwert gekämpft. Einzige Neuerung: Es leuchtet.
Um dies zu vermitteln hat der Mann, der die Sterne in den Kriegszustand versetzt hat, nur 40 Jahre gebraucht, zehn Oscars in seinen Schrank gestellt und in dieser Zeit neun Milliarden Dollar aus unseren Geldbörsen gefischt.
Also, alles in Ordnung auf der Milchstraße? Der wahre Kenner des Alls schaut dann doch lieber wie bisher in den Mond.

 

Skyjogger vs. Darth Noch

(So wäre der Krieg der Sterne eigentlich weitergegangen)

Von Florian Ladenburger


Sensation: In Kalifornien wurden die verschollenen Original-Drehbücher der dritten Sternenkrieg-Trilogie entdeckt. KRZ-Volontär Florian Ladenburger hat die „Star Wars“-Story recherchiert – ganz allein – also praktisch solo . . .
Es war einmal, vor gar nicht langer Zeit in einem gar nicht so weit, weit entfernten Faxgerät in Kalifornien. Dort verstaubten die wegen eines Papierstaus nie gesendeten Original-Drehbücher für die Episoden VII bis IX – bis letzte Woche eine Putzfrau namens Hedi Ritter auf sie stieß. Der Sensationsfund zeigt: Die Saga hätte eigentlich ganz anders verlaufen sollen:
Episode VII – Skyfall: Hauptperson ist immer noch Luke. Weil er aber nicht mehr ganz so schnell auf den Beinen ist, nennt er sich jetzt Skyjogger. Zum Lesen braucht er mittlerweile eine Laserbrille. Außerdem hat er einen Sohn namens Simba. Der soll künftig über die galaktische Republik herrschen. Aber vorher muss Luke ein weiters Mal seinen Vater Darth Vader besiegen. Der hat nämlich überlebt und greift zusammen mit Darth Noch die Republik an. Luke kann aber weder Vader noch Noch besiegen und stirbt. Sein Sohn Simba kann in letzter Sekunde entkommen. Auf dem fernen Planeten „Na, du?“ freundet er sich mit einem Erdmännchen und einem Warzenschwein an, denen er gleich eine Freundschaftsanfrage auf JediVZ schickt.
Episode VIII – Eine unerwartet lange Reise: Das Böse greift mit seinen Clownkriegern an. Lukes alter Wegbegleiter Han Solo kann den Angriff nur mit Hilfe seiner Skatfreunde Han Omag und Han Ibal abwehren. Doch damit ist das Böse nicht besiegt. Statt an einem „Todes-Stern“ bastelt es jetzt an einer neuen Superwaffe: einem „Todes-Spiegel“. Solo klaut die Pläne für die Waffe und findet nach langer Suche schließlich mit Hilfe des Reiseführers „Per Anhalter durch die Galaxis“ Lukes Sohn Simba. Han kann ihn davon überzeugen, dass er die Republik vor dem Imperium retten muss.
Episode 9 ¾ - Die Heiligtümer des Todesspiegels: Dank der gestohlenen Pläne kennt Han Solo die Schwachstelle des Todesspiegels. Es gibt eine Luke, groß genug für ein kleines Raumschiff, die direkt zum Energiekern führt. Solo und Simba fliegen todesmutig durch besagte Luke zum Energiekern und zerstören ihn mit ihrer Energiekernzerstörungs-App. Damit ist das Böse endgültig besiegt. Mal wieder. Unsere Helden kehren ins Dorf zurück und das wird natürlich mit einem großen Festessen gefeiert, beim Teutates!

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