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Alte Klänge ganz jung dargeboten

Die Brüder Hanke servieren dem Publikum in Böblingen ein reichhaltiges musikalisches Menü

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    Konzertreise durch die Musikepochen mit den Gebrüdern Hanke Foto: Winfried Haag-Merz

Artikel vom 28. Juli 2016 - 18:12

BÖBLINGEN (hmn). Beim Konzert der Gebrüder Hanke am Samstag war die evangelisch-methodistischen Kirche in der Friedrich-List-Straße in Böblingen überfüllt. Die Musiker präsentierten dem Publikum Werke aus verschiedenen Epochen, schafften es aber, ein stimmiges Ganzes zu gestalten.

Wie passt die Blockflöte zur Melodika und wie die Tuba zur Gitarre? Die Antwort bekamen die Zuhörer von den vier Brüdern David (Blockflöte), Lukas (Viola), Jonathan (Klavier und Melodika) und Fabian (Violine, Tuba) der Sindelfinger Musikerfamilie Hanke, die sich mit der Sängerin und Blockflötistin Johanna Pommranz und dem Gitarristen Simon Ellinger zwei Freunde eingeladen hatten.

Gemeinsam musizierten sie sich quer durch die Musikgeschichte. Verletzungsbedingt wurde der Jüngste gelegentlich ausgewechselt durch die Mutter, Theresia Hanke. Während andere sich beim "Schlemmen am See" leckeres Essen einverleibten, wurde den Zuhörern in der Christuskirche ein delikates musikalisches Menü serviert.

Fließende Übergänge vom Barock in Richtung Jazz oder Folk

Den Hauptgang bildeten einige barocke Stücke, was angesichts von zwei solistisch auftretenden Blockflötisten nicht verwundert. David Hanke und Johanna Pommranz brillierten in den Concerti von Corelli und Vivaldi mit virtuosem Flötenspiel. Immer wieder überrascht wurde das Publikum mit fließenden Übergängen in Richtung Jazz oder Folk.

Aber auch in der Romantik wusste das Ensemble gekonnt den Tisch zu decken, etwa wenn der Bratschist Lukas Hanke den "Schwan" aus Camille Saint-Saëns "Karneval der Tiere" interpretierte oder Johanna Pommranz das Lied "Après un rêve" von Gabriel Fauré traumwandlerisch vortrug.

Kompositionen von Simon Ellinger und Jonathan Hanke mit klassischen Pop- und Jazzelementen verzauberten auf ihre ganz eigene Art und zeigten, wie eng die Genres miteinander verknüpft sind. Dies machte auch David Hanke durch seine gekonnte Moderation deutlich. Dialoge und Brückenbauen standen so im Mittelpunkt.

Wie sehr der Funke zum Publikum übersprang, wurde im Dessert deutlich, als die jungen Musiker in der Zugabe bei einer neuen Fassung von Jonathan Hanke "Der Mond ist aufgegangen" alle Anwesenden einbanden und begeistert mitgesungen wurde. Viel Applaus für das junge Ensemble.

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