Eigene Werke für Orgel und Flöte

Ehepaar Gäfgen spielt Konzerte in Leonberg und Renningen

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    Roland Gäfgen in der Musikstube des alten Schulhauses in Malmsheim, das die Familie 1996 bezogen und umfangreich renoviert hat Foto: Bischof/Archiv

Der umtriebige Kantor der Renninger Petruskirche präsentiert am Wochenende zwei Konzerte mit Eigenkompositionen. Roland Gäfgen hat die Stücke für sich als Organist und seine Frau Katharina an der Flöte geschrieben. Am Samstag sind sie in Leonberg, Sonntag in Renningen zu hören.

Artikel vom 20. April 2018 - 18:06

RENNINGEN (red/krü). Roland Gäfgen hat vielseitige Interessen. "Eigentlich wollte ich mal Architektur studieren", gibt er zu. Hauptberuflich wurde es dann doch die Kirchenmusik, doch bis heute bastelt und baut er gerne - während seine Frau Katharina als Allgemeinärztin eine Gemeinschaftspraxis in Weissach betreibt. Die Gäfgens bewohnen seit 1996 das alte Schulhaus im Malmsheimer Ortskern, das sie selbst komplett renoviert haben. Der Renninger Kantor ist zudem ein leidenschaftlicher Modelleisenbahner und arbeitet semiprofessionell als archäologischer Illustrator. Gäfgen hat sich hier darauf spezialisiert, altertümliche Siedlungen mit handgezeichneten und kolorierten Zeichnungen zum Leben zu Erwecken - mit großem Erfolg und zahlreichen Aufträgen in der Folge.

Nun stehen aber zunächst die Konzerte in seinem direkten Wirkungsumfeld an - mit zwei Eigenkompositionen. Das Konzert für Flöte und Orgel op. 93 Nr. 2 war ursprünglich für Trompete und Orgel vorgesehen und ist im ersten Semester von Gäfgens Kirchenmusikstudium 1984 entstanden. "Um dieses Konzert einmal praktisch ausprobieren zu können", erzählt der Organist, "habe ich es auf Querflöte und Orgel übertragen - mit kleineren Korrekturen." Außerdem kommen "Thema und Variationen für Flöte und Orgel" von 2007 zur Aufführung. "Das Thema bleibt unverändert und wandert durch Sopran, Tenor und Bass", erläutert der Komponist, "der Kontrapunkt wandelt sich permanent und verleiht so der Komposition immer wieder wechselnde Stimmungsbilder." Dieses Stück hat der 57-Jährige in seinem Oratorium "Nun sich das Herz von allem löste" weiterverarbeitet.

Orgelstück des unbekannten Alexander Hebenbrock

Für Orgel solo wird Roland Gäfgen Werke von Edward Elgar, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy vortragen. Zudem gibt es noch zwei "Schmankerl", eine Aria und eine Toccata von einem gewissen Alexander Hebenbrock.

"Der völlig unbekannte Alexander Hebenbrock hat womöglich von 1861 bis 1914 gelebt", hat Gäfgen recherchiert, "dem Namen nach könnte er aus dem Mecklenburgischen stammen." Fast nichts sei über sein Leben bekannt, seine Werke würden aber eine gediegene Ausbildung erkennen lassen. "Sein ländliches Leben und seine pazifistische Einstellung, welche aufgrund der melancholischen Grundstimmung seiner Werke stark anzunehmen ist, lassen vermuten, dass er das Kriegsjahr 1914 nicht überlebt haben dürfte", analysiert der Kantor. Seine unveröffentlichten Werke, wohlbewahrt in Privatbesitz, würden den Einfluss von Elgar und Mendelssohn anklingen lassen - für den Hobbyforscher ein spannendes Projekt.

Konzert am Samstag, 21. April, um 19.30 Uhr in der Leonberger Stadtkirche und am Sonntag, 22. April, um 19 Uhr in der Renninger Petruskirche. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
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