Eine künstlerische Entdeckungsreise

Im Kulturnetzwerk Blaues Haus in Böblingen sind bis 10. September Bilder von Elke Sportschütz zu sehen

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    Elke Sportschütz kombiniert Rinde, Steinmehl und andere Materialien in ihren Arbeiten Foto: Winkler

Artikel vom 04. Juli 2014 - 13:54

BÖBLINGEN (red). Die Böblingerin Elke Sportschütz präsentiert derzeit im Veranstaltungsraum des Kulturnetzwerks Blaues Haus auf dem Böblinger Schönbuch-Bräu-Gelände abstrakte Malerei, die den Blick fürs Detail schärfen soll.

Spuren im Sand, trockene, gesprungene Erde, alte Mauern bei denen der Putz abbröckelt - Elke Sportschütz lässt sich von der Natur, und ihren natürlichen Verfallsprozessen inspirieren. Stundenlang kann sie altes Gemäuer und seine Struktur betrachten. Steine mit besonders augenfälliger Maserung sammelt sie mit Begeisterung. Und das zeigen auch ihre abstrakten Bilder, die sie seit vergangenem Freitag im Blauen Haus zeigt.

Sportschütz verzichtet auf gegenständliche Malerei, sondern bringt die Natur abstrahiert auf die Leinwand. Kräftige Rottöne finden sich genauso auf ihren Bildern, wie erdfarbenes Braun oder den Prozessen ausgesetztes helles Blau. "Wie kaum ein anderes Material zeigt Stahl, Lack und Rost die Spuren der Vergänglichkeit und des Verfalls, aber auch eine spannenden Schönheit der sich immer weiter verändernden Oberfläche", erläutert sie. Es ist die Arbeit mit unterschiedlichen Werkstoffen, die sie so fasziniert.

Dabei lässt sie verschiedene Materialien miteinander reagieren und führt bewusst Prozesse herbei, die nicht immer steuerbar sind und deren Ergebnis sie selbst noch nicht kennt. Für sie ist das "ein Loslassen von Geplantem und dem Zufall freien Lauf lassen". Schicht für Schicht wird aufgetragen, sie lässt Überlappungen entstehen, kratzt diese zum Teil wieder ab, schmirgelt und lässt tieferliegende Schichten teilweise wieder zum Vorschein kommen. Es sind Bilder, vor denen man verweilen kann.

Das taten die rund 50 Gäste bei der Vernissage am Freitag dann auch gern. Die Bankangestellte, die Kunst als Hauptfach im Abitur wählte, malt in ihrer Freizeit. "Es ist eine innere Kraft, die außen muss", erklärt sie ihre Motivation. Die Autodidaktin zeigt inzwischen ihre vierte Ausstellung in der Region Stuttgart. Als eine der ersten Stammgäste im Blauen Haus, sei diese "Wohlfühlanlaufstelle" schon lange ein Wunschausstellungsort für Elke Sportschütz gewesen. Bis zum 10. September werden ihre Werke dort hängen und können während der dortigen Veranstaltungen besichtigt werden.

Gutgelaunte Musiker, die sich um Sven Reisch versammelten, rundeten anschließend bei der letzten Jazzsession vor der Sommerpause diese gelungene Vernissage ab. "Eine tolle, bisher einzigartige Kombination in Böblingen", findet Gabriele Branz vom Vorstandsteam des Kulturnetzwerks Blaues Haus und kündigt an, dass man Kunst und Musik künftig öfter auf diese Weise miteinander verbinden wolle.

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