Der Herrenberger Fruchtkasten wird langsam leerer

Nach der Inventarisierung wird Erhaltenswertes in ein Zwischenlager gebracht.

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    Große Transsporttruhen aus dem 18. Jahrhundert

Artikel vom 04. Juni 2020 - 17:24

HERRENBERG (red). Um Platz für Neues zu schaffen, muss zunächst aufgeräumt und aussortiert werden: Im Fruchtkasten läuft derzeit die Inventarisierung, erste Exponate sind ausgezogen. Die Stadt hat hierfür ein Zwischenlager in Freudenstadt angemietet. Bis im Jahr 2024 werden die Dinge dort gelagert.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Fruchtkasten Vieles angesammelt - in den insgesamt sieben Stockwerken des ehemaligen Lagergebäudes ist auch ziemlich viel Platz. Derzeit wird die Sanierung und Neukonzeption des Fruchtkastens vorbereitet. Diese Zeit wird genutzt, den Inhalt des Fruchtkastens ganz genau unter die Lupe zu nehmen und zu entscheiden, welche Stücke aufbewahrt, was restauriert und was entsorgt werden muss. Zur Inventarisierung hat die Stadt Herrenberg Michael Weber beauftragt. Die Prüfung hinsichtlich der Restauration übernimmt Stefanie Scheerer. Inzwischen sind die beiden im ersten Dachgeschoss angekommen. Von dort arbeiten sie sich nun wieder herunter, das Erdgeschoss ist für sie abgeschlossen.

Die Gegenstände werden bis 2024 in einem Außenlager aufbewahrt

Über 90 Prozent der Gegenstände aus dem Erdgeschoss wurden in den letzten Wochen zur Aufbewahrung katalogisiert und ausgelagert. Ende Mai kam dann ein großer LKW und diese Dinge wurden sorgfältig eingepackt und verladen. "Es ist vorgesehen, dass sie bis im Jahr 2024 in einem Außenlager aufbewahrt werden", erklärt Jessica Dubovski, bei der Stadt zuständig fürs Projekt Fruchtkasten. In Freudenstadt wurde die Stadt fündig: "Wir haben derzeit 360 Quadratmeter angemietet, bis zum Jahresende soll dort der gesamte erhaltenswerte Inhalt des Fruchtkastens untergebracht sein. Hier sind wir sehr flexibel in der weiteren Anmietung, bei Bedarf können neue Flächen hinzugemietet werden. Eine so flexible Nutzung ist für uns ein Glücksgriff. Es gab auch Flächen im Kreis Böblingen, jedoch hätte man dort gleich über 2000 Quadratmeter anmieten müssen," sagt Dubovski weiter.

Der Fruchtkasten in der Tübinger Straße mit seiner Fachwerk-Fassade ist eines der ältesten Gebäude in der Herrenberger Altstadt. Er wurde 1683/84 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Ursprünglich diente der Fruchtkasten in Herrenberg als Lager für den "Zehnt", also die Abgaben des landwirtschaftlichen Ertrags an die Herrschaft. Nachdem der Zehnt im Jahre 1848 abgeschafft wurde, erwarb die Stadt 1851 das Gebäude, das lange Zeit überwiegend als Lagerraum genutzt wurde. Der Fruchtkasten soll in den nächsten Jahren saniert und neu genutzt werden. Im Herbst 2018 hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst.

 

  Alle Informationen rund um das Projekt Fruchtkasten finden sich unter http://www.herrenberg.de/fruchtkasten.
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