Ein Quantensprung für die Holzgerlinger Reiter

Der Reit- und Fahrverein Schönbuch hat 100 000 Euro investiert und jetzt seinen neuen Springplatz im Eschelbachtal eingeweiht.

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    Der Holzgerlinger Reit- und Fahrverein hat seinen neuen Springplatz eingeweiht: "Alle Reiter sind begeistert", freut sich Vereinschef Siegfried Holzapfel Foto: red

Artikel vom 29. Juni 2020 - 17:48

HOLZGERLINGEN (red/mmü). Ein lang gehegter Wunsch ist jetzt beim Reitverein Schönbuch Holzgerlingen (RVS) mit der Einweihung des neuen Springplatzes im Eschelbachtal in Erfüllung gegangen.

Nachdem der alte Spring- und Turnierplatz zusehends in die Jahre gekommen war und von einem turniergerechten Bereiten des Platzes zuletzt eigentlich kaum noch die Rede sein konnte, haben sich die Holzgerlinger Pferde- und Reiterfreunde jetzt in ein ganz neues Zeitalter katapultiert.

"Der tonige Erdboden war bei Trockenheit sehr hart und bei Nässe konnte das Wasser nicht gut abfließen, so dass das Geläuf tief und morastig wurde", schildert Vereinsvorsitzender Siegfried Holzapfel den vorhergehenden Zustand: "Das Reiten auf dem Platz war deshalb nur an wenigen Tagen im Jahr bei guten Bedingungen möglich." Ein Zustand, der nicht nur die Reiterfreuden merklich getrübt hat, sondern sich auch negativ auf die Starterzahlen für die Springprüfungen beim großen Reitturnier ausgewirkt hat.

Bereits an der Hauptversammlung im März 2019 wurde der Vorstand daher mit der Planung einer Generalsanierung des Springplatzes beauftragt. Nach ausgiebigem Sammeln von Informationen über unterschiedliche Bauarten, Böden und Bewässerungssysteme, dem Einholen von Angeboten und der Aufstellung eines Finazierungsplans konnte Siegfried Holzapfel an der außerordentlichen Hauptversammlung im November 2019 dann mit Zahlen, Daten und Fakten aufwarten, die zum Beschluss des Neubaus führten.

Der jetzige Springplatz ist eingebettet in die vorhandene, 3300 Quadratmeter große Fläche, er besitzt eine Beregnungsanlage und eine feste Abschrankung. Der Aufbau ist im Dreischichtsystem erfolgt, bestehend aus einer 25 Zentimeter dicken Schottertragschicht, einer neun Zentimeter starkenBrechsandtrennschicht und zuletzt einer zwölf Zentimeter hohen Tretschicht aus Stremmer-Sand. Der ockerfarbene Sand mit Lehmanteil besitzt die Eigenschaft, dass er bei Starkregen verdichtet und überschüssiges Regenwasser oberflächig ableitet. Das verhindert, dass der Springplatz wieder zur Matschgrube mutieren könnte. "Zudem bietet der Platz bestmögliche Stabilität und Festigkeit bei ausreichender Elastizität, damit die Pferde weder ausrutschen noch zu tief einsinken. Das sind Eigenschaften, die gerade beim Springen enorme Bedeutung haben", ist Holzapfel vom Ergebnis sichtlich angetan.

Reiter bringen viele Eigenleistungen ein - Lockdown fürs Reitturnier

Für den neuen Springplatz haben sich auch die Holzgerlinger Reitfreunde tüchtig ins Zeug gelegt, in Eigenregie zunächst Leitungsgräben für die Bewässerungsanlage ausgehoben und zuletzt die feste Abschrankung des Platzes aus Stahlrohren erstellt. Auch beim "Dreckeln" und Modellieren wurden sie aktiv, neben der Böschung des erhöhten Platzes wurde auch der Zuschauerwall verbreitert. Anstatt Boden abfahren zu müssen wurden hierzu 15 Sattelzüge Mutterboden zusätzlich nach Holzgerlingen geordert. Der eingesäte Rasen zeigt inzwischen bereits das neue Grün. Und die Bauleitung über allem lag in den Händen der Herren Siegfried Holzapfel und Martin Fischer, seines Zeichens Ehrenvorstand.

Am 15. Mai war die Tretschicht fertig eingebaut und einer Einweihung mit dem Springturnier wäre eigentlich nichts im Wege gestanden, hätte nicht die Corona-Pandemie einen bitteren Strich durch die Rechnung gemacht - und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen fiel das sportliche und kameradschaftliche Highlight des Jahres aus und zum anderen fehlen dem Verein nun die Einnahmen daraus. Bei einem Investitionsvolumen von fast 100 000 Euro ein herber Schlag ins Kontor.

Umso wichtiger, dass der RVS mit einem Zuschuss der Stadt Holzgerlingen in Höhe von 30 000 Euro rechen kann. Zumal auch in den beiden Jahren zuvor tüchtig investiert worden war bei den Reitern im Eschelbachtal: in den Bodenaustausch der Neuen Reithalle, in die neue Pflasterung um die Alte Reithalle herum, in die Flutlichtanlage am Dressurplatz und in die Umstellung auf LED in den Reithallen.

Immerhin: "Holzgerlingen hat nun eine der schönsten Reitanlagen im Kreis Böblingen", freut sich Holzapfel.

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