Der Fall von Steinenbronn - Ein Donnerstagabend wie im Krimi

Verdacht auf Gewaltverbrechen ruft Spürhunde und Helikopter auf den Plan. Am Ende ist alles gut.

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    Schreie im Wald, ein junger Mann mit Damenhandtasche und dann der Polizeihubschrauber: Im Norden von Steinenbronn herrschte am Donnerstagabend helle Aufregung Foto: TB/Archiv

Artikel vom 10. Juli 2020 - 13:54

STEINENBRONN (red/mmü). Helle Aufregung herrscht am Donnerstagabend um 19.30 Uhr am nördlichen Ortsrand von Steinenbronn: Aus dem Waldstück oberhalb des Goldäcker-Sportplatzes dringen Schreie herüber. Als kurz darauf ein junger Mann aus dem Wald herausstapft - mit Damenhandtasche - schlagen mehrere Anwohner Alarm und rufen die Polizei. Ist ein Gewaltverbrechen passiert?

Die Streifenbesatzung fährt kurz darauf vor und kann den 20-Jährigen vor Ort stellen. Schnell wird klar, dass der junge Mann zuviel Alkohol intus hat - den er bei einer Steinenbronner Freiluft-Party in der Nähe konsumiert hat. Als die Beamten die Handtasche durchsuchen, finden sie darin die Papiere einer 19-Jährigen aus Stuttgart. Eine sofortige Überprüfung bei deren Eltern ergibt, dass sie nicht, wie sonst üblich, um 19 Uhr nach Hause gekommen war - und niemand wusste, wo sie sich aufhält.

Eine Auskunft, die wiederum die Polizeibeamten in helle Aufruhr versetzt. Weil sie eine Straftat nicht ausschließen können, nehmen sie den 20-Jährigen vorläufig fest. Und sie ziehen mehrere Einheiten von Spezialkräften nach Steinenbronn: Einsatzbeamte des Polizeipräsidiums, einen Polizeihubschrauber und eine Spürhundestaffel kreuzen auf.

Parallel hierzu laufen die polizeilichen Ermittlungen unter dem Partyvolk in Steinenbronn weiter - was wenig später zur Klärung des Vorgangs führt, sodass sich die Wogen der Aufregung wieder glätten: Die Polizei findet heraus, dass die vermisste 19-Jährige zusammen mit einer Freundin auf der Party so viel Alkohol getrunken hatte, dass sie vom örtlichen Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Ihr 20-jähriger Freund hatte von all dem nichts mitbekommen - weshalb er sich kurzentschlossen im Wald auf die Suche nach ihr gemacht hat, laut rufend, laut schreiend. Das Ende vom Lied ist bekannt - und es löst sich alles in Wohlgefallen auf: "Auch die jungen Leute sind wieder auf dem Damm. Die haben wir ausgenüchtert - und gut ist's", zieht Polizeipressesprecher Peter Widenhorn einen Schlussstrich unter den Steinenbronner Donnerstagabend-Fall.

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