Kuppingen: Langjähriger Wunsch der Bürger geht in Erfüllung

Sanierung der Gemeindehalle Kuppingen trotz Corona-Pandemie nach 14 Monaten pünktlich abgeschlossen

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    Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler (links) und Kuppingens Ortsvorsteher Thomas Speer vor der neuen Halle: Wann sie eröffnet werden kann, ist noch unklar Foto: red

Artikel vom 23. Mai 2020 - 17:00

KUPPINGEN (red). Nach knapp 14 Monaten ist die Sanierung und Erweiterung der Gemeindehalle Kuppingen nach dem Entwurf des Herrenberger Architekturbüros Frank und Schulz pünktlich abgeschlossen: Ein moderner Anbau, der als Foyer dient, ergänzt jetzt das ursprüngliche Gebäude von 1960. Außerdem wurden innen und außen viele funktionale Mängel beseitigt. Trotz Corona-Krise konnte die Baumaßnahme im Zeitplan abgeschlossen werden. Allerdings müssen die Einweihung und Inbetriebnahme verschoben werden.

Die Kuppinger Gemeindehalle in der Raiffeisenstraße 40 war nach Jahren intensiver Nutzung sanierungsbedürftig. "Mit der Sanierung und Erweiterung erfüllt sich ein langjähriger Wunsch der Kuppingerinnen und Kuppinger", weiß Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Zusammen mit Ortsvorsteher Thomas Speer sieht er die Baumaßnahme als nachhaltige Investition in die Zukunft: "Die rundum erneuerte Halle mit ihrem neuen, einladenden Foyer bietet viel Potential - für Kuppingen und die gesamte Stadt, sowie insbesondere auch für Vereine und Organisationen", sagt Ortsvorsteher Speer.

Ihren Dank richten OB Sprißler und Ortsvorsteher Speer an alle, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben. "Dass das Bauvorhaben trotz Corona-Krise im Zeitplan geblieben ist, zeigt das große Engagement und das gute Zusammenspiel aller Beteiligten - insbesondere von Architekten und Handwerkern, Politik und Verwaltung", betonen OB Sprißler und Ortsvorsteher Speer. Die Einweihung und Inbetriebnahme müssen jedoch Corona-bedingt verschoben werden. "Ein neuer Termin für die Einweihung steht derzeit leider noch nicht fest", sagt Speer. Auch wisse man aktuell noch nicht, wie es mit dem Trainings- und Übungsbetrieb im Innenbereich weitergeht. Wann das geschehen kann, weiß im Moment keiner. "Deshalb ist zum jetzigen Zeitpunkt leider auch noch nicht klar, wann wir die Halle öffnen können", ergänzt er.

Alter Anbau mit Foyer ersetzt durch barrierefreien Neubau

Der alte Anbau mit Foyer und Vereinsraum im Obergeschoss wurde abgerissen und durch einen barrierefreien Neubau ersetzt. Der neue L-förmige Anbau zeichnet sich insbesondere durch eine moderne, reduzierte Formsprache, große Fenster und eine schlichte, graue Außenverkleidung aus. "Das Foyer orientiert sich mit der Glasfassade in Richtung Freiraum auf der Ostseite und lässt sich über die gesamte Längsseite zur Halle hin öffnen", erläutern die Architekten Hermann Frank und Uwe Schulz.

Und auch im Innenbereich der Gemeindehalle hat sich Einiges getan: So wurde die Haustechnik erneuert; ebenso wurden Veranstaltungstechnik und Beleuchtung auf den aktuellen Stand gebracht. Ein neues Brandschutzkonzept wurde umgesetzt. Alle Oberflächen bis auf die Holzverkleidung der Westwand wurden erneuert, einschließlich des Sportbodens. Die WC-Anlagen wurden durch eine barrierefreie Toilette ergänzt. Der Vereinsraum liegt jetzt im Erdgeschoss, hat eine vorgelagerte Terrasse, ist barrierefrei zugänglich und ist durch eine mobile Wand teilbar. Außerdem wurden die Lagerräume vergrößert. "Außer dem Sportgeräteraum gibt es jetzt direkt neben der Bühne ein Stuhllager und neben dem Vereinsraum einen Lagerraum für Musikinstrumente", erläutern die beiden Architekten. Schließlich wurden die Außenanlagen rund um die Halle neugestaltet. "Der Zugang von der Ostseite erhält durch Sitzbänke echte Aufenthaltsqualität, während der Zugang von Westen jetzt ohne Stufen erreichbar ist", erklären die Architekten Frank und Schulz.

In großen Buchstaben ist der neue Name der Gemeindehalle am Foyer angebracht, nämlich "Karl-Bissinger-Gemeindehalle". Im Oktober 2019 hat der Gemeinderat die Umbenennung, wie vom Ortschaftsrat Kuppingen vorgeschlagen, beschlossen. Karl Bissinger (1919 bis 2010) war von 1952 bis 1972 Bürgermeister von Kuppingen. 1989 bekam er die Bürgermedaille in Gold der Stadt Herrenberg verliehen.

Ursprünglich waren 2,82 Millionen Euro für die Sanierung vorgesehen, am Ende kostete sie rund 3,3 Millionen Euro. Die Mehrkosten sind unter anderem auf bauliche Mängel im Bestand, die erst während der Bauarbeiten ersichtlich wurden, und die aktuelle Konjunkturlage zurückzuführen. Ein weiterer Grund ist, dass bei den Außenanlagen ein größerer Bereich als ursprünglich geplant neugestaltet wurde.