Den Weg energisch weiterverfolgen

Herta Däubler-Gmelin unterstützte den Hospizverein Böblingen/Sindelfingen als Gastrednerin

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    Die ehemalige Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin in Mauren Foto: Hospizverein

Artikel vom 20. Oktober 2020 - 17:12

MAUREN (red). Zum Welthospiztag unter dem Leitwort "Solidarität bis zuletzt" hatte der Hospizverein Region Böblingen-Sindelfingen e. V. nach Mauren eingeladen. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Elisabeth Kenntner-Scheible hatte ihr historisches Kirchengebäude auf dem dortigen Hofgut in einen corona-gemäßen, ansprechenden Versammlungsraum verwandelt.

Florian Wahl, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender, informierte die Vereinsmitglieder und weitere Interessierte über den Stand des bisher Erreichten: den zukünftigen Ort des Hospizes in der Böblinger Talstraße, die Böblinger Baugesellschaft als Bauträgerin und die St. Elisabeth-Stiftung als zukünftige Betreiberin. Wahls Fazit: "Wir haben die Grundlagen dafür geschaffen, dass ein Hospiz kommen kann. Jetzt liegt es daran, ob genug Spenden reinkommen, damit es auch Realität wird".

Als Gastrednerin war Herta Däubler-Gmelin gekommen. Der ehemaligen Bundesjustizministerin und jetzigen Schirmherrin des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands liegt das Hospizthema sehr am Herzen. In ihrem Vortrag ließ sie den langen Weg noch einmal sichtbar werden, den die Bewegung seit ihren Anfängen in den 1970-er Jahren zurückgelegt hat. Sie machte Mut, den eingeschlagenen Weg energisch weiter zu verfolgen. Vor allem zeigte sie sich davon beeindruckt, dass die Aktivitäten des Vereins aus der Mitte der Gesellschaft kommen: "Ich finde es großartig, dass das zivile Engagement für ein stationäres Hospiz nun auch in der unmittelbaren Region Böblingen in Schwung gekommen ist", so Däubler-Gmelin. Weiter machte sie deutlich, dass die hohe Qualität der Betreuung im Hospiz immer Anregung dazu sein sollte, dass auch in allen anderen Einrichtungen der medizinischen Versorgung und der Pflege Sterbenden bei Bedarf hospizliche Zuwendung ermöglicht wird.

Zuletzt markierte sie in der Frage nach der Selbstbestimmung am Lebensende und nach der Beihilfe zum Suizid noch ein Spannungsfeld, das die Hospizbewegung in nächster Zukunft sehr beschäftigen wird.

Die Vorsitzende des Vereins, Maria Dries-Koblowsky, schloss die Veranstaltung mit Dank an die Gastrednerin und an das Kammermusikensemble des Polizeimusikorchesters Böblingen, welches das Treffen stimmungsvoll begleitet hatte. Sie gab allen eine Hausaufgabe mit auf den Weg: Jedes Vereinsmitglied soll bis Jahresende ein weiteres gewinnen und so zum Gelingen des Vorhabens beitragen.