Mauersegler ziehen im Herrenberger Fruchtkasten Junge groß

Artenschutz hat auch in Städten eine wichtige Rolle.

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    Piepmatz im Herrenberger Fruchtkasten: In den kommenden Wochen werden 24 Mauersegler flügge

Artikel vom 13. Juli 2020 - 15:54

HERRENBERG (red). Viele Gebäude, egal ob alt oder neu, stellen einen Lebensraum für Tiere dar. Und vielen Tierarten, besonders den Insekten und Vögeln, geht es inzwischen zunehmend schlechter. Deshalb spielt Artenschutz auch in Siedlungsbereichen der Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle.

Im Herrenberger Fruchtkasten brüten derzeit - wieder einmal - zahlreiche Mauersegler in ihren Nestern. Dort hat das Amt für Technik und Grün Nistkästen für die standorttreuen Vögel installiert. Und siehe da: Eine Inspektion am Fruchtkasten hat jetzt ergeben, dass aktuell zwölf Paare insgesamt 24 Junge in den dort montierten Nistkästen großziehen. An diesem Donnerstag bietet der NABU an Ort und Stelle eine Führung an.

Siedlungen bieten für viele Pflanzen und Tiere eine Heimat, teilweise auch für Tiere, die ursprünglich aus der freien Landschaft kommen und ihre Heimat beispielsweise an Felsen hatten. Fledermäuse finden in Altbauten und Kellern Unterschlupf, aber auch verschiedene Waldbienenarten - oder eben Vögel wie der Mauersegler.

Städte und Gemeinden haben eine Verantwortung, den Artenschutz zu unterstützen und können einen großen Beitrag dazu leisten, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu vermindern, teilt Jürgen Baumer, Umweltbeauftragter der Stadt Herrenberg, in einer Presseerklärung mit. So stellen Gebäude heute für viele Vogelarten einen Lebensraum dar. Sie brüten in Hohlräumen oder Nischen, aber auch an Fassaden. Wo diese verloren gehen, können Nisthilfen helfen, die Wohnungsnot lindern.

Der Mauersegler ist ein Paradebeispiel für eine Vogelart im Siedlungsbereich. Der Segler gehört zu den so genannten Gebäudebrütern. Jessica Dubovski, die für die Projektsteuerung des Herrenberger Fruchtkastens verantwortlich ist, hatte Ende Mai einen Termin mit Oliver Maier vom NABU vor Ort. Sie erhielt dabei Einblick in die Welt der Mauersegler, welche immer in der Zeit von Mai bis August zur Brut und Aufzucht ihrer Jungen am Herrenberger Fruchtkasten verweilen. Die Mauersegler sind so standorttreu, dass sie immer an das gleiche Nest an derselben Fassadenseite zurückkommen. Deshalb ist der Erhalt der Nester auch bei Sanierungsmaßnahmen wie jetzt überlebenswichtig für den Fortbestand.

Für alle Interessenten wird Wolfgang Zwick vom Naturschutzbund NABU am Donnerstag, 16. Juli, um 16 Uhr im Fruchtkasten eine Führung zu den Mauerseglern anbieten. Um Anmeldung wird gebeten - am besten per E-Mail an wolfgang.zwick@web.de. Weitere Informationen zum Mauersegler im Herrenberger Fruchtkasten gibt es unter https://tug-herrenberg.de/blog/mauersegler-im-blick/ im Netz.
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